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Ausgabe 93-1/2003

ALIENS IN COLORADO

VETRELCI V COLORADU

Produktion (Betacam SP): Ceská televize Prag; Tschechische Republik 2002 – Regie und Buch: Karel Janák – Kamera: Martin Sácha – Schnitt: Adam Dvorák – Musik: Milos Sommer -Darsteller: Denisa Vokurková, Vojtech Zajíc, Ondrej Duchek, Martin Pisarík u. a. – Länge: 64 Min. – Farbe – Vertrieb: Ceská televize – Telexport, Kavcí hory, 14070 Praha 4, Tschechische Republik, Fon +420-2-61137432, Fax +420-2-61211354 – Altersempfehlung: ab 6 J.

Als einen turbulenten Sommerspaß versuchte der junge Regisseur Karel Janák offenbar seine eigenen Kindheitsträume aufs Zelluloid – besser: aufs elektronische Format – zu bannen. Mit einer witzigen Mischung aus Science-Fiction-Verschnitt, Klamotte und Öko-Satire gelang dem studierten Nuklearphysiker und FAMU-Absolventen ein heiteres Film-Abenteuer für Kinder und für Erwachsene, die ihre eigene Kindheit noch nicht ganz vergessen haben. Spannende Ferienerlebnisse sind gewiss immer dankbare Sujets für Auge und Ohr. Wenn sie noch dazu den Kleinen das Gefühl vermitteln, der führenden Hand der Erwachsenen entronnen zu sein und auf eigene Faust im Unerforschten wandeln zu können, vermögen solcherart Filme jene Lockerheit aufweisen, die sie zu wirklicher Unter-Haltung geraten lassen.

Die Dreikäsehochs Rick, Peter und Ivana aus Prag verbringen ihre Ferien am Rande eines Flugplatzes, um in einem ausgedienten Luft-Klepper Außerirdische aufzuspüren. Schnell verwandelt sich das öde Rollfeld in eine Landepiste für fliegende Untertassen und zufällig versprengte Menschen in blubbrige Wesen von anderen Gestirnen. Obgleich die Nachwuchs-Raumschiffpiloten die Phantasie auch kaum verlässt, haben sie es schließlich doch satt, pausenlos fleischlosen Schimären nachzujagen. Da scheint es Ricks älteren Bruder Radek und seinem Freund Tom besser zu ergehen. In Colorado, hört Rick erstaunt, soll die Landung wirklicher Aliens bevorstehen. Die Kinder halten Kriegsrat und beschließen, den Jugendlichen ins vermeintlich extra-terrestrische Zielgebiet zu folgen. "Colorado" entpuppt sich schließlich als ein Berg in der Nähe eines böhmischen Dorfes, der – so vermutet der Zuschauer – mit Abfällen irgendwelcher Art verseucht ist. Die Kinder indes halten die Absperrung für das sichere Zeichen einer bevorstehenden Ufo-Landung und schlagen sich bis zur zentralen Schlucht durch. Statt Aliens jedoch begegnen sie einer Dorfgang, die ihr Revier und mehr noch ihre Mädchen heftig gegen Fremde verteidigt. Radek und Tom sind inzwischen als unerwünschte Eindringlinge gefasst. Mit pfiffigen Tricks und mutiger Hand gelingt es den kleinen Alienjägern gemeinsam mit neuen Freunden aus dem Dorf, die Älteren zu befreien und zudem der – wie sich herausstellt – kriminellen Jugendbande das Handwerk zu legen.

Herausragend in diesem kleinen Werk sind besonders die drei Kinder-Darsteller, die mit nicht enden wollendem Spaß die Erwachsenen auf immer neue Proben stellen und dennoch bereits – oder gerade deshalb – ihre ausgeprägten Charaktere mit Leichtigkeit und Charme ausspielen. Dabei wird auch vor vermeintlichen Tabuthemen wie den aufkeimenden sexuellen Interessen der Kinder nicht Halt gemacht, durch die der Film im tschechischen Fernsehen vor gewissen Schwierigkeiten stand. Heikel erscheint einzig das dargestellte Problem der offensichtlichen Kontamination des Berges "Colorado" – übrigens ein Fiktivum –, das von den Filmemachern doch zu leichtfertig umschifft wird. Mit viel Witz und einer scheinbar konfusen Vielfalt an Ereignissen bei allerdings nicht immer durchschaubarer Handlungsführung wird von den Kindern eine Welt karikiert und auf den Kopf gestellt, der sie morgen selber angehören werden.

Zu seiner Deutschland-Premiere anlässlich des 7. Internationalen Filmfestivals für Kinder "Schlingel" in Chemnitz war der Film Liebling und Preisträger des Publikums und der Kinderjury: "Endlich ein Film, bei dem wir das Gefühl hatten, dass wir nicht von den Erwachsenen belehrt werden."

Volker Petzold

 

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