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Ausgabe 134-2/2013

BELIEVE

Bild: BELIEVE
© Intandemfilms

Produktion: Bill and Ben Productions / Wachafilm; Großbritannien 2013 – Regie: David Scheinmann – Buch: Massimiliano Durante, Carmelo Pennisi, David Scheinmann – Kamera: Gary Shaw – Schnitt: Julian Rodd – Musik: Christian Henson – Darsteller: Brian Cox (Matt Busby) Natascha McElhone (Erica Gallagher), Toby Stephens (Dr. Farquar), Philip Jackson (Bob), Jack Smith (Georgie Gallagher), Anne Reid (Jean Busby) u. a. – Länge: 95 Min. – Farbe – Weltvertrieb: www.intandemfilms.com – Altersempfehlung: ab 8 J.

Ältere Fußballfans können sich daran natürlich noch erinnern und die jüngeren kennen die Geschichte aus den Annalen der Fußballhistorie: 1958 stürzte in München das Flugzeug ab, in dem die hoffnungsvolle junge Mannschaft Manchester United saß, die "BusyBabes". Acht der vielversprechenden Spieler sterben, einer der wenigen Überlebenden ist der Manager Sir Matt Busby. Er hatte seit 1945 den Club zügig nach vorne gebracht und nach dem Unglück schuf er eine neue Mannschaft und managte diese bis 1969. Eine außergewöhnlich lange und tragische Karriere, die von dem triumphalen Wiederaufstieg des Teams bis zum Sieg des Europa-Cup zehn Jahre nach dem Absturz geprägt wurde. Das ist der Hintergrund, vor dem sich die Geschichte des Films im Jahr 1984 abspielt. Zunächst begleiten wir den 11-jährigen Georgie, einen fanatischen kleinen Fußballer, der im sozial schwachen Milieu versucht, sich über den  Fußball Anerkennung zu verschaffen. Aber er ist nicht nur gut im Kicken, sondern auch klug und kann – wenn er die Prüfung schafft – kostenlos auf die weiterführende Eliteschule gehen, aber dafür heißt es noch viel büffeln. Dummerweise gibt es zeitgleich zur Prüfung einen Wettbewerb der besten Fußball-Jugendmannschaften in Manchester, und das stürzt Georgie in einen tiefen Gewissenskonflikt. Soll er seiner Mutter gehorchen und lernen oder mit seinem Team trainieren für den Sieg? Hier nun taucht der legendäre Manchester-Manager Matt Busby auf, den Georgie nicht kennt, und nimmt sich der jungen Fußballhorde an. Insofern erzählt "Believe" das Leben Busbys weiter. Der Film arbeitet mit sparsamen Rückblenden aus dessen Leben, um die Motivation zu erklären, warum ein pensionierter alter Mann, souverän dargestellt  von Brian Cox, sich nochmals auf das Abenteuer einlässt, mit Kindern zu arbeiten. Er wird zum Mentor von Georgie, dessen Konflikt er nachvollziehen kann und versucht, mit ihm und seiner Mutter praktikable Lösungen zu finden.

Einerseits ist die Filmhandlung relativ schnell vorhersehbar, anderseits  folgt die Dramaturgie einem spannend inszenierten Handlungsbogen, so dass wir gern dem unausweichlich positiven Ende entgegenfiebern. Denn hier wird auf hohem Niveau Fußball gespielt und auf hohem Niveau ein Genre bedient, das davon lebt, dass die Schauspieler den Sport auch wirklich beherrschen. Alle Protagonisten sind auch im richtigen Leben junge Fußballhelden und dadurch sind die Spiele richtig spannend anzusehen. Was kameratechnisch nie einfach ist – komplizierte Spielzüge auf dem Platz zu verfolgen –, gelingt hier außergewöhnlich gut, da die Kinder professionell mit dem Ball zaubern können und nichts getrickst werden musste. Die Bilder reißen uns mit in ein wahres Fußballfieber! Neben den wichtigen sportlichen Fragen geht der Regisseur David Scheinmann auch sozialkritischen Themen nach und hat die Story ganz bewusst im ärmeren Viertel von Manchester angesiedelt, um zu zeigen, dass Fußball eine ganz wesentliche Rolle in den Karrieren der benachteiligten Kinder spielt und gleichzeitig eine Möglichkeit bietet, an den gesellschaftlichen Aufstiegschancen zu partizipieren.

Katrin Hoffmann

 

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Ausgabe 134-2/2013

 

Inhalt der Print-Ausgabe 134-2/2013|

Filmbesprechungen

BABY BLUES| BELIEVE| BERLIN – ECKE BUNDESPLATZ| CAMERA OBSCURA| CAPTURING DAD| DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ| GINGER & ROSA| HANNI & NANNI 3| INUK| JIN| NEMEZ| NORDSTRAND| OSTWIND| PUPPE| DIE RAKETE| STAUDAMM| THE WEIGHT OF ELEPHANTS| TROMMELBAUCH| WEIL ICH SCHÖNER BIN| ZICKZACKKIND|

Interviews

Bal, Vincent - "Es ist wie bei einem Kaleidoskop – es gibt viele Facetten und in jeder Geschichte stecken immer noch andere Geschichten"| Dupont-Geisselmann, Alexandre, und Reno Koppe - "Gegen den Werbedruck der Blockbuster kommen wir nicht an"| Mordaunt, Kim - "Wir waren fasziniert von der Lebensfreude und Energie"| Roslaniec, Kasia - "Menschen sind offensichtlich austauschbar"| Westmeier, Inigo - "Man sieht quasi nur rote Punkte!"|

Hintergrundartikel

Für Egon Schlegel|


KJK-Ausgabe 134/2013

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