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Ausgabe 74-2/1998

AIR BUD – CHAMPION AUF VIER PFOTEN

Produktion: Keystone Entertainment / CLT Ufa International; USA 1996 – Regie: Charles Martin Smith – Buch: Paul Tamasy, Aaron Mendelsohn – Kamera: Mike Southon – Schnitt: Alison Grace – Musik: Brahm Wenger – Darsteller: Michael Jeter (Norm Snively), Kevin Zegers (Josh Framm), Wendy Makkena (Jackie Framm), Bill Cobbs (Arthur Chaney), Erich Christmas (Richter Cranfield) – Länge: 97 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Kinowelt (35mm) – Alterseignung: ab 8 J.

Als der elfjährige Josh seinen geliebten Vater verliert, verordnet seine Mutter Tapetenwechsel und zieht in das Kleinstädtchen Fernfield. Doch die neue Umgebung hat auf den Jungen nicht die gewünschte Wirkung; er leidet nach wie vor unter dem Verlust, findet keinen Anschluss bei seinen Schulkameraden und entspannt sich nur beim Basketballspiel in einem verfallenen Garten. Dort findet er eines Tages einen streunenden Golden Retriever, der sich als begnadeter Mitspieler erweist. Josh darf den Hund behalten und gewinnt im Umgang mit dem Tier genügend Selbstvertrauen, um sich bald auch mit menschlichen Spielern zu messen. Die Talente seines vierbeinigen Begleiters bleiben dem Trainer der Schulmannschaft allerdings auch nicht verborgen, und Buddy wird zum stadtbekannten Maskottchen der Nachwuchsspieler. Was wiederum seinen früheren Besitzer auf den Plan ruft, der jetzt gern selbst aus Buddys Fähigkeiten Kapital schlagen möchte – und nur durch das wahrhaft salomonische Urteil des örtlichen Richters aus dem Feld geschlagen werden kann.

Die Geschichte von "Air Bud" hat einen wahren Kern – der "Darsteller" des Golden Retrievers Bud ist tatsächlich ein zugelaufener Streuner mit erstaunlichem Ballgespür – und sie zeigt ihre Stärken immer dann, wenn sie in der Nähe dieses Kerns bleibt. Doch muss den Autoren Paul Tamasy und Aaron Mendelsohn dabei der gewisse Schuss Hollywood gefehlt haben, und so haben sie mit den Konflikten um den verstorbenen Vater und den früheren Hundebesitzer für zusätzliche Spannung gesorgt, die dem Film genau diese Stärke immer wieder nimmt. Was dank des hervorragenden Hauptdarstellers Kevin Zegers und einer über weite Strecken einfühlsamen Regie ein wunderbarer Film über die Selbstfindung eines einsamen Jugendlichen hätte sein können, kippt durch überzogene Slapstick-Einlagen und sichtlich aufgepfropfte Verwicklungen immer wieder in das ab, was im schlimmsten Sinne des Wortes "typisch amerikanisch" ist und bleibt trotz der guten Ansätze bestenfalls durchschnittliche Familienunterhaltung.

Bärbel Schnell

 

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Ausgabe 74-2/1998

 

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