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Ausgabe 87-3/2001

CATS & DOGS – WIE HUND UND KATZ'

Produktion: Mad Chance; USA 2001 – Regie: Lawrence Guterman – Buch: John Requa, Glenn Ficarra – Kamera: Julio Macat – Schnitt: Michael Stevenson, Rick W. Finney – Musik: John Debney – Darsteller: Alexander Pollock (Scott Brody), Jeff Goldblum, Elizabeth Perkins – Länge: 90 Min. – Farbe – Verleih: Warner Bros. Pictures (35mm) – FSK: ab 6, ffr. – Altersempfehlung: ab 8 J.

Seit Jahrtausenden tragen Hunde und Katzen eine erbitterte Fehde aus. Der Kampf um die Vorherrschaft spitzt sich zu, als der skrupellose Katzenanführer Mr. Tinkles den Plan entwirft, alle Hunde dieser Welt außer Gefecht zu setzen. Der erste Angriff seiner Elite-Katzen gilt dem Haus von Professor Brody, der an einem Medikament forscht, das Menschen von Hundeallergien befreien soll. Als ein erfahrener Wachhund von den Katzen gekidnappt wird, rückt der naive Beagle-Welpe Lou an seine Stelle, der sich mit Brodys Sohn Scott anfreundet. Zum Glück steht Lou eine Riege von Hunde-Agenten mit High-Tech-Ausrüstung zur Seite, um die fiesen Putschpläne der schurkischen Katzen zu durchkreuzen und die ahnungslose Menschheit zu retten.

Der aufwändig inszenierte Familienfilm kombiniert technisch überzeugend lebendige Tiere und Menschen mit Tierpuppen, digitalen Spitzentricks und reichlich High-Tech-Spionage-Gerätschaften. Auch wenn "Cats & Dogs" einige Anklänge an einschlägige Tierfilme wie "Schweinchen Babe", "Susi & Strolch", "Stuart Little" usw. aufweist, geht diese Komödie in mehrfacher Hinsicht über harmlose Vierbeiner-Abenteuer hinaus. Der Debütant Lawrence Guterman, der zuvor bei einigen Sequenzen des Ameisen-Trickfilms "Antz" Regie geführt hat, verzahnt die Rangeleien der vermenschlichten Tiere mit Hilfe moderner Tricktechnik mit Action-Szenen im Stil von Agenten- oder High Tech-Krimis. So scheinen die hochgerüstete Überwachungsstation des winzigen, haarlosen chinesischen Schopfhunds Peck, der nebenbei ein Elektronik-Genie ist, oder die in einer Hundehütte untergebrachte Internet-Kommunikationszentrale geeignet, auch die Phantasie heutiger Computerkids noch zu beflügeln.

Zugleich liefern die teilweise zu Karikaturen überzeichneten menschlichen Figuren nur das Beiwerk zum verborgenen Machtkampf der Vierbeiner. So haben denn auch Jeff Goldblum und Elizabeth Perkins als Eltern kaum mehr als Statistendienste zu absolvieren. Einen etwas größeren Part bekommt der Nachwuchsdarsteller Alexander Pollock, der als Scott immerhin hin und wieder mit Lou herumtollen darf.

Zwar richtet sich der Film hauptsächlich an junge Tierliebhaber und High-Tech-Freaks, aber auch ältere Kinogänger kommen bei allerlei Dialogwitzen der sprechenden Tiere und einigen Parodien auf ihre Kosten: So etwa bei einer aggressiven Ninja-Katze, die wie in "Matrix" mitten in der Attacke 'einfriert', als die menschliche Hausherrin das Zimmer betritt. Allerdings wecken einige Kampfszenen mit tödlichen Wurfgeschossen und auch der Showdown in einer Kunstschneefabrik Bedenken, scheinen sie doch geeignet, kleinen Kinobesuchern Angst einzujagen.

Ohne Zweifel markiert die Synthese der Zulieferungen renommierter Trickhersteller wie Rhythm & Hues ("Grinch"), Tippett Studio ("Hollow Man"), die Londoner Mill Film und Henson Creature Shop mit den Realaufnahmen von 27 Hunden und 33 Katzen den letzten Stand der Technik: Die Kinogänger werden den raffinierten Wechsel der Bildquellen nicht mehr bemerken. Allerdings waren auch 200 Animatoren, Designer, Computerexperten und Techniker im Einsatz, um die mehr als 800 visuellen Effekte zu erstellen. Als größte Hürde erwies sich dabei das seidige Fell des digitalen Persianerkaters, der den echten Kater Mr. Tinkles in gefährlichen Situationen ersetzt.

Aufmerksame Zuschauer werden einige Schwächen im Drehbuch bemerken: Warum ausgerechnet ein tapsiger Junghund die schwierige Aufgabe übernehmen soll, das Haus der Brodys zu bewachen, scheint ebenso wenig einleuchtend wie die ausgesprochen umständliche Taktik der Katzen, die Hundekonkurrenz über menschliche Allergien auszutricksen. Sieht man über solche Nachlässigkeiten hinweg, bleibt solides Mainstream-Amüsement für Jung und Alt. Die hiesige Kinoauswertung dürfte gewiss dadurch gefördert werden, dass prominente Schauspieler wie Oli P., Heiner Lauterbach, Hannelore Elsner, Rufus Beck, Ilja Richter und Manfred Krug den Fell- und Pelzträgern ihre Stimmen leihen. Im Übrigen wird womöglich so mancher Hunde- oder Katzenhalter nach dem Kinobesuch darüber nachsinnen, was sein tierischer Liebling sich wohl so denken mag angesichts etlicher menschlicher Eitelkeiten und Spleens.

Reinhard Kleber

 

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