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Ausgabe 93-1/2003

Schauspieler ist beim Film ja doch das Einfachste ...

Gespräch mit den Kinderdarstellern Friedrich Lindner und Laura Berghäuser zum Film "Spuk am Tor der Zeit"

(Interview zum Film SPUK AM TOR DER ZEIT)

KJK: Friedrich, Du hast schon in Rolf Losanskys "Friedrich und der verzauberte Einbrecher" eine Hauptrolle gespielt.
Friedrich: "Das war meine erste Hauptrolle. Das war eigentlich auch ganz hübsch und da lernte ich ein paar Leute kennen, mit denen ich jetzt beim 'Spuk am Tor der Zeit' wieder gedreht habe. Bei 'Traumschiff' (eine ZDF-Serie, Anm. LG) spielte ich auch mit. Da war das Buch schlecht. Aber es war toll, mal da zu sein, wo man sonst nicht so hinkommt, wie Neuseeland und Australien."

Wie war das denn, in "Spuk am Tor der Zeit" eine Doppelrolle zu spielen?
Friedrich: "Anfangs habe ich gedacht, dass das vielleicht schwieriger wird als sonst. Es war dann schon schwerer, aber es war jetzt auch nicht so, dass man jeden Tag total im Stress war. Es war eigentlich wie immer, nur halt die Hälfte mehr Text, aber damit habe ich weniger Probleme."

Diese zwei Jungs sind ja doch sehr unterschiedlich.
Friedrich: "Das ging eigentlich erstaunlich gut, diese beiden Typen zu spielen. Wirklich schlimm war nur das andauernde Umziehen, das Schminken der Zähne."
Laura: "Stimmt, gerade das Anmalen der Zähne mit Zahnlack war schon unangenehm. Man musste dann nämlich immer fünf Minuten lang den Mund auflassen."
Friedrich: "Und die 'alten' Sachen, die waren dann schon ziemlich kratzig; also das war gar nicht angenehm."

Laura, wie bist Du denn an die Rolle gekommen?
Laura: "Das war eigentlich eher Zufall. Eine Freundin meiner Mutter arbeitet bei einer Casting-Agentur und die haben diese Marie gesucht. Die kam dann auf meine Mutter zu und meinte, Laura ist bestimmt genau die Richtige. Ich hatte zuerst gar keine richtige Lust, aber meine Mutter hat darauf bestanden, dass ich zumindest zum Casting gehe. Ich bin halt dahin gefahren und habe vorgesprochen. Dann wurde ich genommen, aber ich wusste immer noch nicht so genau, ob ich das überhaupt will. Da hat meine Mutter gesagt, aber du kannst doch jetzt nicht absagen. Also habe ich es gemacht und es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und ich würde das auch wieder machen."

Wie fandest Du es, so eine sehr zurückhaltende mittelalterliche Figur zu spielen; also so eine Dienstmagd?
Laura: "Ich habe mir für meine erste Filmrolle natürlich schon was anderes vorgestellt. Etwas, womit ich mich mehr identifizieren kann. Aber ich habe mich dann damit abgefunden und die kleine Magd war ja auch ganz süß. Das war ja nicht wirklich ich, das war eine ganz andere Person mit einem ganz anderen Charakter und einem ganz anderen Aussehen. Insofern war es OK."

Habt Ihr selber dem Regisseur auch mal gesagt: Also das kann ich nicht sprechen, so redet kein Mensch?
Friedrich: "Ich schon. Ich hab dann gemeint, ich würde jetzt lieber dieses Wort sagen, weil das passender klingt. Darüber macht man sich beim Schreiben vielleicht nicht so viele Gedanken, ob das jetzt gerade zu dem Charakter passt. Und größtenteils ist er auf meine Vorschläge eingegangen."
Laura: "Am Anfang habe ich lieber nichts gesagt; ich war ja ganz neu und vielleicht ist der Regisseur dann ja mit mir unzufrieden; ich war halt so ein bisschen scheu. Später überlegte ich manchmal schon, was zu sagen. Aber dann war ich mir auch nicht so sicher; schließlich haben die Leute 1766 auch noch anders gesprochen. Da habe ich mich eben auf Günter Meyer verlassen, dass er das schon richtig macht."

