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Ausgabe 135-3/2013

Extrem laut und unglaublich nah

EXTREMELY LOUD AND INCREDIBLY CLOSE

Kinder-Film-Kritik

USA 2012 – Regie: Stephen Daldry – Buch: Eric Roth, nach einem Roman von Jonathan Safran Foer – Kamera: Chris Menges – Schnitt: Claire Simpson – Musik: Alexandre Desplat – Darsteller: Tom Hanks, Sandra Bullock, Thomas Horn (Oskar), John Goodman, Max von Sydow, James Gandolfini u. a. – Länge: 122 Min. – Farbe – FSK: ab 12 J. – Verleih: Warner Bros. – Altersempfehlung: ab 12 J.

In dem Film "Extrem laut und unglaublich nah" geht es um einen Jungen von ca. zwölf Jahren namens Oskar, dessen Vater, zu dem er eine besonders enge Beziehung hat, am 11. September 2001 bei dem Attentat auf das World Trade Center in New York umgekommen ist. Seitdem erfüllen Oskar große Ängste und natürlich die Sehnsucht nach seinem Vater, den er sehr vermisst.

Eines Tages findet er einen Umschlag, in dem sich ein Schüssel befindet und auf dem ein einziges Wort steht: der Name "Black". Da macht er sich auf die Suche nach dem Schloß, in das der Schlüssel passt, in der Hoffnung, dass ihm dies seinem Vater wieder näherbringt, von dem er sich ein Jahr nach seinem Tod langsam entfernt. Er arbeitet Systeme aus, wie er es auch früher auf den "Expeditionen" mit seinem Vater getan hat, eine Art Rätsel, bei denen er Hinweisen folgen muss. Er sucht alle Blacks auf, die in seiner Stadt leben – insgesamt über 200 Adressen. Diese können ihm zwar bei seiner Suche nicht helfen, aber dadurch, dass er mit so vielen Menschen in Kontakt tritt und auch von ihren Problemen erfährt, kann er das eigene Durchlebte besser verarbeiten. Außerdem lernt er seinen stummen Großvater kennen, der die Familie vor langer Zeit verlassen hatte.

Nach Auseinandersetzungen mit der Mutter, die mit ihrem eigenen Kummer zu kämpfen hat, kann er ihr schließlich alles erzählen. Dabei erfährt er auch, dass seine Mutter von seiner Suche wusste und alle Personen, die er aufgesucht hatte, zuvor selber besucht hatte. Zwar ist die Auflösung des Schlüssel-Rätsels sehr enttäuschend, trotzdem gibt es ein gutes Ende: Oskars Beziehung zu seiner Mutter hat sich sehr verbessert, er hat seinen Großvater gefunden und das Wichtigste: Er hat die Realität akzeptiert, neuen Mut entwickelt, und er schaut wieder nach vorne.

"Extrem laut und unglaublich nah" gehört zu meinen Lieblingsfilmen, weil er ein schwieriges Thema so gut behandelt. Man kann sich gut in die Hauptpersonen hineinversetzen. Die Wahrheit wird nicht versteckt, sondern der Film stellt alles ganz deutlich dar – die Schmerzen und kummervollen Erinnerungen.

Und etwas ganz Wichtiges: Der Film ist zwar traurig, aber auf seine Weise auch manchmal lustig. Das ist keine Geschichte, die so traurig ist, dass man sich verbietet, zu lachen – dieses Verbot würde man spätestens dann brechen, wenn man Oskar sieht, wie er mit entschlossener Miene sein Tamburin durch die Luft schwenkt, um sich zu beruhigen, oder der dickliche Mann, wie er Oskars Mutter und später auch ihn unterbricht, um ihn etliche Male zu umarmen. Und dieses Lachen tut auch gut, nach den Tränen über den "schlimmsten Tag". Ein super Film, der sehr gefühlvoll ist.

Helene Spieles, 12 J.

 

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KJK-Ausgabe 135/2013

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