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Ausgabe 128-4/2011

DIE SCHLÜMPFE

THE SMURFS

Produktion: Columbia Pictures / Kerner Entertainment Company / Sony Pictures Animation; USA / Belgien 2011 – Regie: Raja Gosnell – Buch: J. David Stem, David N. Weiss, Jay Scherick, David Ronn, Peyo – Kamera: Phil Meheux – Schnitt: Sabrina Plisco – Musik: Heitor Pereira – Länge: 102 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Sony – Alterseignung: ab 6 J.

Nicht etwa Hexe Lillifee, der Mondbär oder andere softe Kleinkinderidole standen Pate bei diesem rundum erneuerten Schlümpfe-Abenteuer, sondern vielmehr Actionhelden wie man sie aus SciFi-Filmen kennt. Dies vermittelt uns der auf kunterbuntes Family Entertainment spezialisierte Raja Gosnell ("Scooby-Doo", "Beverly Hills Chihuahua") gleich in der Anfangssequenz, als zwei Schlümpfe auf einem Storch im Sturzflug, wie man ihn schon in "Krieg der Sterne" gesehen hat, Kurs auf ihr Dorf nehmen, um kurz darauf hinter einer gallertartig flüssigen Mauer, wie sie in "Stargate" verwendet wird, zu verschwinden. Trotzdem wurde natürlich die einzigartige Physiognomie der längst zu Kult gewordenen blauen Kerle mit den weißen Zipfelmützen ebenso beibehalten wie ihr jeweiliger schrullig-charmanter Charakter. Dass die neuen Schlümpfe so gut funktionieren, liegt zum einen daran, dass sie sich selbst nicht ganz ernst nehmen, zum anderen an zwei durch die Story bedingte Faktoren. Erstens bietet die Tatsache, dass sich eine Handvoll von ihnen im New York von heute zurechtfinden muss, zahlreiche Ansätze für augenzwinkernde Culture-Clash-Komik, zweitens besitzt Gosnells Werk in Hank Azaria ("Nachts im Museum 2") einen großartigen Bösewicht, der als fieser Zauberer Gargamel zugleich mächtig furchteinflößend ist, aber wegen seiner Schusseligkeit in beinahe jedes Fettnäpfchen tritt und so für viele Lacher sorgt.

Überhaupt ist Humor der größte Trumpf des durch und durch positiv stimmenden Familienspaßes. Und der reicht von einer Fülle von Wortspielen wie schlumpfimistisch/optischlumpfisch über klassische Slapstickeinlagen für die ganz Kleinen bis hin zu optischen Gags für die Älteren, wenn etwa die Schlümpfe auf dem Dach eines Yellow Cabs, das mit "Blue Man Group"-Werbung bestückt ist, landen. Kann man dem einen oder anderen 3D-Film der letzten Zeit durchaus vorwerfen, er würde die neue Technik nur bedingt ausnützen, trifft dies auf Gosnells Minihelden in Strumpfhosen definitiv nicht zu. Gerade das Grande Finale, das in eine Art Heist Movie mündet, ist ein Paradebeispiel dreidimensionaler Effektezauberei. Damit könnte der rund 50 Jahre alten Erfindung des belgischen Zeichners Peyo eine kaum zu erwartende Renaissance ins Haus stehen.

Thomas Lassonczyk

 

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Ausgabe 128-4/2011

 

Inhalt der Print-Ausgabe 128-4/2011|

Filmbesprechungen

ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL| ATMEN| BON VOYAGE – GUTE REISE| DER STÄRKSTE MANN VON HOLLAND| GEKIDNAPPT| IM WELTRAUM GIBT ES KEINE GEFÜHLE| LAURAS STERN UND DIE TRAUMMONSTER| LOU| DER MANN, DER YNGVE LIEBTE| MONSIEUR LAZHAR| PRINZESSIN LILLIFEE UND DAS KLEINE EINHORN| DIE SCHLÜMPFE| SOMMER IN ORANGE| THE RUNWAY – DER FREMDE PILOT| THE YEAR DOLLY PARTON WAS MY MOM – ALS DOLLY PARTON MEINE MUTTER WAR| TOM SAWYER| WICKIE AUF GROSSER FAHRT| WUNDERKINDER|

Interviews

de Cloe, Mark - "Aber wir müssen eben auch an das Kind denken!"| de Jonge, Dick und Bea Appels - "Heute ist keine Zeit für Idealismus"| Niehage, Dagmar - "Pommes Essen" – Eine starke David gegen Goliath-Geschichte|

Hintergrundartikel

GEKIDNAPPT| AUF LEISEN PFOTEN|

Kinder-Film-Kritiken

"Gute Reise"| "Als Dolly Parton meine Mutter war"|


KJK-Ausgabe 128/2011

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