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Ausgabe 79-3/1999

MACH'S GUT, CARO!

Produktion: Hauptschule Urbeckerstraße in Hemer und Jugendamt der Stadt Hemer; Deutschland 1998 – Regie: Michael Ridder, Wilfried Brüning – Drehbuch: Schüler und Schülerinnen der Schule, Michael Ridder, Wilfried Brüning – Kamera und Schnitt: Wilfried Brüning – Darsteller: Sandra Joynsen (Caro), Waldemar Schatz (Sammy), Diana Kerr (Verena), Sebastian Schneider (Jan) u. a. – Länge: 69 Min. – Farbe – Video – Vertrieb: Michael Ridder, Münster, Tel.: 0251-531 399 – Preisträgerfilm beim Filmfest Marl 1998

Das Thema "Gewalt an Schulen" ist aktuell geblieben und hat eine ungewöhnlich brisante Note durch die Ereignisse der letzten Monate an amerikanischen Schulen gewonnen. Wie man mit diesem Thema geradezu beispielhaft in der Schule selbst umgehen, den Schülern Medienkompetenz vermitteln und sie aus ihren eigenen Erfahrungen heraus (die Schule liegt in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Hemer) ein Projekt entwickeln lassen kann, das dazu noch ein wirklich sehenswertes Ergebnis "produziert", zeigt das Videofilmprojekt "Mach's gut, Caro!" der HS Urbeckerstraße in Hemer. Es ist im Rahmen des Wahlpflichtbereichs der Klassen 9/10 im Schuljahr 1997/98 an der Ganztagsschule entstanden. Die beteiligten Schüler haben sich im gesamten Schuljahr wöchentlich für zwei Unterrichtsstunden zur Entwicklung des Drehbuchs getroffen und den Film dann in sieben Tagen unter Leitung des Detmolder Medienpädagogen Wilfried Brüning und des Lehrers Michael Ridder abgedreht. Das Jugendamt der Stadt kam für die Kosten auf.

In Rückblenden wird die Geschichte einer 16-jährigen Schülerin erzählt, die als besonders mutig und engagiert gilt und in eine fremde Stadt übergesiedelt ist. Dort wird sie von einer brutalen Jugendgang, von der sich die ganze Schule terrorisieren lässt, in den Selbstmord getrieben. Er ist an den Anfang des Films gesetzt, der sich auf Spurensuche begibt, wie so etwas passieren konnte. Das Drehbuch beruht ansatzweise auf der wahren Begebenheit eines Hamburger Schülers, der 1997 Selbstmord beging. Trotz kleiner technischer/formaler Schwächen ist dieser von den Hauptschülern selbst gedrehte und gespielte Film (herausragend die Hauptdarstellerin) wirklich sehenswert und übertrifft in puncto Intensität, Betroffenheit und Glaubwürdigkeit mühelos etliche professionell gedrehte Spielfilme zum selben Thema. Denselben authentischen Vorfall nahm übrigens auch der Tatort-Krimi "Kinder der Gewalt" von Ben Verbong (April 1999) zur Vorlage.

Holger Twele

 

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Ausgabe 79-3/1999

 

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KJK-Ausgabe 79/1999

 

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