Zum Inhalt springen

Ausgabe 86-2/2001

"Louis sollte so spielen wie Tom Cruise"

Ein Gespräch mit Andrea Katzenberger zu dem Kinderfilm "Der Mistkerl"

(Interview zum Film DER MISTKERL)

Erstmals seit vielen Jahren hat in diesem Februar ein deutscher Film das Kinderfilmfest der Berlinale eröffnet. Die Entscheidung für den Erstlingsfilm "Der Mistkerl" ist umso erstaunlicher, als mit "Emil und die Detektive" und "Die grüne Wolke" ja weit aufwändigere Produktionen etablierter Regisseure vorlagen, die aber im Gegensatz zu Andrea Katzenbergers Debüt nicht in den Wettbewerb aufgenommen wurden. Nach der überaus positiven Resonanz in Berlin liefen Verhandlungen mit einem deutschen Kinoverleih, die aber vorläufig zu keinem Abschluss führten. Nunmehr plant das ZDF eine Ausstrahlung zu Weihnachten 2001.

KJK: Wie wurde der Film auf die Beine gestellt?
Andrea Katzenberger: "Wir haben ihn finanziert als Nachwuchsprojekt mit dem Aufbaustudiengang Film der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit Studio Hamburg, der Hamburger Filmwerkstatt und dem ZDF. Das ZDF hat dabei einen Großteil des Geldes gegeben. Ein weiterer großer Betrag kam von der Hamburger Filmförderung, die 700.000 Mark beisteuerte. Die Medienstiftung in Hamburg schließlich gab 150.000 Mark. Das Gesamtbudget lag bei 1,7 Millionen Mark."

Wie haben Sie die Kinderdarsteller gefunden?
"Über ein Casting mit Hilfe von Kinderagenturen. Wir haben uns entschlossen, Profis zu suchen, also Kinder, die schon mal etwas gemacht haben. Immerhin waren es ja sechs Wochen Drehzeit. Und bei einem Kind, das noch gar nicht gedreht hat, weiß man nicht, ob es diese Disziplin durchhält. Wir sahen uns dann auf der Straße um und sprachen auch über Freunde Kinder an. Louis Klamroth, der Darsteller des Leon, kam über eine Freundin zu uns, die gesagt hatte, schau dir den doch mal an. Ines Nieri, die die Pauline spielt, kam über eine Agentur. Sie hat schon mal gedreht in der NDR-Serie 'Die Pfefferkörner'. Da hat sie eine Episodenhauptrolle gespielt."

Wie kam Peter Lohmeyer an Bord?
"Hat sich das noch nicht herum gesprochen? Peter ist der Vater von Louis. Als wir Louis besetzten, hat er gesagt: Wieso nehmt ihr ihn und mich nicht? Wir haben ihm offen gesagt, eigentlich können wir uns das nicht leisten. Es hat dann aber doch geklappt. Peter hat im Film ja auch nur eine kleine Rolle. Es war natürlich klasse, dass er als richtiger Vater von Louis den (Film-)Vater von Leon spielt."

Wie sind Sie auf Anna Loos als Mutter gekommen?
"Ich hab sie vor langer Zeit bei einem Casting für einen Kurzfilm kennen gelernt. Damals hat es nicht geklappt. Ich hatte aber Lust, mal was mit ihr zu drehen."

Im Film gibt es eine Menge lustiger Szenen. Eine ragt heraus: Wenn nämlich Leon die Billardkugel versenkt, ohne überhaupt hinzuschauen und damit einen Erwachsenen glatt besiegt. Haben Sie sich diese Miniatur beim Drehbuchschreiben ausgedacht?
"Ich wusste, dass ich in der Szene gerne erreichen wollte, dass der Junge den Großen richtig abzockt, dass er besser, schneller Billard spielen kann. Bei der Umsetzung habe ich ein bisschen bei dem Billard-Film 'Die Farbe des Geldes' von Martin Scorsese mit Tom Cruise in der Hauptrolle geklaut. Ich wollte, dass Louis so spielt wie Tom Cruise."

