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Ausgabe 113-1/2008

KLEINER DODO

KLEINER DODO

Produktion: Rothkirch Cartoon Film / Warner Bros. Germany / Mabo Filmproduktion / Comet Film; Deutschland 2007 – Regie: Ute von Münchow-Pohl, Thilo Graf Rothkirch – Buch: Michael Mädel, Ute von Münchow-Pohl, Rolf Giesen, Alberto Campos, Thilo Graf Rothkirch – Musik: Henning Lohner – Länge: 75 Min. – Farbe – FSK: o. A. – FBW: besonders wertvoll – Verleih: Warner Bros. – Altersempfehlung: ab 6 J.

Es gibt Kinderbücher, die auch Erwachsene sofort in ihren Bann ziehen. Durch ihre sympathische Hauptfigur, ihre fantastischen Zeichnungen, ihren einfachen, aber prägnanten Text. All dies trifft in hohem Maße auf das Äffchen Dodo zu, das sich der holländische Illustrator Hans De Beer für seine Reihe "Kleiner Dodo, was spielst du?" ausgedacht hat. Von ihm stammt auch Lars, von dem inzwischen acht Bilderbuchbände existieren. 2001 eroberte der unter dem Titel "Der kleine Eisbär" die Leinwand. Mitverantwortlich für den gigantischen Kassenerfolg war damals Thilo Graf Rothkirch, der auch dieses Mal Regie führt – gemeinsam mit Ute von Münchow-Pohl, die bereits die TV-Serie verantwortete.

"Kleiner Dodo" ist so etwas wie das Prequel zu jenen Fernsehepisoden und erzählt von dem frechen, sehr neugierigen Orang-Utan-Jungen Dodo, der eines Tages bei seinen Streifzügen durch den Dschungel ein "Dingsbums" findet. Dieses Dingsbums entpuppt sich nach näherer Analyse des etwas schrulligen, aber weit gereisten Orang-Utan-Männchens Darwin als Musikinstrument namens Geige. Weil aber Dodos gestrenge Eltern, deren Motto lautet: "Lockt der Boden auch zum Toben – kleine Affen bleiben oben", ihm den Umgang mit dem seltsamen Darwin und allen Menschensachen strikt verbieten, muss das kleine Äffchen eben heimlich den Außenseiter in dessen Höhle besuchen und dort Geige spielen üben. Das ist auch bitter nötig, denn die schiefen Töne, die Dodo aus dem Instrument herauspresst, bringen den ganzen Urwald, der sowieso schon unter einer schlimmen Dürreperiode leidet, in Aufruhr – Nashornmädchen Patna und Krokodil Arnold inbegriffen. Doch Dodo, der nichts so sehr liebt wie die Geräusche des Dschungels nachzuahmen, lernt schnell und schon bald entlockt er der Geige wunderbare Harmonien, die sogar den lange ersehnten Regen heraufbeschwören ...

"Kleiner Dodo", entstanden in der Berliner Produktionsfirma Cartoon-Film ("Lauras Stern", "Tobias Totz und sein Löwe") ist liebevolles, überwiegend handgemachtes 2D-Kino, das zum einen De Beers Zeichnungen in jeder Hinsicht gerecht wird, zum anderen aber auch die Figuren für die Leinwand weiterentwickelt und eine abendfüllende Geschichte erzählt. Hinzu kommen noch vortrefflich agierende Synchronsprecher – Rick Kavanian als gefräßig-tumbes Krokodil, Mario Adorf als weiser Darwin und insbesondere der erst neunjährige Sandro Iannotta (der Bruder des "Wilden Kerls" Kevin alias Joschka wird demnächst auch im fünften Teil der Wilde-Kerle-Reihe zu sehen sein) als Dodo – und virtuose Musik, die teilweise vom Jazz-Geiger Valentin Gregor stammt, der es vermag, selbst die falschen Töne zu treffen. Fazit: Ein (Kinder-)Film mit viel Wärme, Witz und Lebensfreude.

Thomas Lassonczyk

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 113-1/2008 - Interview - "Wir können stringenter produzieren, wenn alles in einer Hand bleibt"

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.KLEINER DODO im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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Ausgabe 113-1/2008

 

Inhalt der Print-Ausgabe 113-1/2008|

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Interviews

Barnsteiner, Eduard - "Nur selten finde ich einen Film, den ich ins Kino bringen will"| Dillmann, Claudia - "Wir wollen nicht nur Geschichte vermitteln"| Enders, Sylke - "Die Zuschauer sollen sich in den Film verlieben"| Koepp, volker - "Wir mussten uns mit der Kamera niemals verstecken"| Næss, Petter - "Damit kann sich jedes Kind identifizieren"| Rothkirch, Thilo Graf - "Wir können stringenter produzieren, wenn alles in einer Hand bleibt"| Wolpert, Bernd - "Kinder und Jugendliche sind unser wichtigste Zielgruppe"|


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