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Ausgabe 128-4/2011

WICKIE AUF GROSSER FAHRT

Produktion: Rat Pack Filmproduktion / B.A. Prod/BKWT / Constantin Film Prod.; Deutschland 2011 – Regie und Buch: Christian Ditter, nach Figuren von Runer Jonsson – Kamera: Christian Rein – Schnitt: Ueli Christensen – Musik: Ralf Wengenmayr, Nik Reich – Darsteller: Jonas Hämmerle (Wickie), Waldemar Kubos (Halvar), Valeria Eisenbart (Svenja), Nic Romm (Tjure), Christian A. Koch (Snorre), Eva Padberg (Walküren-Anführerin), Günther Kaufmann (Schrecklicher Sven), Christoph Maria Herbst (Pokka) u.v.a. – Länge: 96 Min. – Farbe – 3D, Scope – FSK: o. A. – Verleih: Constantin – Altersempfehlung: ab 6 J.

"Ein Wikinger verhandelt nicht – er handelt." Diesen Wahlspruch hat nun auch Christian Ditter, der nach dem großen Erfolg des Originals von Michael Bully Herbig das Regieruder übernommen hat, beherzigt. Denn in der Fortsetzung des Wikinger-Abenteuers legt der "Vorstadtkrokodile"-Macher gleich los wie die Feuerwehr. Da rast schon im Teaser eine Kutsche in bester 3D-Technik über Wald und Wiesen mitten hinein in den Zuschauerraum, während einem kurz darauf im Vorspann das aus Holzbalken animierte Filmlogo ebenfalls in dreidimensionaler Form um die Ohren fliegt. Und wer glaubt, Ditter habe sein Pulver bereits verschossen, irrt gewaltig. Wohl ausbalanciert wechselt er hin und her zwischen schneidiger Action inklusive pompösem Produktionsdesign, schlüpfrigem, teilweise sehr erwachsenem Humor und typischen Wickie-Verhaltensmustern (etwa das Nasereiben mit anschließendem Sternenglitzerkranz), wie man sie aus der traditionellen Zeichentrickserie kennt. Das macht diese "große Fahrt" unterhaltungs-kompatibel für mindestens drei Generationen von Kinogehern, was sich auch in der Altersstruktur der bewährten Darsteller widerspiegelt – angefangen beim kleinen Jonas Hämmerle, der dem legendären TV-Serienhelden verblüffend ähnlich sieht, über Waldemar Kobus, der als Wickies Papa und Möchtegernmacho Halvar ein ums andere in die Emanzipationsfalle tappt, bis hin zu Günther Kaufmann als Schrecklicher Sven, der einst schon unsere Großeltern in den Werken Rainer Werner Fassbinders verzückte.

Sehenswert ist unter anderem eine mit 3D perfektionierte Zahnziehaktion mittels Pfeil und Schnur, die unheilvoll-düstere Festung des Schrecklichen Sven und ein feuriges Finale im ewigen Monstereis, bei dem Wickie endlich erfährt, wo Thors Hammer hängt und das sich in Sachen Spannungsfaktor irgendwo zwischen "Indiana Jones" und Karl Mays "Schatz im Silbersee" bewegt. Und damit lässt sich getrost behaupten: Nummer zwei ist besser als das Original, und auch wenn dem Nachwuchs so mancher Gag durch die Lappen gehen mag, wird dieser "Wickie" vor allem Kindern zwischen Vorschule und Pubertät jede Menge Freude bereiten.

Thomas Lassonczyk

 

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Ausgabe 128-4/2011

 

Inhalt der Print-Ausgabe 128-4/2011|

Filmbesprechungen

ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL| ATMEN| BON VOYAGE – GUTE REISE| DER STÄRKSTE MANN VON HOLLAND| GEKIDNAPPT| IM WELTRAUM GIBT ES KEINE GEFÜHLE| LAURAS STERN UND DIE TRAUMMONSTER| LOU| DER MANN, DER YNGVE LIEBTE| MONSIEUR LAZHAR| PRINZESSIN LILLIFEE UND DAS KLEINE EINHORN| DIE SCHLÜMPFE| SOMMER IN ORANGE| THE RUNWAY – DER FREMDE PILOT| THE YEAR DOLLY PARTON WAS MY MOM – ALS DOLLY PARTON MEINE MUTTER WAR| TOM SAWYER| WICKIE AUF GROSSER FAHRT| WUNDERKINDER|

Interviews

de Cloe, Mark - "Aber wir müssen eben auch an das Kind denken!"| de Jonge, Dick und Bea Appels - "Heute ist keine Zeit für Idealismus"| Niehage, Dagmar - "Pommes Essen" – Eine starke David gegen Goliath-Geschichte|

Hintergrundartikel

GEKIDNAPPT| AUF LEISEN PFOTEN|

Kinder-Film-Kritiken

"Gute Reise"| "Als Dolly Parton meine Mutter war"|


KJK-Ausgabe 128/2011

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