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Ausgabe 50-2/1992

KALLE STROPP UND DER FROSCH BOLL IN SCHWINDELNDER HÖHE

KALLE STROPP OCH GRODAN BOLL PÅ SVINDLANDE ÄVENTYR

Produktion: Cinemation AB, in Koproduktion mit Sandrews / Svenka Film Institutet / TV 3, Schweden 1992 – Regie und Hauptzeichner: Jan Gissberg – Buch: Thomas Funk – Animation: Jan Gissberg, Lars Emanuelsson, Flemming Jensen – Kamera: Eva Dorm, Mikael Gerkin, Maria Färdal – Musik: Thomas Funck – Laufzeit 84 Min. – Farbe – Format: 35mm – Weltvertrieb: Svenska Film Institutet, Box 27126, S-10252 Stockholm – Altersempfehlung: ab 6 J.

Die gewitzte Grille Kalle Stropp und der behäbige Frosch Grodan Boll empfangen eines Tages mitten im Wald ein Notsignal. Im Handumdrehen stellen sie mit ihren Freunden, dem Papagei und dem Blechbüchsenmännchen, eine Hilfsexpedition zusammen. Nach einigen Abenteuern treffen sie in Kottland auf die Urheber des Notsignals, das Tannenzapfenvolk der Rotten. Diese fühlen sich von Menschen bedroht. Die Befürchtungen erweisen sich sehr schnell als berechtigt, als plötzlich ein Hubschrauber mit drei adrett gekleideten Männern landet. Die drei Geschäftemacher wollen nämlich ein altes Schloss im abgelegenen Kottenwald in ein Luxushotel umbauen und jede Menge Bäume für ein Vergnügungszentrum fallen lassen. Als auch noch die Königstochter der Kotten versehentlich im Hubschrauber mitgenommen wird, schreiten die vier Freunde zu mutigen Pfadfindertaten. Bis zur Befreiung der Königstochter und der Rettung des armen Kottenvolkes müssen sie allerdings allerlei Abenteuer bestehen. Dabei erweist sich das gewissenlose Karrieristentrio hartnäckiger als erwartet.

Der schwedische Regisseur Jan Gissberg belebt in seinem fast anderthalbstündigen Zeichentrickfilm zwei berühmte schwedische Comic-Figuren der fünfziger Jahre wieder. Das Comic-Duo spielte schon einmal in seinem beinahe gleichnamigen Kurzfilm "Kalle Stropp und der Frosch Boll" (1987) mit. Gissberg, der in den 70er-Jahren die Figuren der drei Agaton-Sax-Filme entworfen hatte, arbeitete bei dem neuen Animationsfilm eng mit Thomas Funck zusammen, der die witzigen Dialoge und die fetzigen Songs für die Musikeinlagen schrieb. Ihr unterhaltsames Öko-Drama verpackt das aktuelle Thema der Umweltzerstörung in eine spannende Handlung mit vielen lustigen Szenen. Die vermenschlichten Tiere kämpfen trotz mancher Rückschläge tapfer für die Erhaltung ihrer natürlichen Umwelt, auch wenn sie dabei die Profitinteressen habgieriger Menschen durchkreuzen müssen. Die Dramaturgie integriert die kindliche Erfahrungswelt im hoch technisierten Westen geschickt in die abwechslungsreiche Fabel.

Der sorgfältig gezeichnete Film, der stellenweise an die gute alte "Biene Maja" erinnert, erhielt beim Kinderfilmfest der Berlinale viele Lacher und großen Beifall. Trotz einiger Längen scheint "Kalle Stropp und der Frosch Boll" durchaus geeignet, bereits Kindern ab sechs Jahren die Notwendigkeit der Rücksichtnahme auf unsere Umwelt zu vermitteln – ohne strengen Zeigefinger, aber mit reichlich Humor.

Reinhard Kleber

 

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Ausgabe 50-2/1992

 

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