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Produktion: DCM Prod.uktion / Boje Buck Filmproduktion / Kiddinx Prod. / ZDF; Deutschland 2013 – Regie: Detlev Buck – Buch: Bettina Börgerding – Kamera: Marc Achenbach – Schnitt: Dirk Grau – Musik: Peter Plate, Ulf Leo Sommer, Daniel Faust – Darsteller: Lina Larissa Strahl (Bibi), Lisa-Marie Koroll (Tina), Ruby O. Fee (Sophia von Gelenberg), Louis Held (Alexander von Falkenstein), Charly Hübner (Hans Kakmann), Michael Maertens (Graf Falko von Falkenstein), Winnie Böwe (Susanne Martin), Detlev Buck (Dr. Eichhörnchen) u. a. – Länge: 101 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: DCM – Altersempfehlung: ab 10 J.
Richtet sich die beliebte Hörspielreihe um die junge Hexe Bibi Blocksberg vor allem an jüngere Mädchen, so wurde mit "Bibi und Tina" ein Spin-Off entwickelt, das den Schauplatz der Handlung von der Stadt auf einen Reiterhof verlegt, "jugendliche" Geschichten um Freundschaft und die erste Liebe stärker betont und dafür die Bedeutung der kindlich-verspielten Hexerei zurückstellt. Auf dieser Reihe basiert nun Detlev Bucks Adaption. Doch er fügt seinem Film eine ganz eigene Handschrift hinzu und macht aus der Mädchen-Pferde-Hexen-Geschichte ein ausgelassenes Pop-Musical.
Schon der Titelsong wird von einem Schauspieler gesungen und sorgt für einen schwungvollen Einstieg, dessen selbstironische Inszenierung fortan den Tonfall des Films bestimmt. "Bibi und Tina" lebt von bewusst gesetzten Klischees, Überzeichnungen und Übertreibungen und ist eine Spielwiese für Bucks irrwitzige Bildideen, gegen die aber die eigentliche Handlung sehr konventionell und einfallslos geradlinig wirkt.
Wieder einmal will Bibi ihre Freundin Tina auf dem Reiterhof besuchen, um dort ihre Sommerferien zu verbringen. Und wieder einmal steht das alljährliche Pferderennen kurz bevor, das von Graf Falkenstein, dem Vater von Tinas festem Freund Alex, ausgerichtet wird. Doch dieses Mal werden die Vorbereitungen von zwei Störenfrieden unterbrochen. Zum einen taucht der schnöselige Geschäftsmann und Pferdezüchter Hans Kakmann auf, der es auf Bibis und Tina Lieblingsfohlen Socke abgesehen hat und auch an dem Rennen teilnehmen will. Zum anderen reist auch die aus einer adeligen Familie stammende, überaus arrogante Sophia an, die Augen auf Alex geworfen hat und diesen überzeugen möchte, sie nach den Sommerferien auf ihr Internat in England zu begleiten. Während Bibi und Tina schnell herausfinden, dass es in Kakmanns Pferdezucht nicht mit rechten Dingen zugeht, steht bald auch ihre Freundschaft auf dem Spiel. Bibi, noch nicht so reif wie Tina, kann die von Sophia ausgehende Gefahr noch nicht richtig einschätzen und muss vor allem lernen, dass man Liebe nicht herbeihexen kann.
Immer wieder geht die Spielhandlung in Gesangsszenen über, die die Charakterisierung der Figuren – von den Helden bis zu den Gegenspielern – unterstützen und somit zur Entwicklung der Geschichte beitragen. Buck inszeniert diese im Stil ausgelassener, meist rasant geschnittener Videoclips und lässt dabei auch comicartige Elemente wie Sprechblasen einfließen. Zweifellos zählen diese Szenen zu den Höhepunkten des Films, weil sie so unbeschwert daherkommen und der typische Buck-Humor sich in diesen frei entfalten kann.
Fans von Bibi jedoch haben es schwer. Ausgerechnet der Rolle der Titelheldin gesteht das Drehbuch keine Entwicklung zu. Dem Gesetz der Serie folgend, muss Bibi die sein und vor allem bleiben, die sie immer ist. Sie bleibt eine leere Identifikationshülle, deren Zaubereien zudem oft fehl am Platz wirken und nicht so recht in diese Jugendwelt passen wollen. Viel interessanter hingegen – und unterhaltsamer – sind die schillernden Schurken. Sophia wird schließlich sogar zur sympathischen Figur, der auch ein kleines Happy End vergönnt ist.
Stefan Stiletto
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