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Ausgabe 114-2/2008

UNSERE ERDE

UNSERE ERDE

Produktion: Greenlight / BBC; Großbritannien / Deutschland 2007 – Regie: Alastair Fothergill, Mark Linfield – Buch: Alastair Fothergill, Mark Linfield, Leslie Megahery – Kamera: Richard Brooks Burton, Andrew Shilabeer – Schnitt: Martin Elsbury – Musik: George Fenton – Länge: 96 Min. – Farbe – Verleih: Universum – Altersempfehlung: ab 12 J.

Zuweilen behaupten wir leichtfertig, bereits alles über unseren Planeten zu wissen, alles schon irgendwie einmal gesehen zu haben. Doch die einzigartige Naturdokumentation "Unsere Erde", die auf der preisgekrönten BBC-Serie basiert, belehrt uns eines Besseren. Das Filme machende Duo Alastair Fothergill, gelernter Zoologe, und Mark Linfield beginnt seine Reise über die Kontinente am Nordpol, mit einer Eisbärenmama, die gerade gemeinsam mit ihren beiden putzigen Nachkommen aus dem Winterschlaf erwacht ist und auf Nahrungssuche geht. Sie muss sich beeilen – erklärt uns der Off-Sprecher (in der deutschen Fassung ist dies der Schauspieler Ulrich Tukur) – denn bald kommt der Sommer, dann schmilzt die Eisdecke auf dem Meer und die Raubtiere können nicht mehr auf Robbenjagd gehen ...

Fortan bewegen wir uns schrittweise nach Süden, in wärmere Gefilde, und werden mit Bildern von der Schönheit unserer Fauna und Flora förmlich erschlagen. Sei es die Wanderung Tausender von Karibus auf Nahrungssuche, das Balzen des lustigen Paradiesvogels um ein reichlich desinteressiertes Weibchen oder das linkische Durchs-Wasser-Tapsen von Pavianen, die für das kühle Nass keineswegs geboren zu sein scheinen – man kommt aus dem Staunen und zuweilen auch Schmunzeln kaum heraus. Dann wiederum werden wir mit den brutalen Gesetzen von Jägern und Gejagten konfrontiert. Hungrige Wölfe hetzen ein Jungtier so lange, bis es ins Stolpern gerät, ein pfeilschneller Gepard hat sich eine Gazelle als Opfer ausgesucht und ein 20 Tiere starkes Rudel Löwen macht sich in der Nacht über einen ausgewachsenen Elefanten her. Natürlich wird, bevor es zum eigentlichen Tötungsakt kommt, sanft weggeblendet, das Thema gewechselt. Dennoch wird das alltägliche Fressen und Gefressenwerden transparent gemacht.

Schließlich landet die Dokumentation nach einem wunderbaren Ausflug in die Weltmeere an der Seite eines Buckelwals und seines Babys wieder hoch oben, am Nordpol. Dort geht Gevatter Eisbär gerade auf Robbenjagd. Doch er schafft es nicht, Beute zu machen. Der Grund: Er hat nur auf einer Eisdecke, die sein Gewicht trägt, eine Chance. Weil diese aber durch die globale Erderwärmung nicht mehr existiert, muss das Tier jämmerlich verhungern. So bekommt am Schluss der Mensch doch noch sein Fett ab. Sanft, aber bestimmt werden wir darauf hingewiesen, dass wir für das Schicksal unserer Erde verantwortlich sind und es an uns liegt, die drohende Klimakatastrophe und die damit verbundenen verheerenden Folgen zu verhindern ...

Trotz des mahnenden Zeigefingers überwiegen jedoch der Spaßfaktor und die Begeisterung, die man in und mit der Natur haben kann. Und man spürt es in jeder Einstellung, dass bei dieser Doku keine Kosten und Mühen gescheut wurden: 200 Drehorte wurden besucht, fünf Jahre lang produziert, 250 Tage Luftaufnahmen gemacht und 1000 Stunden Material gedreht. Insgesamt verbrachte das Regie-Duo 4500 Tage in freier Natur und verbrauchte ein Budget von 45 Millionen Dollar. Eine hübsche Summe hat "Unsere Erde" allerdings allein in Deutschland schon wieder eingespielt. Denn inzwischen haben schon mehr als 2,5 Millionen hierzulande den Film gesehen, was ihn zur erfolgreichsten Naturdokumentation aller Zeiten macht.

Thomas Lassonczyk

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.UNSERE ERDE im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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Ausgabe 114-2/2008

 

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