Haben Sie sich von anderen Klassikern etwas abgeschaut?
"Ja, ich habe ganz viel übernommen. Man guckt sich ja viele Sachen an. Es gibt da etwa die Passage, in der sich die Kinder sagen, okay, wir rächen uns. Da fragt man sich als Filmemacher: Was für ein Film fällt mir dazu ein? 'Spiel mir das Lied vom Tod'! Dann sagten wir uns: Komm, wir machen so eine Westernsequenz! Aber die Helden reiten eben nicht auf Pferden, sondern fahren auf Fahrrädern. Das haben wir ein bisschen zitiert, auch von der Musik her."

Was sind Ihre Humor-Vorbilder?
"Billy Wilder ist ein Komödienregisseur, den ich sehr bewundere."

Gibt es schon ein neues Projekt?
"Ja, es ist etwas in Arbeit. Ich denke nach und mache erste Schreibversuche. Es ist auf jeden Fall wieder im Kinderfilmbereich."

Interview: Reinhard Kleber

 

Permalink fr Verlinkungen zu dieser Seite Dauerhafter, direkter Link zu diesem Beitrag


Filmtitel - "A":

 

AB DURCH DIE HECKE| DIE ABENTEUER DER KLEINEN GIRAFFE ZARAFA| DIE ABENTEUER DES BURATTINO| DIE ABENTEUER DES HUCK FINN| DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED| DIE ABENTEUER VON HUCK FINN| DIE ABENTEUER VON PICO UND COLUMBUS| DIE ABENTEUER VON TIM UND STRUPPI – DAS GEHEIMNIS DER EINHORN| ABGEROCKT| ABOUNA| DIE ABRAFAXE – UNTER SCHWARZER FLAGGE| ACHTZEHN – WAGNIS LEBEN| ADIEU PAPA| AFTERSCHOOL| AIR BUD – CHAMPION AUF VIER PFOTEN| ALABAMA MOON| ALADDIN| ALADINS WUNDERLAMPE| ALAN UND NAOMI| ALASKA| ALASKA.DE| DER ALBANER| ALFIE, DER KLEINE WERWOLF| ALI ZAOUA| ALICE IM WUNDERLAND| ALICE IN DEN STÄDTEN| ALIENS IN COLORADO| ALLE KINDER DIESER WELT| ALLEIN IN VIER WÄNDEN| ALLERLEIRAUH| ALLES IST MÖGLICH| ALMOST FAMOUS – FAST BERÜHMT| ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL| ALS GROSSVATER RITA HAYWORTH LIEBTE| ALS HÄTTE ICH DICH GEHÖRT| AM ENDE EINES LANGEN TAGES| AM ENDE EINES VIEL ZU KURZEN TAGES| AM HIMMEL DER TAG| AME & YUKI – DIE WOLFSKINDER| AMY| AMY UND DIE WILDGÄNSE| ANASTASIA| DAS ANDERE UFER| ANDRÉ| ANNA ANNA| ANNA WUNDER| ANNE LIEBT PHILIPP| ANTBOY| ANTON| ANTONIA| DIE ARCHE IN DER WÜSTE| ARIELLE – DIE MEERJUNGFRAU| ARRIETTY – DIE WUNDERSAME WELT DER BORGER| ARTHUR WEIHNACHTSMANN| ASCHENPUTTEL – 1954| ASCHENPUTTEL – 1989| ASCHENPUTTEL – 1922| ASTERIX IN AMERIKA| ASTERIX UND OBELIX GEGEN CÄSAR| ATLANTIS – DAS GEHEIMNIS DER VERLORENEN STADT| ATMEN| ATTENBERG| AUCH SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN| AUF DEM KOMETEN| AUF DEM WEG ZUR SCHULE| AUF DER JAGD NACH DEM NIERENSTEIN| AUF IMMER UND EWIG| AUF LEISEN PFOTEN| AUF WIEDERSEHEN KINDER| AUFREGUNG UM WEIHNACHTEN| DAS AUGE DES ADLERS| AUS DER TIEFE DES RAUMES| AUSFLUG IN DEN SCHNEE| DAS AUSGELASSENE TRIO UND DER GEHEIMNISVOLLE MR. X| AUSLANDSTOURNEE| EIN AUSSERIRDISCHER SOMMER| AVIYAS SOMMER| AZUR UND ASMAR|


KJK-Ausgabe 86/2001

 

Anzeigen:

Einzelne Ausgaben:

Filmtitel nach Alphabet:

Zusatzmaterialien:

Volltext-Suche:

 

 


Sonderausgaben bestellen!