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Ausgabe 86-2/2001

ES GIBT NUR EINEN JIMMY GRIMBLE

THERE'S ONLY ONE JIMMY GRIMBLE

ES GIBT NUR EINEN JIMMY GRIMBLE

Produktion: Sarah Radclyffe Productions; Großbritannien 2000 – Regie: John Hay – Buch: Simon Mayle, John Hay, Rik Carmichael, nach einer Idee von Simon Mayle – Kamera: John de Borman – Schnitt: Oral Norrie Ottey – Musik: Simon Boswell, Alex James – Darsteller: Lewis McKenzie (Jimmy Grimble), Robert Carlyle (Eric Wirral), Gina McKee (Donna), Ray Winstone (Harry), Ben Miller (Two Dogs), Samia Ghadie (Sara) u. a. – Länge: 105 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Tobis StudioCanal (35mm) – Altersempfehlung: ab 10 J.

Der 15-jährige Jimmy Grimble aus Manchester träumt davon, ein guter Fußballer zu sein. Das würde sein Leben viel einfacher machen. Er würde in der Schule nicht mehr verspottet, er würde leichter eine Freundin finden und vielleicht könnte er sogar mal im berühmten Fußballclub Manchester City spielen können. Das Problem dabei: Jimmy kann zwar spielen, versagt aber vor Zuschauern. Sein zweites Problem: Jimmy ist Fan von Manchester City, seine Klassenkameraden aber halten Manchester United die Stange und ziehen ihn deswegen bei jeder Gelegenheit auf. Dafür findet wenigstens die gleichaltrige Außenseiterin Sara Interesse an ihm. In den entscheidenden Augenblicken fehlen Jimmy aber stets die Worte, um seine Zuneigung zu zeigen. Weniger zufrieden ist Jimmy mit dem neuen Freund seiner Mutter, einem ausgeflippten, blond gefärbten Motorradfahrer. Dabei wüsste Jimmy einen Mann für seine Mutter, mit dem er sich viel besser versteht und der sich für die Vaterrolle auch besser eignen würde.

Eines Tages schenkt ihm eine alte Frau ein Paar magischer Fußballschuhe. Als Jimmy die Chance bekommt, in der Schulmannschaft zu spielen, erzielt er einen herrlichen Treffer. Daraufhin darf er gleich wieder spielen. Wegen seines phantastischen Spiels erreicht die Schule das Finale. Am Tag des großen Spiels möchte Jimmy die alte Frau besuchen, die ihm die Schuhe geschenkt hat. Doch er findet sie erfroren vor dem Abrisshaus, in dem sie gewohnt hat. Zu allem Unglück werden seine magischen Schuhe auch noch weggeworfen, so dass er mit einem nagelneuen Paar antreten muss. Sein schlimmster Traum wird wahr: Er spielt miserabel. In der Halbzeitpause hält ihm der Trainer eine Standpauke. Danach beginnt Jimmy, eher an sich selbst zu glauben als an die Schuhe. Das klappt sogar und in der letzten Minute gewinnt sein Schulteam das Endspiel.

Für seinen zweiten langen Kinofilm nach "The Steal", einem amerikanischen Computer-Thriller von 1994, hat der britische Regisseur John Hay mit Robert Carlyle ("The Full Monty"), Gina McKee ("Notting Hill") und Ray Winstone ("The War Zone"), der hier ausnahmsweise mal gegen den Rollentyp des brutalen Cockney-Kerls besetzt ist, gleich mehrere britische Stars gewonnen. Neben ihnen hält sich der Nachwuchsdarsteller Lewis McKenzie, der noch nie vor der Kamera stand, als Jimmy gleichwohl ordentlich. Das unterhaltsame Feel-Good-Comedy-Drama bietet einen flotten Soundtrack mit aktueller Brit-Pop-Musik und einer gehörigen Portion britischen Humors. Als Jimmy zum Beispiel den Ball mit seinen Wunderschuhen in einem Wunderschuss ins Tor befördert, lehnt der überhebliche Torwart am Pfosten und telefoniert.

So weit so gut. Leider weist das drei Millionen Pfund teure moderne Stadtmärchen aber etliche Schwächen auf. Der Schluss ist frühzeitig vorhersehbar, die Botschaft "Vertraue auf deine eigenen Stärken!" ziemlich simpel. Die Erwachsenenfiguren sind bis auf den Trainer Eric holzschnittartig angelegt. Die Außenseiterfigur der Boxerin Sara wird dramaturgisch sogar verschenkt. Erfolglos versuchen Montage und Kamera durch hohe Schnittfrequenz und hektische Schwenks zu kaschieren, dass der Hauptdarsteller und einige Mitkicker nicht Fußball spielen können. Im nachmittäglichen Finale spielt Ray dann sogar den Wettergott: Nach der Halbzeitpause ist der Himmel schlagartig dunkel. – Alles in allem ein hübscher, aber etwas gefallsüchtiger Underdog Film.

Reinhard Kleber

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.ES GIBT NUR EINEN JIMMY GRIMBLE im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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