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Ausgabe 50-2/1992

DER SHIMANTO-FLUSS

SHIMANTOGAWA

Produktion: Right Vision Co. Ltd., in Koproduktion mit Vap Inc., Japan 1990 – Regie: Hideo Onchi – Buch: Motomu Furuta, nach dem gleichnamigen Roman von Kyuzo Sasayama – Kamera: Shohei Ando – Schnitt: Nobuo Ogawa – Musik: Kuroudo Mouri – Darsteller: Teppei Yamada (Atsu), Kaori Takahashi (Asako), Kaoru Kobayashi (Vater), Kanako Higuchi (Mutter) u. a. – Laufzeit: 111 Min. – Farbe – Format: 35mm – Weltvertrieb: Herald Ace, 2-20-15, Shimbashi, Minato-ku, J-Tokyo 105 – Altersempfehlung: ab 10 J.

Am Ufer des Shimanto – auf der kleinsten der vier japanischen Hauptinseln, Shikoku – lebt Ende der 50er-Jahre die Familie Yamamoto. Die Mutter betreibt einen kleinen Lebensmittelladen in dem abgelegenen Bergdorf, der Vater fährt zur Arbeit in die nächste Stadt. Der neunjährige Atsu und seine drei Geschwister werden von der ältesten Schwester Asako versorgt. Als der Vater nach einem schweren Arbeitsunfall mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben muss, gerät die Familie in Geldnot. In der Schule ergreift Atsu unterdessen Partei für ein armes Mädchen, das von den Klassenkameraden ständig verspottet wird. Mit einem Schulfreund verbringt er beinahe unbeschwerte Ferien in der Natur. Doch dann verlässt die älteste Schwester mit dem Einverständnis des zurückgekehrten Vaters das Dorf, um in der Stadt eine Stelle anzunehmen. Eines Tages lässt ein langer Regen den Fluss über die Ufer treten. Die Familie kann rechtzeitig fliehen, aber ihr Haus wird überschwemmt.

Der Shimanto gilt als der letzte saubere Fluss in Japan. In dieser naturbelassenen und von vielen Touristen besuchten Region hat der 1933 geborene Regisseur Hideo Onchi seinen nostalgischen Familienfilm angesiedelt, der auf dem gleichnamigen Roman von Kyuzo Sasayama beruht. In die herrlichen Landschaftsaufnahmen hat Onchi jedoch bereits erste Zeichen der drohenden Umweltzerstörung eingebaut: Große Schaufelbagger verdrängen unrentable Arbeiter und beuten rücksichtslos die Kiesbänke des Flussufers aus. Trotz einiger Längen findet der meist ruhig dahin fließende Film zu einer gewissen epischen Breite. Dabei werden die Episoden der einfachen Fabel konsequent aus der Perspektive des kleinen Jungen erzählt. Sensibel beobachtet sind insbesondere seine ersten schmerzlichen Schritte zum Erwachsenwerden. Von seinem Vater lernt Atsu – und wir mit ihm –, niemals die Hoffnung aufzugeben: "Wenn du aufhörst zu kämpfen, musst du auch aufhören zu leben!"

Bei der Besetzung hatte der Kinder- und Jugendfilmspezialist Onchi eine glückliche Hand: Die Darsteller von Atsu und Asako, beide sind in Japan aus vielen Filmen bekannt, spielen hervorragend. Die Darstellerin der Mutter, Kanako Higuchi, erhielt einen wichtigen japanischen Filmpreis für ihre Leistung. Kameramann Shohei Ando und Ausstatter Iwao Seito wurden beim Filmfestival in Tokio 1991 ausgezeichnet. Beim Kinderfilmfest der Berlinale 1992 bekam der fast zweistündige Film eine doppelte 'Lobende Erwähnung', eine von der Kinderjury und eine von der CIFEJ-Jury. Das müsste doch eigentlich reichen, ihn auch bei uns in die Kinos zu bringen.

Reinhard Kleber

 

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