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Ausgabe 94-2/2003

ELINA

ELINA – SOM OM JAG INTE FANNS

ELINA

Produktion: Filmlance International AB / Kinoproduction Oy; Schweden / Finnland 2001 – Regie: Klaus Härö – Drehbuch: Kjell Sundstedt, nach dem Roman von Kerstin Johansson i Backe – Kamera: Jarkko T. Laine – Schnitt: Riitta Poikselkä – Musik: Thomas Kantelinen – Darsteller: Natalie Minnevik (Elina), Bibi Andersson (Tora Holm), Marjaana Maijala (Mutter), Henrik Rafaelsen (Einar Björk), Tind Soneby (Irma) u. a. – Länge: 80 Min. – Farbe – Vertrieb: Atlas Film und Medien, Duisburg – Weltvertrieb: Filmlance International AB, Stockholm, Fax 0046-8-4597389, e-mail: hq@filmlance.se – Altersempfehlung: ab 10 J.

Der junge finnische Regisseur Klaus Härö begibt sich mit seinem zweiten langen Spielfilm in eine Vergangenheit, die nicht gerade von guter Nachbarschaft zeugt: Das Mädchen Elina gehört zur finnischen Minderheit in Nordschweden und hat es schon deshalb schwer. Das Leben ist karg in dem Dorf, Anfang der 50er-Jahre, die Lebensbedingungen ungesund. Elinas über Alles geliebter Vater ist an Tuberkulose gestorben und sie selbst musste wegen dieser tückischen Krankheit lange das Bett hüten. Jetzt hat der fürsorgliche Arzt ihr wieder erlaubt in die Schule zu gehen, doch weil sie zu viel versäumt hat, wird die Neunjährige in die Klasse ihrer jüngeren Schwester Irma gesteckt, zur Oberlehrerin Fräulein Holm. Die hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kinder zu ordentlichen Schweden zu erziehen und deshalb ist finnisch zu sprechen verboten. Das führt sehr bald zum Konflikt zwischen Elina und der Lehrerin, die das Mädchen für verwahrlost hält und schon deshalb besonders streng mit ihr umgeht. Elina hatte einem Mitschüler geholfen, der wie sie zur Minderheit gehört, Schwierigkeiten mit der schwedischen Sprache hat und finnisch mit ihm gesprochen. Der Konflikt eskaliert, als Elina sich dem Diktat der Lehrerin nicht beugt und Fräulein Holm die härteste Strafe gegen das Kind anwendet: die Nichtbeachtung. Darauf spielt auch der Filmtitel im Original an: "Elina – Als ob es mich nicht gäbe".

Immer wieder flüchtet Elina an ihren Lieblingsplatz unter einem Baum im Moor. Die Mutter, die es gut mit ihr meint, aber durch das Leben mit den Kindern allein überfordert ist, hat ihr verboten dorthin zu laufen, doch hier fühlt Elina sich geborgen, hier kennt sie sich aus, war sie doch mit dem Vater oft hier und der hat ihr gezeigt, wie man sich im Moor verhält. An diesem Platz fühlt sie sich dem Vater nahe, spricht mit ihm, erzählt von den Ungerechtigkeiten. Eines Tages aber gerät sie doch in große Gefahr und droht im Moor zu versinken und jetzt sind es auch die Klassenkameraden, die von Irma alarmiert zu Hilfe eilen. Dabei greift der neu ins Kollegium gekommene junge Lehrer kurzerhand zur Stundenplantafel – Sinnbild für Fräulein Holms akribische Ordnung – und bringt sie zu Elina ans Moorloch. So hat sie eine feste Unterlage und wird gerettet. Ein wunderbares Symbol für Beherztheit und Menschlichkeit, der sich schließlich auch Fräulein Holm nicht mehr verschließen kann.

Der Film verdankt seine Intensität einem hervorragenden Ensemble: allen voran Natalie Minnevik als Elina, die so gegensätzliche Eigenschaften wie Schüchternheit, Stolz und Geradlinigkeit überzeugend verkörpern kann, und Bibi Andersson, die durch ihre Mitwirkung bei Filmen von Ingmar Bergman berühmte Schauspielerin, hier in der Rolle der kompromisslosen ältlichen Oberlehrerin Tora Holm. Nicht zuletzt hat der Film mit einer unendlichen, unberührten und ungemein farbnuancenreich ins Bild gebrachten Wald- und Moorlandschaft einen weiteren "Hauptdarsteller". Klaus Härös Film steht mit seiner eindringlichen, zuweilen bedrückenden Atmosphäre in guter Bergmanscher Tradition, erzählt aber auch eine Geschichte, die Kinder gut nachvollziehen können. Mögen die Probleme zwischen Elina und Fräulein Holm zum Ende des Films auch etwas unvermittelt abgebaut werden, so entlässt "Elina" das Publikum schließlich gelöst und hoffnungsvoll.

Die Kinderjury beim Kinderfilmfest Berlin 2003 verlieh dem Film "Elina" den Gläsernen Bären für den besten Spielfilm.

Christel Strobel

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 96-2/2003 - Kinder-Film-Kritik - Elina

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.ELINA im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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