Produktion: Pannónia Film /Real Film /Feature Films for Families, Deutschland / Ungarn / USA 1995 – Regie: Jenö Koltai, Tibor Hernádi – Buch: Attila Dargay, József Nepp, Eberhard Naumann – Kamera: Arpád Lossoncty, György Varga, Zoltán Bascó – Animation: Csaba Máli, István Kovács, Rita Bende, Darko Belevski – Hintergründe & Effekte: János Balogh, István Gelléri, Erna Biró Schnitt: Magda Hap, Bettina Müller-Elsner – Musik: Wolfgang von Henko – Sprecher: Constantin von Jascheroff (Bobo), Jan Stellen (Theo), Shalisar Haftchenari (Julchen), Stanley Dannbrück (Puffer), Jana Ruschke (Coco), Matthias Ruschke (Maxie), Lena Bayer (Karotta), Beate Hasenau (Elster), Claus Wilke (Dr. Eule), Joachim Kemmer (Habicht), Theo Branding und Gerd Duwner (Die Wilderer Hubert und Max) u. a. – Länge: 77 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Beaufilm (35mm) – Altersempfehlung: ab 5 J.
Der Film beginnt und endet als Gutenachtgeschichte. Ein kleines Mädchen will noch einmal erzählt bekommen, wie es zu seinem Hund Bobo gekommen ist. Damit wird den kleinen Zuschauern von Anfang an angedeutet, dass die Geschichte aller Wahrscheinlichkeit nach ein gutes Ende nimmt.
Dabei beginnt sie für Bobo nicht sonderlich angenehm. Auf der Urlaubsreise hält das Auto seines Besitzers an. Ein Fußtritt, und schon landet Bobo bei Gewitter im Straßengraben. Sechs Hasenkinder entdecken den erschöpft eingeschlafenen kleinen Hund. Zunächst haben sie Angst vor dem herrenlosen Tier, dann freunden sie sich mit dem arglosen Hündchen an. Sie müssen nur noch ihren Eltern beibringen, dass ihr neuer Freund ausgerechnet ein Hund ist. Das wird aber dadurch erleichtert, dass der Hund die Hasen vor einem Habicht rettet. Bobo und die Häschen lernen voneinander, und Bobo hilft auch noch, die Hasenfamilie gegen Wilderer zu verteidigen und vor einer Hochwasserkatastrophe zu retten. Anfangs sind die anderen Waldtiere aufgebracht, speziell durch das Getratsche der Elster. Erst als Dr. Eule darauf hinweist, dass Bobo sich nicht als Feind der Tiere erwiesen hat, kehrt Ruhe im Walde ein. Letztlich aber ist die neue Umgebung für Bobo nicht das richtige Zuhause. Er sehnt sich danach, bei den Menschen zu sein. Und so helfen ihm die Hasen, eine neue Heimat bei einer freundlichen Familie zu finden.
"Bobo und die Hasenbande" ist ganz offensichtlich keine überkandidelte Großproduktion. Der Film ist liebevoll gestaltet und familiengerecht inszeniert. Hier schlagen nicht nur Kinderherzen höher, auch die Erwachsenen fühlen sich vom Charme der Figuren angesprochen. Die Zeit vergeht bei dieser Geschichte wie im Fluge, weil in jeder Szene etwas Neues zu entdecken ist, und weil die Charaktere der Figuren so entwickelt sind, dass man im Verlauf der Filmgeschichte mit ihnen zu leben beginnt.
Über die bloße Fabel hinaus bietet der Film zahlreiche Ansatzpunkte, positive Einstellungen in den Bereichen Tier- und Nächstenliebe, Freundschaft, Mut, Tapferkeit und Hilfsbereitschaft zu fördern. Der Film stützt auch den Gedanken, dass das Fremde nichts Bedrohliches hat, wenn man offen für einen Gedankenaustausch ist.
"Bobo und die Hasenbande" ist ein empfehlenswerter Film, der trotz einiger Spannungselemente Gewalt vermeidet und sein Thema sehr humorvoll aufbereitet. Unsere Kinder hat er so begeistert, dass sie ihn sofort in ihr Spielrepertoire übernommen und mehrmals angesehen haben. Eine so positive Reaktion beim Zielpublikum erträumt sich so mancher Filmemacher – hier ist sie völlig verständlich.
Wolfgang J. Fuchs
BOBO UND DIE HASENBANDE im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.
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