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Ausgabe 85-1/2001

GIRLFIGHT – AUF EIGENE FAUST

GIRLFIGHT

Produktion: Green / Renzi, Martha Griffin; USA 2000 – Regie und Buch: Karyn Kusama – Kamera: Patrick Cady – Schnitt: Plummy Tucker – Musik: Theodore Shapiro – Darsteller: Michelle Rodriguez (Diana Guzman), Jaime Tirelli (Hector), Santiago Douglas (Adrian), Ray Santiago (Tiny) – Laufzeit: 110 Minuten – Farbe – FSK: ab 12 – Verleih: Senator (35 mm) – Altersempfehlung: ab 14 J.

Diana Guzman ist anders als ihre Mitschülerinnen, deren Leben um so existenzielle Fragen wie Make-up und Dates kreist. Wenn ihr eine krumm kommt, dann schlägt sie auch schon mal zu. Das hat ihr nicht nur einmal Probleme eingebracht. Eines Tages entdeckt sie per Zufall einen Ausweg aus dieser Lage. Ihr alleinerziehender Vater schickt sie zu ihrem Bruder Tiny, der in einem etwas heruntergekommenen Boxclub im Viertel eher widerwillig sein Training absolviert. Als sein Sparringspartner Ray ihn übel traktiert, streckt sie diesen mit einem gut gezielten Schlag nieder. Fortan setzt sie alles daran, Boxerin zu werden. Keine leichte Sache in dieser Latino-Macho-Community.

Zuerst muss Geld her, das ihr entweder ihr Bruder Tiny vorstreckt oder das sie sich beim Vater klaut. Dann muss der alte Trainer Hector überredet werden, ausgerechnet einem Mädchen Unterricht zu geben. Doch mit der ihr eigenen Willensstärke kann sie diese Hürden überwinden. Sehr schnell erkennt sie, dass Boxen weitaus mehr verlangt als nur schnell zuschlagen zu können: Disziplin, Ausdauer und Kraft. Das Training verändert sie nicht nur physisch. Selbst Hector beginnt zu glauben, dass Frauen im Boxring vielleicht doch keine so absurde Vorstellung sind. Derweil er die ersten Kämpfe – zunächst nur unter Frauen, dann auch mit Männern – organisiert, entspinnt sich zwischen Diana und dem gleichaltrigen Boxer Adrian eine zarte Beziehung. Beide verbindet der Traum, als Profiboxer aus dem Ghetto raus zu kommen. Zunächst jedoch muss sich Diana mit ihrem Vater befassen, der von all dem nichts ahnt und dann steht der große Kampf an, der über Adrians und ihre Karriere entscheidet: Sie müssen ausgerechnet gegeneinander antreten.

Karyn Kusamas Regiedebüt bietet zunächst einmal die klassische Aufsteigergeschichte, wie man sie schon in vielen Hollywood-Studio-Filmen (nicht nur) zum Thema Boxen gesehen hat. Allerdings mit dem entscheidenden Unterschied: Dass es eine Frau ist, die das tut, was bislang im Kino (und im wirklichen Leben) Männern vorbehalten war, verschärft so manchen Konflikt und fährt auch ganz neue ein – denn dass Adrian ausgerechnet gegen seine Liebste antreten muss, wenn er Karriere machen will, ist neu und ungewöhnlich. Und bietet der Filmemacherin die Möglichkeit, ihre Liebesgeschichte über weibliche Stärke und männliche Schwäche auf den Punkt zu bringen.

So fügt diese Independent-Produktion (in der Executive Producer John Sayles eine kleine Nebenrolle als Lehrer hat) den klassischen Motiven des Boxer-Aufsteigerdramas ganz neue hinzu. Intensiv fotografiert, mit reichlich subjektiver Kamera in den Boxsequenzen, ist der Film auch was für Leute, die (wie ich) mit dem Boxen nicht so viel anfangen können. Hinzu kommen gelegentlich freche und auf den Punkt geschriebene Dialoge sowie eine gut ausgesuchte recht poppige Musik. Zwar ist das Happy End auf der ganzen Linie ein wenig zuviel des Guten, wie der Film insgesamt auch etwas zu lang geraten ist, aber überzeugende Darsteller sowie das Gespür der Filmemacherin für das Milieu ihrer Story und die Figuren machen das wieder wett. Ein Jugendfilm, an dem man auch als Erwachsener seinen Spaß haben kann.

Lutz Gräfe

 

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