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Ausgabe 87-3/2001

PINKY UND DER MILLIONENMOPS

Produktion: Provobis-Film GmbH, in Koproduktion mit MDR, SWR und Tellux-Film GmbH; Deutschland 2001 – Regie: Stefan Lukschy – Buch: Sibylle Durian – Kamera: David Slama – Schnitt: Kerstin Kexel – Musik: Andreas Bick – Darsteller: Jaime Krsto (Pinky), Hans Clarin (Jonathan Morgan), Heinrich Schafmeister (Dr. Webster), Carmen-Maja Antoni (Leontine), Tilo Prückner (Punk) Winfried Glatzeder (Inspektor Columbus) u. a. – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6, ffr. – Verleih: Progress Film-Verleih (35mm) – Altersempfehlung: ab 8 J.

Eine Krimikomödie für Kinder – da tut man sich meist schwer, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. So hebt auch Stefan Lukschys Film, basierend auf dem Kinderbuch-Bestseller "Detektiv Pinky" von Gert Prokop, ab in eine eher etwas beliebige Märchenwelt eines fiktiven Großstadtambientes. Aber es ist höchst vergnüglich, dem ungleich seltsamen Paar Jaime Krsto und Hans Clarin zuzusehen, dem pfiffigen Knirps und dem schrulligen Millionär. Und wer Möpse mag, dürfte ein Fan des possierlichen Vierbeiners Arnold werden.

Allan Pinkerton, jener legendäre schottisch-amerikanische Meisterdetektiv mit seinem weltberühmten Büro in Chicago in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, stand namentlich und ein wenig von fern Pate für die Hauptfigur des elfjährigen Waisenjungen Pinky. Der liebt Detektivgeschichten über alles und möchte natürlich gern eines Tages so berühmt sein wie das große Vorbild. Vorerst sieht es aber nicht so aus, als ob aus diesem Traum etwas würde. Er wächst bei ziemlich skurrilen Pflegeeltern auf, einem von Sammlerleidenschaft besessenen Trödelladen-Betreiber und dessen kurzsichtiger und schlecht kochender Frau, die sich um den Haushalt und die Kinder kümmert. Denn mit Pinky leben bei den Pommers noch vier weitere Waisen, die alle einen ungewöhnlich eigenwilligen Kopf haben.

Stefan Lukschy inszeniert diese Kinder mit sehr viel Einfühlungsvermögen und man spürt, er steht wie ein Komplize auf ihrer Seite. Dennoch hätte ein bisschen mehr Realismus oder auch Realitätsbewusstsein der allzu märchenhaften Geschichte sicher gut getan. Dass der Millionär und Kaufhausbesitzer in allerlei kunterbunten und vielleicht doch nicht so ganz glaubwürdigen Verkleidungen inkognito seine Angestellten kontrolliert, grenzt bisweilen hart an Klamotten-Niveau. Ein Schauspieler wie Hans Clarin aber stilisiert diese Auftritte souverän zu schrägen Nummern und gibt dem Film damit momentweise sogar sanft absurden Witz. Und er hat bei aller Skurrilität und scheinbaren Menschenfeindlichkeit doch ein nicht so schlechtes und nicht immer von Geiz erkaltetes Herz. Mit dem Pfiffikus Pinky versteht er sich sehr bald sehr gut und gibt ihm seinen ersten detektivischen Auftrag. Prompt stellt der Junge den Kaufhaus-Gangster auf frischer Tat vor Ort.

Richtig dramatisch wird es, als des Millionärs geliebter Mops Arnold entführt wird, frech von der Leine geschnitten mitten in der TV-Abteilung seines eigenen Kaufhauses. Jener Mops, mit dem zusammen Clarin an den Fernsehdetektiv McCabe erinnert, ist nämlich von dem Millionär als Alleinerbe eingesetzt worden. Das hält der beste Anwalt nicht aus. Glücklicherweise gibt es Pinky und so nimmt der ganze verrückte Aberwitz schließlich doch noch ein gutes Ende. Und Stefan Lukschys Film reiht sich ein in die vielen mittelprächtigen Kinderfilme, solide humorvoll und spannend, aber nicht gerade extrem originell.

Frauke Hanck

 

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