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Ausgabe 86-2/2001

DAS SCHLOSS DER AFFEN

A MONKEY'S TALE

Produktion: Steve Walsh Productions / Les Films du Triangle / Cologne Cartoon Film und Medienproduktion GmbH, in Zusammenarbeit mit La Fabrique und Förderung von EURIMAGES Fund of the Council of Europe und CARTOON; Deutschland / Frankreich / Großbritannien 2001 – Regie: Jean-François Laguionie – Buch: Norman Hudis, Jean-François Laguionie – Animation: Henri Heidsieck, Ginger Gibbons – Kamera: Jean-Paul Rossard – Schnitt: Soizic Veillon, Ludovic Cassou, Yves Francon, Anke Schmidt – Musik: Alexandre Desplat, Ray Williams – Länge: 78 Min. – Farbe – Verleih: noch offen – Altersempfehlung: ab 6 J.

Nach einer großen Überflutung am Rande des Dschungels hat sich ein friedliches Affenvolk in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Woonkos zogen in die Wipfel der riesigen Urwaldbäume, während sich die Laankos am Boden zwischen den gigantischen Felsmassen einrichteten. Mit den Jahren wuchs die Distanz zwischen den beiden Stämmen, die sich immer fremder wurden, bis sie sich beinahe als Feinde ansehen. Auch der mutige Affenjunge Kom, der oben in den Bäumen lebt, weiß kaum noch etwas über die geheimnisvolle Welt des anderen Affenstammes weit unten auf der Erde. Doch dann stürzt er bei einem übermütigen Sprung ab und landet in der ihm fremden Welt. Auf seiner abenteuerlichen Entdeckungsreise kommt er zum mythenumrankten Schloss der Affen, wo der Herrscher der Laankos residiert und sich als Erfinder betätigt. Dort gerät Kom, der sich in Gina, die hübsche Zofe einer systematisch vergifteten Prinzessin, verliebt, unversehens in eine Intrige des Kronkanzler, der mit Hilfe eines skrupellosen Handlangers den klugen Affenkönig stürzen will.

An dem märchenhaften Zeichentrickfilm unter der Regie von Jean-François Laguionie wirkten mehrere hundert Animationskünstler mit. Der 1939 in Besancon geborene Laguionie, dessen Produktionsfirma "La Fabrique" internationales Ansehen genießt, tat sich für die aufwändige Produktion mit dem Produzenten Jürgen Egenolf (von 1991 bis 1999 Gesellschafter der Zeichentrickschmiede Cologne Cartoon) zusammen. Gemeinsam gründeten sie mit weiteren Partnern aus Großbritannien und Belgien 1989 die erste europäische Trickfilmgruppe EVA, die 1999 von dem britischen Medienkonzern Pearson gekauft wurde.

Die 78 Minuten lange Fabel besticht durch eine abwechslungsreiche Handlung mit klaren Konfliktlinien und überschaubaren Spannungsbögen, die auch kleine Zuschauer nicht überfordern. Ohne allzu erhobenen Zeigefinger werden die wechselseitigen Feindbilder und Vorurteile vorgeführt, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden, wie der sture alte Affenlehrer demonstriert. Dagegen bleibt es der spielerischen Neugier und Spiellust des aufmüpfigen Kom vorbehalten, diese Stereotypen auf seiner unfreiwilligen Expedition zu hinterfragen.

An Styling und Namengebung der hierarchisch gegliederten Höflingsgesellschaft ist die französische Prägung der Produktion ersichtlich, zumal der koboldartige Assistent des Kanzlers Assoziationen an den Glöckner von Notre Dame weckt. Auch wenn die wundersame Rettung des Affenstaates durch die plötzlich genesene Prinzessin etwas zu schnell kommt und das Happy End für Kom und Gina zu glatt abläuft, so bietet das solide animierte "Schloss der Affen" doch gediegene Unterhaltung für alle Altersklassen. Mit dieser Produktion zeigt die europäische Produzentengruppe, dass nicht nur Disney amüsante Tiertrickfilme im Dschungelambiente drehen kann.

Reinhard Kleber

 

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