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Ausgabe 50-2/1992

EIN FALL FÜR TKKG "DRACHENAUGE"

Produktion: Neue Constantin Film, Bundesrepublik Deutschland 1991 – Regie: Ulrich König -Buch: Rolf und Inka-Maria Kalmuczak – Kamera: Leander R. Loosen – Musik: Fritz Muschler, Bernie Paul – Darsteller: Tomi Renjak, Max Sittel, Steffen Raddatz, Sanny van Heteren u. a. -Laufzeit: ca. 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Neue Constantin Film (35mm)

Sie sind zweifellos die erfolgreichsten Detektive Deutschlands: Die "Fälle für TKKG" sind als Bücher (65 Bände, zehn Millionen Auflage) und Kassetten (77 Folgen, 16 Millionen verkaufte Tonträger) bei den Kids absolute Renner – und jetzt werden sie im Kino lebendig. Da kann eigentlich nichts schief gehen, 79 Prozent der Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren kennen TKKG.

Rein ökonomisch mag die Rechnung aufgehen, künstlerisch ist dieser Kinofilm eine Katastrophe: Die eigentlich gut ausgewählten Kids für die Hauptrollen scheitern am Unvermögen des Regisseurs Ulrich König ("Meister Eder und sein Pumuckl"; Hatschipuh"), ständig müssen sie aufgeregt durch die Gegend rennen oder sich mit großen Augen ansehen. Manchmal gibt es auch Dialogfetzen, die sie fetzig aufsagen müssen: "Pass doch auf, du Trottel!" Oder: "Schiller-Werke? Ich kenne nur Wasser-Werke!" Während die TKKG-Bücher sich um brisant-aktuelle Themen wie Giftgasfabrik in Nahost oder Rauschgift-Transfer kümmern, setzt das Drehbuch (vom Autor der Buchserie Rolf Kalmuczak alias Stefan Wolf) auf eine banal-hanebüchene Schatzsuche unterhalb der Burg Zährenstein: Das legendäre Schwert Drachenauge ist das Objekt, dem alle hinterher jagen. Vom Antiquitätenhändler bis zum Pauker Schindler ... Charakterisierungen haben keine Chance: Tim ist verliebt in Gaby, Karl kann gut Computern und Klößchen ist der kleine Dicke – fertig ist die Detektiv-Clique aus dem Internat. Und der böse Antiquitätenhändler treibt Hunde der Versuchsanstalt zu – TKKG löst auch diesen Fall: Die Vierbeiner kehren in den Schoß ihrer Familien zurück, ganz besonders glücklich ist ein behindertes Mädchen, das sich ihren Hund nur noch im Video betrachten konnte. Wenn auch alle noch so glücklich sind, TKKG ist kein Fall fürs Kino, höchstens ein Reinfall!

Manfred Hobsch

 

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Ausgabe 50-2/1992

 

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KJK-Ausgabe 50/1992

 

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