Könntet ihr Euch vorstellen, weiter Filme zu machen?
Laura: "Ich könnte mir schon vorstellen, weiter als Schauspielerin aufzutreten, aber ich möchte das auf keinen Fall als Beruf machen."
Friedrich: "Bei mir ist das auch eher eine Freizeitbeschäftigung. Ich würde schon gerne was beim Film machen, aber Schauspieler eher nicht, auch wenn meine Mutter das nicht versteht. Denn Schauspieler ist beim Film ja doch das Einfachste; die schwerere Arbeit machen ja die Leute hinter der Kamera. Sie müssen nur keinen Text lernen, haben aber auch körperlich die schwerere Arbeit. Also, Tonmeister, Kameramann, Beleuchter, irgendwie sowas."

Wie war es, als Ihr den Film das erste Mal auf der Leinwand gesehen habt?
Friedrich: "Man war schon überrascht, im positiven wie auch teilweise im negativen Sinn. Es war schon spaßig zu sehen, was die Arbeit gebracht hat, die man da gemacht hat. Also ich bin noch ganz zufrieden damit."
Laura: "Ich finde den Film an sich eigentlich total süß und schön und auf jeden Fall gut gelungen. Ich bin aber mit mir wieder total unzufrieden, wie ich da gucke und wie ich das sage. Und es war schon ganz anders, sich da so riesig auf der Leinwand zu sehen."
Friedrich: "Weil das eben auch nicht so die Sachen waren, die man gerne anzieht oder wie man eigentlich auch gerne spricht oder guckt. Es war dann eben meistens doch so, wie der Herr Meyer gesagt hat: Guck so, sag das. Das bezieht sich auch auf den Marco (die Gegenwartsfigur, Anm. LG). Ich würde mich nicht unbedingt mit ihm identifizieren. Der ist mir zu schüchtern. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich ein Draufgänger bin, aber ganz so bieder bin ich dann doch nicht; auch von den Klamotten her."

Was haben denn Eure Freunde gesagt?
Friedrich: "Also meine haben's zum Glück noch nicht gesehen."
Laura: "Meine auch nicht. Ich habe ihnen nicht Bescheid gesagt. Ich will das lieber mit ihnen zusammen gucken. Ein paar meiner Freundinnen haben auch schon in Filmen gespielt und dann machen wir einen Schauspielerinnen-Filmabend, wo wir uns unsere Filme angucken."
Friedrich: "Lustig ist, dass mein bester Freund aus meiner Klasse auch mitgespielt hat, und zwar als mein Hinterkopf-Double. Das war witzig. So bin ich nicht der Einzige in der Klasse, der was mit Film zu tun hat. Jetzt sind wir schon zwei, die dann was erzählen können, wenn Fragen kommen."

Was habe ich Euch denn noch nicht gefragt, wozu Ihr gerne was sagen würdet? Macht Ihr doch mal meine Arbeit.
Laura: "Der erste Kuss."
Friedrich: "Das ist die Standardfrage." (Laura stimmt ihm zu)

Also gut, wie war das denn?
Laura: "OK, jetzt wieder die übliche Antwort. Es war total OK, es war kein Problem. Da wir ja alle wussten, dass es nicht ernst gemeint war."

Guckt Ihr sonst auch schon mal Kinderfilme?
Laura: "Ich hab mir hier (bei den Augsburger Filmtagen, LG) 'Kletter-Ida' angesehen und muss sagen, wenn der in derselben Altersklasse wie unserer laufen würde, wäre das eine echte Konkurrenz. Und dann habe ich 'Hilfe, ich bin ein Junge' gesehen; das ist der schlechteste Kinderfilm, den ich je gesehen habe."
Friedrich: "Den habe ich mir gar nicht erst angeguckt, weil ich mir gesagt habe, das ist der 101. Verwechslungsfilm, also was soll's. Sonst guck ich gerne mit meiner Mutter die alten tschechischen und russischen Märchenfilme. Dass man nicht nur den ganzen amerikanischen Actionschnulz sieht."
Laura: "Ich seh' mir die auch an, aber nur wegen meinem kleinen Bruder, der wird jetzt bald fünf. Aber dann eher Trickfilme wie 'Wickie' oder 'Pippi Langstrumpf' oder die 'Michel'-Filme."

Mit Friedrich Lindner und Laura Berghäuser sprach Lutz Gräfe


Das Interview entstand beim Augsburger Kinderfilmfest (24.11.-01.12.2002), wo Günter Meyers Film "Spuk am Tor der Zeit" im Wettbewerb I ("Filme für die Jüngeren") lief; weitere Filme in dieser Kategorie: "Ikingut", "Send mehr Süßes", "Mariken" und "Tsatsiki II". Als Jury fungierte die Klasse 4c der Luitpold-Schule Augsburg.

 

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