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Ausgabe 138-2/2014

"Die Bücherdiebin"

(Kinder-Film-Kritik zum Film DIE BÜCHERDIEBIN)

Inhalt: Die Familie der neunjährigen Liesel Memminger wird zu Zeiten des Nationalsozialismus zerrissen: Sie und ihr Bruder sollen sich von ihrer Mutter trennen und zu Pflegeeltern kommen, letzterer stirbt jedoch auf der Zugfahrt. Die Pflegemutter Rosa, die die Familie durch das Waschen der Kleidung reicherer Nachbarn knapp ernähren kann, ist streng und schimpft viel, zu dem liebevollen Vater Hans kann Liesel jedoch gleich eine gute Beziehung aufbauen. Er hilft ihr, ein Buch, das sie auf der Beerdigung ihres Bruders gefunden hat, zu entziffern und bringt ihr das Lesen bei. Sie findet auch einen gleichaltrigen Freund namens Rudi. Bei dem Geburtstag des "Führers" klaubt sie später ein Buch aus dem Bücherhaufen, der verbrannt wird. Die Frau des Bürgermeisters, die dies mitbekommen hat, lässt Liesel, als diese ihr saubere Wäsche von Rosa bringt, in ihrer Bibliothek lesen. Als der Bürgermeister das mitbekommt, schickt er sie weg und möchte auch nicht mehr von Rosa die Wäsche gewaschen bekommen. Liesel stiehlt die Bücher von nun an aus der Bibliothek.

Neben Liesel ist jedoch die zentrale Figur des Filmes ein jüdischer junger Mann namens Max, dessen Vater Liesels Pflegevater Hans sein Leben zu verdanken hat. Er taucht bei ihnen – unter Lebensgefahr der Familie – unter und freundet sich mit Liesel an. Sie beschreibt ihm die Welt draußen mit Worten, was ihm, der lange kein Tageslicht mehr sehen durfte, sehr viel hilft, ihm sogar das Leben rettet.

Kritik: Der Film ist sehr traurig und rührend. Die Charaktere der Figuren sind eindrucksvoll dargestellt. Sie werden auch sehr gut von den Schauspielern verkörpert, bei Sophie Nélisse beispielsweise, die Liesel spielt, hat man keinen Moment Zweifel, dass sie nicht fühlt wie Liesel, dass sie nicht Liesel i s t. Auch die Filmmusik betont das Geschehen gefühlvoll und passend.

Die Handlung des Filmes ist zwar traurig, aber der Film ist gleichzeitig sehr schön, wie auch schon die Buchvorlage von Markus Zusak. Es ist eine besondere Geschichte über ein besonderes Mädchen und seine Familie.

Besonders ist auch, dass die Geschichte vom Tod erzählt wird, ein bisschen so, als ob es ein Märchen wäre. Er spricht aber nur am Anfang, am Ende und an einer anderen Stelle in entscheidenden Momenten, so dass man das Ganze aus einer speziellen Perspektive erzählt bekommt.

Der Film zeigt die Realität im Nationalsozialismus, also traurige Dinge, wie, dass geliebte Menschen in den Krieg ziehen und sterben, aber auch, dass es sich zu kämpfen und zu leben lohnt. Ein weiterer guter Punkt ist die Entwicklung der Pflegemutter Rosa: Sie ist zwar sehr streng und schimpfend, man merkt dann aber etwas, was man sich auch schon gedacht hat, sie nur nie gezeigt hat: Nämlich, dass sie ein gutes Herz hat und ihre Familie sehr liebt.

Ein wichtiges Element sind die Bücher, es wird gezeigt, dass diese eine große Hilfe und sogar lebensrettend sein können, und wie wichtig Wörter sind. Das finde ich schön.

Obwohl Liesel viele Verluste erleiden musste, schließt der Film hoffnungsvoll. Max überlebt, und Liesel und er bleiben ein Leben lang befreundet. Es ist ein versöhnliches Ende.

Helene Spieles, 12 Jahre

 

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KJK-Ausgabe 138/2014

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