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Ausgabe 92-4/2002

KICK IT LIKE BECKHAM

BEND IT LIKE BECKHAM

KICK IT LIKE BECKHAM

Produktion: Kintop Pictures / Bend it Films / Roc Media / Road Movies; Großbritannien / Deutschland 2002 – Regie: Gurinder Chadha – Buch: Gurinder Chadha, Guljit Bindra, Paul Mayeda Berges – Kamera: Jong Lin – Schnitt: Justin Krish – Musik: Craig Pruess – Darsteller: Parminder Nagra (Jess Bhamra), Keira Knightley (Jules Paxton), Jonathan Rhys-Meyers (Joe), Anupam Kher (Mr. Bhamra), Shaheen Khan (Mrs. Bhamra), Juliet Stevenson (Paula Paxton) u.a. – Länge: 112 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Highlight (35mm) – Altersempfehlung: ab 10 J.

Dass Fußball auf der Leinwand nicht funktioniert, ist ein hartnäckiger Aberglaube in Kinokreisen. Dass es sogar wunderbar funktionieren kann, wenn man den Sport in eine warmherzige Familienkomödie integriert, zeigt die britische Regisseurin Gurindher Chadha in ihrem dritten Film "Bend It Like Beckham".

Die 17-jährige Jess ist eine begeisterte Fußballspielerin und trickst sogar die Jungs im Park locker aus. Eines Tages wird sie von der gleichaltrigen Londonerin Jules entdeckt, die sie für ihr örtliches Damenfußball-Team gewinnt. Die Mädels werden von dem ehrgeizigen Ex-Profi-Kicker Joe trainiert, der die Elf unbedingt zum Erfolg führen will. Jess muss jedoch schon bald heimlich trainieren, weil ihre traditionsbewussten indischen Eltern diese sportlichen Aktivitäten untersagen. Nach ihrem Willen soll Jess eine adrette brave Jura-Studentin werden. Die Lage spitzt sich zu, als sich Jess und Jules in Joe verlieben. Und ausgerechnet als ein amerikanischer Talentsucher seinen Besuch bei einem wichtigen Spiel angekündigt hat, muss Jess zu Hause bleiben, um an der Hochzeit ihrer Schwester teilzunehmen.

Schon mit dem britischen Sozialdrama "Bhaji on the Beach" und der amerikanischen Produktion "What's Cooking?" hat die indischstämmige Regisseurin gezeigt, dass sie die Integrationsprobleme von ethnischen Minderheiten in westlichen Gesellschaften mit einem vorzüglichen Sinn für Humor zu spannenden Kinoerlebnissen verschmelzen kann. In ihrem dritten Film gelingt es ihr besonders gut, die Denkschablonen und Vorurteile der indischen Familie zu karikieren, ohne jedoch in billige Häme zu verfallen. Bei aller Kritik an überkommenen Vorstellungen schimmert immer die Sympathie für die fürsorgliche Liebe der Eltern zu ihren Töchtern durch, die in der britischen Gegenwart nach einem eigenen, selbst bestimmten Weg jenseits von arrangierten Ehen suchen.

Mit der attraktiven Debütantin Parminder Nagra, der erfahrenen Keira Knightley ("The Hole") als toughe Blondine und dem agilen Jonathan Rhys Meyers als Trainer hat die Regisseurin exzellente Hauptdarsteller besetzt, zwischen denen die Funken sofort überspringen. Humoristische Glanzpunkte setzt zudem die britische Schauspielerin Juliet Stevenson als Jules' betont feminine Mutter, die ihre Tochter irrtümlich für eine Lesbe hält. Dass eine zappelige Steady-Kamera und ein rasanter Schnitt kaum verbergen können, dass die Darstellerinnen den Ball nicht beherrschen, verzeiht man dieser leichtfüßigen Komödie gerne, wird doch dieses Manko durch witzige Dialoge und eine ausgelassene Fröhlichkeit bei den indischen Festen locker wettgemacht.

Reinhard Kleber

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.KICK IT LIKE BECKHAM im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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Ausgabe 92-4/2002

 

Filmbesprechungen

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Interviews

Hailer, Thomas - "Ich bin ein absoluter Fan des Kinderfilmfestes"| Hattop, Karola und Heinrich Schafmeister - "Die Produktion hat mir viele Türen aufgehalten"| Seth, Gaurav - "In dem Film stecken eine Menge eigener Gefühle"| Starost, Antje und Hans-Helmut Grotjahn - "Es ist wie ein Zeitsprung"|


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