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Ausgabe 97-1/2004

DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL

Produktion: HFF München / BR; Deutschland / Mongolei 2003 – Regie und Buch: Byambasuren Davaa, Luigi Falorni – Kamera: Luigi Falorni – Schnitt: Anja Pohl – Musik: Marcel Leniz, Marc Riedinger, Choigiw Sangidorj – Darsteller: Janchiv Ayurzana (Janchiv), Chimed Ohin (Chimed), Amgaabazar Gonson (Amgaa), Zeveljamz Nyam (Zevel) u. a. – Länge: 91 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Prokino – Altersempfehlung: ab 12 J.

In der Wüste Gobi kommt im Frühjahr 2002 in der Kamelherde einer Nomadenfamilie ein weißes Fohlen zur Welt. Seine Mutter ist verstört von der schweren Geburt und verstößt es. Immer wieder nähert sich das Junge verzweifelt dem Muttertier und kämpft mit jämmerlichem Geschrei um Milch und Zuwendung. Doch die Mutter lässt es nicht an ihre Zitzen heran. Alle Hoffnung scheint für das Jungtier verloren. Als auch sanfte Gewalt und listige Tricks der Nomaden nichts mehr helfen, greifen diese zum letzten Mittel. Ein junger Mann wird in die weit entfernte Stadt geschickt, um einen alten Musiker zu holen. Er soll mit seinem gefühlvollen Geigenspiel das verschlossene Herz der Kamelmutter erweichen.

Für Buch und Regie bei diesem außergewöhnlichen Projekt zeichnen die Mongolin Byambasuren Davaa und der italienische Regisseur und Kameramann Luigi Forlani verantwortlich. Während Davaa noch an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen studiert, hat Forlani sein HFF-Studium mit dem "Kamel"-Film abgeschlossen. Die Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk avancierte auf dem Münchner Filmfest 2003 zu einem Publikumsliebling und schaffte sogar eine Nominierung zum Europäischen Filmpreis in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm".

Der Begriff "Dokumentarfilm" ist dabei jedoch sehr ausgedehnt, räumen Forlani und Davaa doch ein, dass sie sich nicht auf die klassische reine dokumentarische Beobachtung beschränkten, sondern manche verpassten oder nicht fehlenden Handlungen, die für das Erzählen der Geschichte nötig waren, in Absprache mit der zentralen Nomadenfamilie neu veranlassten. Der Wirkung beim Zuschauer kommen diese ästhetisch-dramaturgischen Eingriffe, die die Bezeichnung "Doku-Drama" angemessener erscheinen lassen, allemal zugute.

Mögen die Aufnahmen vom Alltag der vier Generationen, die in einfachen Jurten sozusagen unter einem Dach leben, zunächst nicht allzu viel versprechend aussehen, so gelingt es dem Regieduo doch schnell, mit den unermüdlichen Bemühungen um das Kameljunge die Zuschauerherzen zu gewinnen. Dabei sprechen die Bilder aus einer von zivilisatorischen Errungenschaften wie Satellitenfernsehen und TV-Cartoons bedrohten Steppenidylle für sich, ein erläuternder Off-Kommentar ist überflüssig. Nicht zuletzt die schlichte, lineare Erzählstruktur, das universelle Thema der Tierliebe und der scheinbar "naive" Blick auf das märchenhafte Geschehen machen den Film auch für Kinder höchst interessant.

Reinhard Kleber

 

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KJK-Ausgabe 97/2004

 

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