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Ausgabe 100-4/2004

DIE KÜHE SIND LOS

HOME ON THE RANGE

Produktion: Walt Disney Pictures; USA 2004 – Regie und Buch: Will Finn, John Sanford – Musik: Alan Menken – Sprecher der dt. Fassung: Hella von Sinnen (Maggie), Marie Bäumer (Grace), Christiane Hörbiger (Mrs. Calloway), Beni Weber (Buck), Wladimir Klitschko (Boris), Vitali Klitschko (Noris) Hartmut Neugebauer (Alameda Slim), Thomas Piper (Rusty), Oliver Stritzel (Rico) – Länge: 77 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Buena Vista – Altersempfehlung: ab 8 J.

Will Finn und John Sanford waren 25 bzw. 11 Jahre im Story Department der Disney-Trickfilmstudios tätig, ehe sie mit diesem Film ihr gemeinsames Regiedebüt erleben durften. Für den 45. abendfüllenden Spielfilm aus dem Hause Disney haben sie sich in den wilden Westen begeben und erzählen ihre Geschichte aus der Sicht der Kühe, die hier den Menschen hilfreich zur Seite stehen.

Auf der Farm "Patch of Heaven" geht es recht friedlich zu, abgesehen von dem streitsüchtigen Ziegenbock Jeb. Aber eines Tages kommt eine Kuh in den Stall, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden ist. Die vornehme Kuh, Mrs. Calloway, ist über die neue Kollegin Maggie, die aus dem Notverkauf eines gepfändeten Farmers stammt, gar nicht erbaut. Das ändert sich auch erst nach und nach im Verlauf der Geschichte. Denn nachdem Maggie schon einmal eine Versteigerung miterlebt hat, droht ihr nun auf "Patch of Heaven" das gleiche Schicksal. Farmerin Pearl ist der Bank nämlich 750 Dollar schuldig. Die ließen sich besorgen, wenn man nur des gemeinen Viehdiebes Alameda Slim habhaft werden könnte. Gegen den Widerstand von Mrs. Calloway organisiert Maggie die Jagd auf Alameda Slim. Aber die ist gar nicht so einfach, wie sich die Kühe das zunächst gedacht haben, denn sie müssen mit einer plötzlichen Springflut und anderen Problemen fertig werden, ehe sie dann sogar noch in den Bann Alameda Slims geraten, der die Viehherden mit seinem Jodeln immer so betört, dass sie sich willenlos entführen lassen.

Aber schließlich befreien sie sich aus dem Bann des jodelnden Schurken, verstopfen sich die Ohren und kehren den Spieß um. Nach einer rasanten Fahrt durch das Versteck des Oberschurken geht es mit einer Lokomotive Richtung Heimatfarm. In letzter Sekunde wird die Farm erreicht und zu aller Überraschung der Mann, der alle beraubten Farmen aufgekauft hat, als der ruchlose Schurke Alameda Slim enttarnt. Damit ist die Belohnung fällig und die Farm gerettet.

Das klingt alles eigentlich recht simpel, ist aber geschickt und flott inszeniert und mit vielen Überraschungen gespickt, so dass man als Zuschauer sein helles Vergnügen hat. Der Film hat ein paar schrille, schräge Seiten, aber das zeigt die Modernität dieser nur vom Thema her scheinbar alten Geschichte. Köstlich ist in diesem Fall auch die Synchronisation, die nur so von prominenten Sprechern strotzt. Der Zuschauer wird bei diesem Film emotional nicht so gestresst wie bei manchem anderen Disney-Film, in denen Löwenkinder ihren Vater oder ein Rehkitz seine Mutter verliert. "Die Kühe sind los" ist schlicht und einfach Unterhaltung und als solche ist der Film gelungen. Wer will, kann vielleicht sogar den einen oder anderen tiefsinnigen Gedanken in diesem Abgesang auf den herzensguten, singenden und jodelnden Cowboy von einst entdecken. Kurz gesagt, ein perfekt gemachter, flott inszenierter, rasanter und manchmal grellbunter Film, bei dem man gut unterhalten wird. Ab 8 durchaus verständlich und zu empfehlen.

Wolfgang J. Fuchs

 

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Ausgabe 100-4/2004

 

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Interviews

Payer, Peter - "Ich fand die Geschichte von drei Generationen, die in einem Haus leben, sehr reizvoll"| Schneider, Wolfgang - Kulturelle Bildung ist nicht Event-Kultur|

Hintergrundartikel

Keine Mauerspechte, aber Brückenbauer| "Die Blindgänger"| "Das Geheimnis der Frösche"|

Kinder-Film-Kritiken

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