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Ausgabe 97-1/2004

DEEP BLUE

Produktion: BBC Worldwide / Greenlight Media AG; Großbritannien / Deutschland 2003 – Regie und Drehbuch: Alastair Fothergill und Andy Byatt – Kamera: Doug Allan, Peter Scoones, Rick Rosenthal u. a. – Schnitt: Martin Elsbury – Musik: George Fenton – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Kinowelt – Altersempfehlung: ab 10 J.

Nach "Mikrokosmos" und "Nomaden der Lüfte", zwei eindrucksvollen Dokumentarfilmen über die Welt der Insekten und die Reisen der Zugvögel, schickt der Verleih Kinowelt nun einen weiteren spektakulären Naturfilm ins Kinorennen. Spektakulär ist schon der Auftakt: In der Brandung von Patagonien jagt ein riesiger Killerwal junge Seelöwen, die er am Strand eingekesselt hat. In imposanten Zeitlupen zeigt die Kamera, wie der Wal leichte Beute macht, ehe er noch lebende Jungtiere ins tiefe Wasser zieht, um seinem eigenen Nachwuchs das Jagen beizubringen. In 22 Sequenzen führt der Film weitere teils einzigartige Bildfolgen vor: Sei es die mörderische Hatz einer Delphinherde auf einen Sardinenschwarm, der Kampf einer Eisbärenmutter gegen eingeschlossene Belugawale, oder die Überlebensstrategie kaum bekannter Tiefseebewohner, die zum Fressen in höhere Gewässerschichten aufsteigen. Wie aus einem Science-Fiction-Film wirkt jene Sequenz, in der eine Korallenkolonie eine andere in einer Art biochemischem Krieg bei lebendigem Leibe auffrisst.

Für humoristische Tupfer sorgt eine riesige Kolonie von Grenadierkrabben, die in Reih und Glied zu ausgelassenen Salsa-Klängen übers Watt rennen oder eine Gruppe von Kaiserpinguinen, die wie in einem Ballett pfeilschnell aus dem eisigen Wasser schießen und geschickte Bauchlandungen auf Eisplatten hinlegen. Faszinierend anzusehen sind auch die Spinner-Delphine, die so gerne aus dem Wasser springen und sich in der Luft drehen.

Mit bis zu 20 Spezial-Kamerateams der BBC Natural History Unit drehten die britischen Dokumentaristen Alastair Fothergill und Andy Byatt an über 200 Orten in aller Welt mehr als fünf Jahre in Meerestiefen bis zu 5.000 Metern. In der Tiefsee entdeckten Fothergill & Co. sogar zwei neue Tierarten: eine riesige Quallenart und einen unbekannten Octopus. Aus insgesamt 7.000 Stunden Filmmaterial haben die Autoren die Highlights für den 90-minütigen Kinofilm und die mehrteilige TV-Serie "The Blue Planet" herausgefiltert. Geht sonst erst der Kinofilm an den Start, so gelangte hier zunächst die TV-Serie an die Öffentlichkeit. Im Vergleich zu den TV-Folgen verzichtet die Kinoversion weitgehend auf die erläuternden Off-Kommentare, was dem interessierten Zuschauer leider viele Informationen vorenthält. Außerdem wurde die emotionale Wirkung durch einen opulenten, ja oft sogar reichlich pathetischen Soundtrack verstärkt, der mehr als 85 Prozent der Bildsequenzen begleitet und erheblich dynamischer angelegt ist als die TV-Musik. Dafür konnten die Produzenten den renommierten Filmkomponisten George Fenton ("Gandhi") gewinnen. Zusammen mit den Berliner Philharmonikern spielte Fenton dann auch den üppigen Score ein. Das berühmte Orchester nahm damit erstmals in seiner 130-jährigen Geschichte eine Filmmusik auf.

Insgesamt legt der Kinofilm mehr Wert auf Action als die Serie: Die Zuschauer sollen so in ein Unterwasserschauspiel hineingezogen und auf eine spannende Reise mitgenommen werden, auf der sich ihnen manche Mysterien der Meere erschließen, die schließlich zwei Drittel der Oberfläche unseres Planeten bedecken. Auf diese Weise bringt der Film Umweltthemen auch Zuschauern nahe, die dafür ansonsten nicht so aufgeschlossen wären.

Im Windschatten des überaus erfolgreichen Unterwassertrickabenteuers "Findet Nemo" sollte es "Deep Blue" nicht schwer fallen, ein für Natur- und Umweltphänomene aufgeschlossenes Publikum ins Kino zu locken. Zahlreiche Episoden, die den ewigen Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden veranschaulichen, stellen für junge Zuschauer keine leichte Kost dar, so dass erwachsene Begleitpersonen im Kino nicht fehlen sollten. Zur Bereicherung des Biologie-Unterrichts eignet sich "Deep Blue" aber allemal, auch wenn oder vielleicht gerade weil man den pädagogischen Zeigefinger hier vergebens sucht.

Reinhard Kleber

 

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