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Ausgabe 54-2/1993

DER KOMET IM MUMINLAND

THE MOOMINS

Produktion: Moomin Characters/Bulls / Telecable Benelux B.V. / Mitsui & Co. Ltd., Niederlande / Japan 1992 – Regie: Hiroshi Saito – Buch: Lars Jansson (nach einem Kinderbuch von Tove Jansson) – Animation: Toshiki Yamazaki – Lieder und Musik: Vader Abraham (Pierre Kartner) – Länge: 72 Min. – Farbe – FSK: ohne Altersbeschränkung – Verleih: FIFIGE (35mm) – Altersempfehlung:

Laut Presseheft ist "Der Komet im Muminland" zwar "der Film, der nicht im Fernsehen läuft" – dennoch ist er nicht mehr als ein auf Spielfilmlänge aufgeblasener Trailer zur ebenso harm- wie belanglosen Fernsehserie "Die Mumins". Die 72-minütige Leinwandfolge erzählt, wie das Mumintal durch einen heranrasenden Kometen bedroht wird. Der kleine Mumin bricht auf, um in einer Sternwarte mehr über die Bedrohung zu erfahren, erlebt mit seinen Weggefährten eine aufregende Reise, und der Komet überlegt es sich am Schluss noch einmal anders.

Die Abenteuer des Mumins und seiner Freunde in diesem Film sind mehr an den Haaren als am Schweif des Kometen herbeigezogen. Sie sind eine Aneinanderreihung zusammenhangloser Episoden, die durch zahlreiche Verzögerungselemente schließlich nur dem einen Zweck zu dienen scheinen, nämlich das Produkt auf Spielfilmlänge zu strecken. Genauso wenig Phantasie wie in das Drehbuch wurde in die Gestaltung der Charaktere investiert, die durchweg vor allem durch ihre Gesichtslosigkeit auffallen. Gespart wurde auch bei der Animation: Was bei Curt Linda als Stilmittel durchgehen mag, nämlich das immer wiederkehrende Recycling von Bewegungsabläufen, wird hier entschieden zu weit getrieben – wenn die Mumins reden, und das tun sie zur Genüge, dann hebt und senkt sich nur endlos ihre Nase, während im Rest des Bildes nichts passiert. Und bei vielen Szenen mündet die "minimalistische" Animation in völlig stillstehende Bilder, über die nur noch Dialoge gesprochen werden. Kitsch nach Noten sind schließlich die Songs, in denen Vader Abraham alias Pierre Kartner, immerhin ohne die Schlümpfe, von der Liebe und anderen pädagogisch wertvollen Dingen erzählt.

Ein Billigprodukt wie sein Kollege auf der Mattscheibe, harmlos, aber eben auch völlig belanglos.

Bärbel Schnell

 

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Ausgabe 54-2/1993

 

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