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Ausgabe 87-3/2001

SPOT

SEE SPOT RUN

Produktion: Warner Bros. / Village Roadshow / NVP Entertainment; USA 2001 – Regie: John Whitesell – Buch: George Gallo, Danny Baron – Kamera: John S. Bartley – Schnitt: Cara Silverman – Musik: John Debney – Darsteller: David Arquette (Gordon), Michael Clarke Duncan (Murdoch), Angus T. Jones (James), Leslie Bibb (Stephanie), Paul Sorvino (Sonny Talla) – Länge: 96 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Warner Bros. (35mm) – Alterseignung: ab 12 J.

Ein Superhund des FBI gerät ins Visier des Gangsterbosses Talia, nachdem der Vierbeiner namens Agent 11 mehrmals dessen kriminelle Machenschaften durchkreuzt hat. Um den Hund vor den Killern Talias zu schützen, wird Agent 11 gegen den Widerstand seines Herrchens in ein Zeugenschutzprogramm einbezogen. Auf dem Weg in ein sicheres Asyl muss Agent 11 vor den Häschern Talias flüchten und versteckt sich im Lieferwagen des naiven Briefträgers Gordon, der sich täglich Scharmützel mit den Wachhunden in seinem Revier liefert. Der unordentliche Gordon hat gerade James, den kleinen Sohn seiner attraktiven Nachbarin Stephanie aufgenommen, die eine dringende Dienstreise antreten musste. Indem er ihr angeboten hat, auf James aufzupassen, hofft er, Punkte bei seiner Angebeteten zu sammeln. Bevor Gordon aber die Gunst der widerspenstigen Schönen gewinnen kann, müssen er und James etliche Abenteuer überstehen, denn natürlich schließt der Junge den tapferen Hund sofort in sein Herz und nennt ihn prompt in den Titel gebenden "Spot" um.

Wenn ein Briefträger und ein kleiner Junge einen vierbeinigen FBI-Agenten vor einer Truppe von Mafia-Gangstern verstecken wollen, ist das Chaos programmiert. Regisseur John Whitesell nutzt das komische Potenzial dieser kuriosen Konstellation zu einer turbulenten Mainstream-Kriminalkomödie mit vielen Gags und einer gehörigen Portion Sentimentalität. Selten hat man denn auch seit den "Kevin allein zuhaus"-Filmen so vertrottelte Mafiosi gesehen wie in dieser familienfreundlichen Mischung aus Slapstick-Komödie, rührseliger Romanze und putzigem Tierfilm. Den tollpatschigen Verfolgern setzt Hauptdarsteller David Arquette eine körperbetonte Komik entgegen, die an die Stummfilm-Eskapaden eines Buster Keaton erinnert. Bei der Gestaltung der Figur des naiv-gutherzigen Junggesellen stand zudem offenkundig Adam Sandlers Rolle in dem Familienspaß "Big Daddy" Pate.

Whitesell legt bei der Verkettung von Verfolgungsjagden und Ulkszenen ein hohes Tempo vor, überspannt den Humorbogen allerdings hin und wieder, etwa wenn er Gordon gleich reihenweise in Hundehaufen tapsen lässt oder die überfürsorgliche Blondine auf der hindernisreichen Heimreise reichlich Dreck und Schlamm abbekommt. Erstklassig ist dagegen die Choreographie der Eingangssequenz, in der Gordon mit großem Einfallsreichtum die Haushunde austrickst. Wegen der hohen Gag-Quote werden vergnügungswillige Gemüter im Kino wohl gerne über die Kurzatmigkeit der Inszenierung hinwegsehen, deren Happy End genregerecht natürlich völlig vorhersehbar ist.

Reinhard Kleber

 

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