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Ausgabe 120-4/2009

HARRY POTTER UND DER HALBBLUTPRINZ

HARRY POTTER AND THE HALF-BLOOD PRINCE

Produktion: Heyday Films / Warner Bros.; Großbritannien / USA 2009 – Regie: David Yates – Buch: Steve Kloves, nach dem gleichnamigen Roman von Joanne K. Rowling – Kamera: Bruno Delbonnel – Schnitt: Mark Day – Musik: Nicholas Hopper – Darsteller: Daniel Radcliffe (Harry Potter), Emma Watson (Hermine Granger), Rupert Grint (Ron Weasley), Michael Gambon (Albus Dumbledore), Tom Felton (Draco Malfoy), Alan Rickman (Severus Snape), Jim Broadbent (Horace Slughorn), Bonnie Wright (Ginny), Jessie Cave (Lavender Brown u. a. – Länge: 153 Min. – Farbe – FSK: ab 12 – Verleih: – Warner Bros. – Altersempfehlung: ab 14 J.

"Ich schätze das sechste Buch ganz besonders, es zeigt mehr Romanzen in Hogwarts als je zuvor." Der Regisseur David Yates, der zum zweiten Mal einen Band der Bestsellerreihe von Joanne K. Rowling um den Zauberlehrling Harry Potter verfilmte, gibt mit dieser Aussage den Kurs vor. An Spannung und Action, Terror, Magie und Humor mangelt es auch in der aktuellen Filmadaption "Harry Potter und der Halbblutprinz" nicht. Doch je älter die Hauptfiguren werden, umso wichtiger werden auch hormonelle Impulse und amouröse Verwicklungen.

In seinem sechsten Jahr in der Zaubererschule Hogwarts muss Harry Potter erleben, dass der böse Lord Voldemort und seine Schergen, die Todesser, erneut erstarken. Während Menschen spurlos verschwinden und mysteriöse Attentate Angst verbreiten, fühlen sich auch Harry, seine Freunde Hermine und Ron und die anderen Schüler in Hogwarts nicht mehr sicher. Harry ist überzeugt, dass der fiese Draco Malfoy hinter den Anschlägen in der Schule steckt und von Professor Snape gedeckt wird. Der Schuldirektor Dumbledore glaubt zwar nicht an Harrys These, gibt ihm aber Privatunterricht, bei dem Harry wichtige Erkenntnisse zu Voldemorts Vergangenheit gewinnt. Diese stellen eine wichtige Vorbereitung für die absehbare Entscheidungsschlacht gegen den dunklen Lord dar. Hilfe bekommt Harry auch vom seltsamen Professor Horace Slughorn, den Dumbledore zur Rückkehr an die Schule überredet hat. Für Komplikationen sorgen derweil die Teenager-Hormone. So fühlt sich Harry zu Rons Schwester Ginny hingezogen, die aber bereits einen Freund hat. Ron wiederum wird von Lavender Brown umgarnt, was bei Hermine Eifersuchtsanfälle auslöst. Hatte schon im fünften Potter-Film Dolores Umbridge, die Sekretärin des Zaubereiministers, in Hogwarts ein Schreckensregime errichtet, so lähmt Terrorangst nun nicht nur die Schule, sondern auch die Muggelwelt. Gerade weil der dunkle Lord gar nicht selbst auftritt, wirkt die Atmosphäre noch bedrohlicher. Indem Dumbledore mit Harrys Hilfe endlich herausfindet, warum Voldemort nicht vernichtet werden konnte, wird zugleich das Fundament für das noch ausstehende Duell der Duelle gelegt.

Der Brite David Yates, der bei den Potter-Filmen 5 und 6 Regie führte und auch den letzten Roman, auf zwei Filme verteilt, adaptiert, folgt unübersehbar dem Trend der Vorlagen. Je älter Harry und sein Darsteller Daniel Radcliffe werden, umso ernster wirkt der Mix aus Fantasy, Abenteuer, Action, Romantik, motiviert durch den aufrechten Kampf gegen das Böse und gewürzt mit einer Prise Humor. Die digitalen Spezialeffekte sind vom Feinsten und werden in dramaturgisch sinnvollen Portionen eingesetzt. Die Fangemeinde wird aufmerksam registrieren, dass die Filmemacher sich die Freiheit genommen haben, zwei Szenen zu erfinden, die gar nicht im Buch stehen, dafür aber den langwierigen und tödlichen Showdown am Astronomieturm erheblich kürzen und abmildern. Letzteres lässt sich als Zugeständnis der Regie im Hinblick auf das ja weiterhin angepeilte Family-Entertainment-Publikum sehen, das ja nicht schon jetzt überfordert werden darf. Schließlich müssen sich die Fans bis zum Abschluss der Reihe in Geduld üben: Die beiden letzten Potter-Filme kommen erst im Herbst 2010 und im Sommer 2011 heraus.

Reinhard Kleber

 

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Ausgabe 120-4/2009

 

Inhalt der Print-Ausgabe 120-4/2009|

Filmbesprechungen

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Interviews

Ballentyne, Armagan und Briar Grace-Smith - "Die Landschaft legt ihre Arme um die Personen."| Çakmak, Hamdiye - Interview mit Hamdiye Çakmak, Projektkoordinatorin der "Stadteilmütter" in Augsburg, von Lutz Gräfe| Nebe, André F. - "Wir haben es so gemacht und es ging"| Zvirbulis, Armands - "Der Produzent hat mir vertraut"|

Hintergrundartikel

"Ehrenschlingel 2009"|


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