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Ausgabe 58-2/1994

PUMUCKL UND DER BLAUE KLABAUTER

Produktion: Infafilm / Videofox / Bayerischer Rundfunk, Deutschland / Ungarn 1993 – Regie: Alfred Deutsch, Horst Schier – Buch: Horst Pillau – Kamera: Horst Schier – Schnitt: Nina Ott – Musik: Fritz Muschler – Darsteller: Gustl Bayrhammer, Towje Kleiner, Carin C. Tietze, Heinz Eckner, Enzi Fuchs – Länge: 86 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Buena Vista (35mm) – Altersempfehlung: ab 6 J.

"Hurra, hurra, der Kobold mit dem roten Haar, hurra, hurra, der Pumuckl ist da" – Seit 1963, als die Münchnerin Ellis Kaut den lustigen Kobold als Hörspielfigur erfand, hat sich diese Erkennungsmelodie in den Köpfen von Millionen Kindern festgesetzt. Später eroberte der kleine Rotschopf, der nur für seinen Freund, den Schreinermeister Eder, sichtbar war, auch die Herzen der kleinen TV- und Kinozuschauer. Nun ist er nach langer Abstinenz, genauer gesagt, seit 1980, wieder auf der Leinwand zu sehen: Angelockt von dem Versprechen des blauen Klabauters, ihm das Zaubern beizubringen, verlässt er seinen väterlichen Freund und fährt mit einem Donau-Schiff in Richtung Schwarzes Meer. Mit Hilfe seines neuen Freundes, des Schiffskoches, überlistet er schließlich seinen Artgenossen, der ihn linken wollte und kehrt schließlich reumütig nach Hause zurück – nicht ohne auf dem Schiff einiges Chaos veranstaltet zu haben.

"Pumuckl und der blaue Klabauter", diese in jeder Hinsicht "hausbackene" Mischung aus Real- und Zeichentrickfilm, ist genau die richtige Unterhaltung für den allerjüngsten Kinonachwuchs. Ohne Hektik und Gewalt werden hier die Abenteuer und Streiche des kleinen Rotschopfs in eine schlichte Handlung, die ein wenig – damit auch die erwachsenen Begleiter der jungen Kinobesucher auf ihre Kosten kommen – an "Traumschiff-Romantik" erinnert, eingebettet. Das ist optisch zwar wenig aufregend aufgearbeitet, das Buch übt sich eher in Moral als in Originalität, und die beiden Regisseure sind auch nicht gerade die Inspiriertesten – aber unter dem Strich bleibt doch eine sympathische, kindgerechte Unterhaltung übrig. Das liegt vor allem an dem unvergessenen Volksschauspieler Gustl Bayrhammer, der hier in seiner letzten Rolle zu sehen ist, und dem viel zu selten im deutschen Film eingesetzten Towje Kleiner, der aus seinem Schiffskoch mehr herausholt, als das einfallslose Drehbuch ihm eigentlich gestattet. Und natürlich ist da auch noch das unverkennbare "Pumuckl-Wahrzeichen": die krächzende, piepsende Stimme von Hans Clarin, der sich seit 30 Jahren als pfiffiger Kobold mit seinen manchmal respektlosen, dann aber auch wieder lehrreichen Lebensweisheiten in die Herzen der Kinder spricht.

Rolf-Rüdiger Hamacher

 

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Ausgabe 58-2/1994

 

Filmbesprechungen

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Interviews

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KJK-Ausgabe 58/1994

 

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