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Ausgabe 86-2/2001

RUSHMORE

Produktion: American Empirical / Touchstone / Walt Disney; USA 2000 – Regie: Wes Anderson – Buch: Wes Anderson, Owen C. Wilson – Kamera: Robert D. Yeoman – Schnitt: David Moritz – Musik: Mark Mothersbaugh, Pete Townsend – Darsteller: Jason Schwartzman (Max Fisher), Bill Murray (Herman Blume), Olivia Williams (Rosemary Cross), Seymour Cassel (Bert Fisher), Brian Cox (Dr. Guggenheim) u. a. – Länge: 93 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Movienet (35mm) – Alterseignung: ab 12 J.

Mit über zweijähriger Verspätung kommt nun endlich "Rushmore", der zweite lange Film des US-Nachwuchsregisseurs Wes Anderson, in die deutschen Kinos. Trotz Anklängen an den Filmklassiker "Die Reifeprüfung" findet Anderson in seiner leisen Tragikomödie über einen quirligen Schüler in Liebesnöten rasch einen eigenen ironisch-hintergründigen Ton.

Der 15-jährige Max ist ein Tausendsassa: Seine Leistungen an der Eliteschule Rushmore sind ziemlich mies, aber dafür engagiert er sich in immer neuen Kursen und Arbeitskreisen. Als er sich in die jung verwitwete Lehrerin Mrs. Cross verknallt, bittet er seinen reichen Gönner Mr. Blume um Hilfe. Doch der Millionär verliebt sich selbst in die spröde Schönheit. Max rächt sich auf bösartige Weise an Blume, der mit gleicher Münze zurückzahlt. Erst nachdem Max von der Schule geflogen ist und Blumes Ehe in die Brüche gegangen ist, scheinen beide zur Besinnung zu kommen.

Erfreulicherweise vermeiden Anderson und sein Koautor Owen C. Wilson, der zuletzt in dem Thriller "The Minus Man" auch sein schauspielerisches Talent bewiesen hat, weitgehend die Plattitüden gängiger amerikanischer Pennälerfilme. Andererseits grenzt sich Anderson, der mit der Komödie "Bottle Rocket" eine bemerkenswerte Visitenkarte abgegeben hat, vom Märchenton des Überraschungserfolgs "Good Will Hunting" über einen genialen Jung-Mathematiker durch seine skurrilen Einfälle und die zuweilen exzentrische Typenkomik ab.

Eine beachtliche Leistung zeigt der Newcomer Jason Schwartzman – ein Neffe des Starregisseurs Francis Ford Coppola –, der mit einem gut aufgelegten Bill Murray wacker mithält. Angesichts des hohen Schmunzelfaktors lassen sich einige Längen und Ungereimtheiten im Skript des amüsanten Pubertätsdramas leicht verschmerzen.

Reinhard Kleber

 

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Ausgabe 86-2/2001

 

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