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Ausgabe 132-4/2012

COOLE KINDER WEINEN NICHT

ACHTSTE-GROEPERS HUILEN NIET

Kinder-Film-Kritik

Niederlande 2012 – Regie: Dennis Bots – Drehbuch: Karen van Holst Pellekaan – Kamera: Gerd Schelfhout – Darsteller: Johanna ter Steege, Hanna Obbeek), Nils Verkooijen, Eva van der Gucht, Hanna Verboom – Länge: 96 Min. – Farbe – Weltvertrieb: www.highpointmediagroup.com – empfohlen ab 10 J.

Der Film "Coole Kinder weinen nicht" erzählt auf einfühlsame und packende Weise die fesselnde Geschichte eines Mädchens, das an der Krankheit Leukämie leidet.

Akkie ist eine begeisterte Fußballspielerin, hat eine beste Freundin, eine Katze und Eltern, die sich gut um sie kümmern. Ein ganz normales Mädchen – das denkt sie jedenfalls, bis sie nach einer Prügelei mit dem fiesen Joep mit Nasenbluten zu einem freundlichen Arzt  mit Schnurrbart muss, der sich als Dr. Schnurrbart vorstellt und ihr Blut testet. Nach einigen Tagen kommt sie dann nochmal und Dr. Schnurrbart versucht ihr, so harmlos wie möglich, anhand eines Beispiels mit Spielzeugsoldaten zu erklären, dass sie Leukämie hat und erst mal im Krankenhaus bleiben muss – eine Nachricht, die ihr Leben verändert.

Der Film ist sehr gefühlvoll, aber nicht kitschig, beim Sehen kommen einem die Tränen in die Augen, aber es wird nicht extra "auf die Tränendrüse gedrückt". Er ist sehr real, wie im richtigen Leben, mal gibt es Hoch- und mal Tiefpunkte. Man hofft mit Akkie, freut sich darüber, dass die ganze Klasse sich um sie sorgt und darüber, dass es ihr so gut geht, dass sie mit den Krankenschwestern wild tanzt, um den Arzt davon zu überzeugen, dass sie fit genug fürs Schulcamp ist. Man ist aber auch mal erschrocken oder entsetzt, etwa, als sie in Ohnmacht fällt.  Eine peinliche Situation ist, als Akkie keine Haare mehr hat und mit einer Kappe in die Schule geht. Dort denken sich alle eine lustige Kopfbedeckung aus und machen eine Art wilde Modenschau. Als Akkie an der Reihe ist, tanzt sie und reißt sich die Kappe vom Kopf. Das Schweigen, das auf die Entblößung der Glatze folgt, ist allen unangenehm.

Das Hoch und Runter des Roten Fadens der Geschichte scheint auf einen Punkt zuzulaufen, das Ende des Films, an dem man erfährt, wie es mit Akkies Leben weitergeht – oder auch nicht. Ihre Freunde haben ein bewegendes, ihr gewidmetes Fußballspiel organisiert, und zwar vor ihrem Krankenhausfenster, so dass sie es mitverfolgen kann; sie ist sehr gerührt. Es spielen die Leute vom Krankenhaus, sowohl Kinder als auch Mitarbeiter, gegen den "FC Akkie" – so hat die Klasse ihre Mannschaft Akkie zu Ehren genannt. Während des Spiels schließt sie ihre Augen, und die Kamera schweift ab ... von ihrem Gesicht aus dem Fenster, über das Fußballspiel und die grauen Häuser, hoch in den blauen Himmel. Als dann Akkies Klasse gezeigt wird, wie sie vor einem Tisch mit Erinnerungen um ihre Klassenkameradin trauert, muss man sich eingestehen, dass Akkie gestorben ist – ein sehr, sehr trauriges, aber doch passendes Ende für die Geschichte.

Der Film fängt an mit einem Fußballspiel in der Pause, in dem Akkie mitspielt, und hört auf mit einem Fußballspiel nach ihrem Tod, bei dem auch Akkies Eltern zuschauen – ein Fußballspiel, das zeigt, dass Akkie in den Herzen aller noch existiert und nie vergessen werden wird.

Der Film "Coole Kinder weinen nicht" lief beim LUCAS Filmfestival und wurde leider mit keinem der Preise ausgezeichnet – das hätte er aber absolut verdient! Dickes Lob!!!

Helene Spieles, 11 J.

 

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KJK-Ausgabe 132/2012

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