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Ausgabe 59-3/1994

THE FLINTSTONES – DIE FAMILIE FEUERSTEIN

Produktion: Bruce Cohen/Amblin, USA 1994 – Regie: Brian Levant – Buch: Tom S. Parker, Jim Jennewein, Steven E. de Souza – Kamera: Dean Cundey – Musik: David Newman – Darsteller: John Goodman, Elizabeth Perkins, Rick Moranis, Rosie O'Donnell, Kyle MacLachlan, Elizabeth Taylor – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: UIP (35mm)

Da sind sie nun alle, dreidimensional, lebensecht, wie zum Anfassen: Betonkopf Fred Feuerstein, sein angetrauter Hausdrache Wilma, Barney und Betty Geröllheimer, mit weichem Herzen auf dem steinigen Pfad des Lebens unterwegs, Pearl, die Perle von einer Schwiegermutter, die kleinen Monster Pebbles und Bamm-Bamm und zahllose "vorsintflutliche" Haushaltsgeräte.

"Die Firma" als Familiensatire, so könnte man die erste Realfilmepisode des Zeichentrick-Klassikers überschreiben, und damit ist gesagt, dass das Drehbuch auch diesmal nicht für Kinder geschrieben wurde. Nach verschiedenen anderen Genres wird diesmal der Industrie-Thriller aufs komische Korn genommen: Unbedarfter Angestellter (in diesem Fall Fred F.) wird als Strohmann in leitende Position versetzt und unterschreibt ahnungslos zahlreiche folgenschwere Dokumente, die ihm die ganze Welt zum Feind machen, bevor er schließlich alles wieder zum Guten wenden kann und obendrein mit einer Zufalls-Erfindung das große Los zieht. Diese uralte Geschichte ist von "Ein Hund namens Beethoven"-Regisseur Brian Levant schleppend inszeniert, und das ist umso trauriger, als ihm ein Ensemble ausgesuchter Darsteller zur Verfügung stand. Elizabeth Taylor erledigt die giftige Schwiegermutter zwar professionell mit links, doch unter ihren Kollegen macht höchstens noch "Dino as himself" nicht den Eindruck, als erledige er eine Pflichtübung.

Die dennoch vorhandenen Gags passieren bei den "Flintstones" niemals im Vordergrund. Der Witz liegt hier im Detail: Im Wiedererkennungseffekt der Figuren, der Urzeit-Haustiere, der fußbetriebenen Fortbewegungsmittel, der prä-elektrischen Haushaltsgeräte – die Ausstatter haben ein hinreißendes Kunststückchen vollbracht. Oder in gelegentlichen gelungenen Verbal-Pointen am Rande: "Verehrte Fluggäste, wenn wir die Wolkendecke durchbrechen, werden Sie den Grand Canyon sehen – in 15 Millionen Jahren." Doch alles, was sich zwischen den zwei Dutzend Lachern abspielt, ist gähnende Langeweile. Für Kinder, weil sie nicht verstehen werden, was daran komisch ist, dass Freds Sekretärin Sharon Stone heißt – und für Erwachsene, weil der parodistische Ansatz in der Stereotype stecken geblieben und das Ergebnis einfach allzu harmlos geraten ist.

Bärbel Schnell

 

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