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Ausgabe 96-4/2003

DIE WILDEN KERLE

Produktion: SamFilm Produktion, Deutschland 2003 – Regie und Buch: Joachim Masannek – Kamera: Sonja Rom – Schnitt: Alex Berner – Musik: Gert Wilden – Songs: Bananafishbones – Darsteller: Jimi Blue Ochsenknecht (Leon), Wilson Gonzalez Ochsenknecht (Marlon), Constantin Gastmann (Fabi), Raban Bieling (Raban), Marlon Wessel (Maxi), Leon Wessel-Masannek (Markus), Sarah Kim Gries (Vanessa), Florian Heppert (Dicker Michi), Rufus Beck (Willi), Cornelia Froboess (Oma Vanessa), Uwe Ochsenknecht (Vater Maxi), Natascha Ochsenknecht (Mutter Raban), Adnan Maral (Obsthändler) u.v.a. – Länge: 94 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Buena Vista (35mm) – Altersempfehlung: ab 6 J.

Die Sommerferien haben begonnen – und es regnet in Strömen. Der Platz, auf dem Leon, Fabi, Marlon, Raban, Juli, Maxi und Joschka mit großer Leidenschaft Fußball spielen, steht unter Wasser. Platzwart Willi schließt seine Bude. Eine Katastrophe für die Jungs, die sich die "Wilden Kerle" nennen und deren Motto heißt: Alles ist gut, solange du wild bist. Nun sind sie gezwungenermaßen zu Hause mit dem Ball wild und prompt hagelt es Hausarreste. Das ist der Vorteil der sieben "Unbesiegbaren Sieger", die – vom dicken Michi angeführt – den Platz bei den ersten Sonnenstrahlen besetzen und nur höhnisch über den Besitzanspruch der kleinen Wilden lachen können. Mit dem Mut der Verzweiflung fordern die ein Fußballduell in zehn Tagen, das über die Platzherrschaft entscheiden soll. Jetzt ist Willi gefragt, der doch immer erzählt, wie erfolgreich er als Fußballprofi war. Mit höchst eigenwilligen Trainingsmethoden geht er die Sache an. Für weitere Irritation sorgt Vanessa, die mit ihrem Fahrrad die Jungs umkreist und mitspielen will. Die lehnen natürlich ab – was hat ein Mädchen bei den Wilden Kerlen verloren. Nach dem Elfmeterschießen denken die aber anders. Der Tag der Entscheidung rückt näher, doch bis zum erfolgreichen Finale ist es noch ein harter Weg mit Fouls, Abseitsfallen und Hackentricks.

Joachim Masannek (Drehbuch und Regie) hat nach seiner Kinderbuchreihe "Die wilden Fußballkerle" (erschienen im Baumhaus Verlag) einen dynamischen Spielfilm mit turbulenten, überdrehten und sehr komischen Szenen inszeniert. Der Film spielt in einer von den Kindern entworfenen und selbst bestimmten Welt. Das Milieu ist Masannek bestens vertraut, sind doch seine Söhne Leon und Marlon Mitglieder der Fußballjugendmannschaft in München-Grünwald und er selbst Trainer dieser echten "Wilden Kerle". Herausgekommen ist ein runder Film über Freundschaft und Zusammenspiel, Ängste und Mutproben. Die Klischees, dass Jungen immer nur fies sind und Mädchen zickig, kickt Masannek locker ins Abseits und wird darin trefflich unterstützt durch die Songs von Bananafishbones.

Die Aufstellung der Fußball-Kids überzeugt – ein geschickter Spielzug, dass Masannek die talentierten Kinder seiner erwachsenen Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht und Rufus Beck in die Mannschaft genommen hat, ebenso seine eigenen Söhne. Und bei Vanessa (von Sarah Kim Gries beeindruckend gespielt) handelt es sich keineswegs um ein Alibi-Mädchen. Sie weicht die Abwehr der Jungen auf und bringt bei den Wilden Kerlen bis dahin nicht gekannte Gefühle ins Spiel. Gleichzeitig besteht sie auf dem Fußballplatz.

Indem der etwas zu klein geratene, neunjährige Raban die ganze Geschichte über das legendäre Fußballmatch aus dem Off erzählt, bei dem er selbst fast nicht hätte dabei sein dürfen, werden die Zuschauer immer mehr ins Geschehen gezogen. Zum Schluss bleibt niemand unparteiisch im Kinosessel sitzen. Der Sieg der kreativen Wilden Kerle ist auch ein Sieg über dumpfe Muskelprotze. Ein rundum gelungener Kinderfilm – nicht nur für Fußballkids.

Gudrun Lukasz-Aden / Christel Strobel

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 104-4/2005 - Interview - "Filme an die man glaubt, letztendlich möglich zu machen – darum geht es ja"
KJK 96-4/2003 - Interview - "Alles ist gut, solange du wild bist!"

 

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