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Ausgabe 93-1/2003

SPUK AM TOR DER ZEIT

Produktion: Antaeus-Film / ORB / SWR / NDR / SFB / BR / Kinderkanal; Deutschland 2002 – Regie: Günter Meyer – Buch: Günter Meyer, Hans-Georg Struck – Kamera: Sebastian Richter – Schnitt: Matthias Behrens – Musik: Jörg Rausch – Darsteller: Friedrich Lindner (Marco/Wilhelm), Laura Berghäuser (Marie), Nina Hoger (Marcos Mutter Renate), Walter Plathe (Bürgermeister) – Länge: 90 Min. – Farbe, 35mm – Verleih/Weltvertrieb: Alexander Gehrke, ANTAEUS-Film, Steinstr. 62, 14480 Potsdam/Babelsberg – Altersempfehlung: ab 8 J.

In den 80er-Jahren waren die TV-Serien "Spuk von draußen", "Spuk unterm Riesenrad" und "Spuk im Hochhaus" in der DDR höchst erfolgreich. Was lag näher, als aus dem erfolgreichen Konzept Kinofilme zu machen. So entstanden 1997 "Spuk aus der Gruft" und 1999 "Spuk im Reich der Schatten". Jetzt legte Günter Meyer mit "Spuk am Tor der Zeit" den dritten Teil der Filmtrilogie vor, der dann auch beim Augsburger Kinderfilmfest 2002 gleich den Preis der Kinderjury in der Sektion "Filme für die Jüngeren" gewann.

Diesmal ist die Gruft des Junkers von Kuhlbanz Ausgangspunkt für eine Zeitreise ins Mittelalter, wo Marco erst seinen Urururur-Opa Wilhelm trifft, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht, und dann der schwer kranken Magd Marie begegnet. Wilhelm ist all das, was Marco nicht ist. Ein Frechdachs, körperlich fit, mit allen Wassern gewaschen und zudem alles andere als schüchtern. Und während Marco versucht, mit modernen Medikamenten Maries Lungenentzündung zu kurieren, treibt Wilhelm in der Gegenwart sein Unwesen und holt dabei für Marco so manche Kohlen aus dem Feuer, bringt ihm aber auch allerlei Probleme ein.

Damit sind die Grundsteine für eine turbulente Verwechslungsgeschichte gelegt, an deren Ende sowohl Marco als auch Wilhelm dazugelernt haben. Obwohl Marco schweren Herzens Abschied von Marie nehmen muss, öffnet ihm diese Begegnung die Augen, wen er wirklich mag. Denn ein Zurück zu Marie gibt es nicht mehr: Die Gruft wird wegen Baufälligkeit abgerissen, womit jede weitere Zeitreise unmöglich wird.

Günter Meyers neuester Streich mischt Fantasy und Science Fiction, wobei er aus der Not begrenzter Mittel eine Tugend macht: Denn er hat nun mal nicht das Geld von "Harry Potter" und Co.; so versucht er auch gar nicht erst, denen nachzueifern. Damit vermeidet er die Fehler, die beispielsweise "Bibi Blocksberg" machte. Mit wenigen, aber überzeugenden Tricks gestaltete er diese Reise in die Zeit durchaus glaubhaft. Und obwohl sein Mittelalter manchmal ein wenig zu sauber und adrett wirkt, gelingt es ihm, die Atmosphäre jener Zeit stimmig zu rekonstruieren und dabei den Kids von heute ganz nebenbei zu erzählen, dass Kindheit nicht immer so vergleichsweise einfach war wie in der Gegenwart.

Natürlich lebt sein Film vor allem von den Darstellern, die zwar – bis auf die Kinder – mehr als Typen besetzt sind, was aber für eine Spukkomödie durchaus Sinn macht. Insbesondere Friedrich Lindner geht in seiner Doppelrolle sichtlich auf, kann er doch hier alle Facetten ausreizen: Mal schüchtern, mal Draufgänger, mal Weichei, mal Sportskanone und all das wirkt nie aufgesetzt. Laura Berghäuser gibt die Marie mit der gebotenen Zurückhaltung; schließlich ist eine Magd in der Vergangenheit anders als ein Mädchen von heute. Regie und Buch machen sich zudem einen großen Spaß daraus, aus den Begegnungen von Marco/Wilhelm mit der jeweils anderen Zeit alles an komischem Potenzial herauszuholen, was drin ist. Es gibt reichlich Slapstick aber auch viel Spannung in diesem höchst unterhaltsamen Spukfilm für Kinder ab 8.

Lutz Gräfe

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 93-1/2003 - Interview - Schauspieler ist beim Film ja doch das Einfachste ...

 

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