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Ausgabe 140-4/2014

DIE VAMPIRSCHWESTERN 2

Bild: DIE VAMPIRSCHWESTERN 2
© Sony Pictures

Produktion: Claussen Wöbke Putz Filmproduktion; Deutschland 2014 – Regie: Wolfgang Groos – Buch: Ursula Berger, nach der gleichnamigen Buchvorlage von Franziska Gehm – Kamera: Armin Golisano – Schnitt: Stefan Essl – Musik: Helmut Zerlett – Darsteller: Marta Martin (Silvania Tepes), Laura Roge (Dakaria Tepes), Christiane Paul (Elvira Tepes), Stipe Erçeg (Mihai Tepes), Michael Kessler (Dirk Van Kombast), Richy Müller (Ali Bin Schick) – Länge: 94 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Sony Pictures – Altersempfehlung: ab 8 J.

Verpackt man den Vampirfilm in eine auf (weibliche) Teenager zugeschnittene Fantasy-Komödie, dann kann dieses Genre sogar im Gewande einer rein deutschen Produktion hierzulande an der Kinokasse reüssieren. Zum Jahreswechsel 2013/14 ist dies den "Vampirschwestern" mit über 900.000 Besuchern hervorragend gelungen. Nur gut neun Monate später folgt auch schon die Fortsetzung, und hier stehen die Zeichen ebenfalls auf Erfolg, wurde doch am Winning Team nahezu nichts geändert. Erneut hat Wolfgang Groos (aktuelles Projekt: "„Rico, Oskar und das Herzgebreche") ein Drehbuch von Ursula Gruber nach den Bestsellern von Franziska Gehm inszeniert. Und auch vor der Kamera tummelt sich das Stammensemble um die beiden nicht nur optisch äußerst unterschiedlichen Zwillingsschwestern und Halbvampirinnen Silvania (blond, putzig und schüchtern) und Dakaria (schwarz, rebellisch, mutig) sowie deren Eltern, dem von Stipe Erceg oberlässig und herrlich gruftig gegebenen Mihai Tepes und der immer mehr zur Mutti der Nation mutierenden Christiane Paul ("Eltern", "Doktorspiele", "Lola auf der Erbse" …) als Elvira.

Die Handlung dreht sich dieses Mal dem Alter der Mädchen entsprechend um erste Liebe und Schwärmereien, aber auch um Gefahren. Als sich Dakaria nämlich mit Murdo (Tim Oliver Schulz als Kaulitz-Klon), dem charismatischen Lead-Sänger der Vampir-Band Krypton Krax, einlässt, ruft das den fiesen Fürsten der Finsternis Xantor auf den Plan, der die ahnungslosen Teens zu seinen Dienerinnen machen will. Diesen Part spielt der Österreicher Georg Friedrich mit viel Hang zum Animalischen, Absurden und Lächerlichen. Er ist darstellerisch ebenso ein absoluter Gewinn wie Comedian Michael Kessler, der als unverbesserlicher Vampirjäger van Kombast genussvoll in jedes Fettnäpfchen tritt und auf jeder Bananenschale ausrutscht, um schließlich in den Armen von "Doctor’s Diary"-Blondine Diana Amft als liebestoller Krankenschwester Ursula zu einem besseren Mensch zu werden. Der Spaß steht also einmal mehr Vordergrund, Action ist eher Mangelware, die Effekte bei den Flugsequenzen bleiben maximal Durchschnitt und die als Haustiere gehaltenen Blutegelschleimtiere, die optisch ihrem Ekel-Namen alle Ehre machen, sind nicht mehr als eine kleine Fantasy-Randnotiz. Dem stehen allerdings Wortwitz und Situationskomik, ein peppiger Ohrwurm-Soundtrack und viel fledermausflauschige Lagerfeuer-Romantik auf der Habenseite gegenüber.

Thomas Lassonczyk

 

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Ausgabe 140-4/2014

 

Inhalt der Print-Ausgabe 140-4/2014|

Filmbesprechungen

ACHTZEHN – WAGNIS LEBEN| DIE BIENE MAJA| EIN BRIEF AN MOMO| EINIGE TAGE OHNE MUSIK| JACK| DER JUNGE SIYAR| DER KLEINE MEDICUS – BODYNAUTEN AUF GEHEIMER MISSION IM KÖRPER| DER KLEINE NICK MACHT FERIEN| LAND DER WUNDER| DIE LANGEN HELLEN TAGE| LOLA AUF DER ERBSE| SHANA – THE WOLF’S MUSIC| TABLEAU NOIR – EINE ZWERGSCHULE IN DEN BERGEN| DIE VAMPIRSCHWESTERN 2|

Interviews

Agthe, Arend - „Beim Kinderfilm ist jeder Konflikt, der erzählt wird, existenziell“| Berger, Edward - „Der deutsche Film sollte seinen Blick deutlich mehr auf das Drama des Alltäglichen lenken“| Budweg, Philipp - Stoffe entwickeln, Regisseure wählen, bei der Besetzung mitreden und Geld einsammeln| Jacusso, Nino - „Als Filmschaffender sehe ich meine Aufgabe als Brückenbauer“| König, Ingelore - Kinderfilm GmbH stellt den ersten "besonderen Kinderfilm" her| Kramer, Andreas - „Kinder sollen im Kino für den Film sozialisiert werden“| Verhoeven, Michael - „Die Serie wäre so nicht gemacht worden, wenn in den Redaktionen so gedacht worden wäre wie in der Gesellschaft“|

Filme in der Diskussion

Krempoli - Ein Platz für wilde Kinder|

Hintergrundartikel

Quatsch und die Nasenbärbande| Rico, Oskar und die Tieferschatten| Neues Projekt: Jugend Filmjury der FBW|

Kinder-Film-Kritiken

Filmauswahl "Lucas 2014"|


KJK-Ausgabe 140/2014

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