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Ausgabe 101-1/2005

IN 80 TAGEN UM DIE WELT

AROUND THE WORLD IN 80 DAYS

Produktion: Mostow-Lieberman Prod. / Spanknyce Films / Walden Media; USA 2004 – Regie: Frank Coraci – Buch: David Titcher, David Benullo, David Goldstein, nach dem gleichnamigen Roman von Jules Verne – Kamera: Phil Meheux – Schnitt: Tom Lewis – Musik: Trevor Jones, David A. Stewart – Darsteller: Jackie Chan (Passepartout/Lau Xing), Steve Coogan (Phileas Fogg), Robert Fyfe (Jean Michel), Monique Laroche (Cécile De France) u. a. – Länge: 120 Min. – Farbe – FSK: ab 6 – Verleih: Universum – Alterseignung: ab 12 J.

London vor gut 130 Jahren. Mr. Phileas Fogg, den alle für einen depperten Erfinder halten und auch so behandeln, hat soeben mit den arroganten, weil wissenschaftsfeindlichen Herrschaften der Königlichen Akademie eine Wette abgeschlossen: Er werde die Erde umrunden, alle damaligen Fortbewegungsmittel eingeschlossen, in nicht mehr und nicht minder als 80 Tagen. Zur selben Zeit rennt Herr Lau Xing nach einem Bruch in die Bank von England den Bobbys davon. Die beiden treffen aufeinander. Der eine, mitten in den Reisevorbereitungen und nach einem Diener Ausschau haltend, fragt den anderen, voll in der Klemme und einen letzten Ausweg witternd, nach dessen Pass, wird missverstanden und erhält zur Antwort: "Partout!" Die nicht gerade witzige Namensgebung für den künftigen Reisebegleiter ist vollzogen, die Mannschaft aber noch nicht komplett. Fehlt eine aufregend schöne Frau; das wird die französische Möchtegern-Malerin Monique sein. Jetzt kann es losgehen. Die drei haben die Welt vor sich und dabei einen sie verfolgenden, reichlich bescheuerten Inspektor an der Hacke sowie eine Horde mürrischer Gestalten aus der Heimat des Herrn Lau Xing alias Passepartout. Denn es geht noch um einen geklauten Jade-Buddah, der wurde zurückgeklaut und soll nun wieder an seinen abgestammten Platz. Das wollen die Finsterlinge nicht, und der fixe Inspektor, er heißt tatsächlich Fix, versteht ohnehin immer nur Bahnhof. Die Handlung, nennen wir sie so, ist übersichtlich.

Auf jeder Station der Reise passiert was. Es wird angehalten, um Action zu zelebrieren. Weil der chinesische Diener mit dem französischen Namen von Kung Fu-Idol Jackie Chan verkörpert wird, bringt der vorwiegend seinen Body sportlich in Stellung und kämpferisch zum Einsatz. Seine Gegner sind natürlich keine Pappkameraden, sondern aus demselben Holze. Aber Jackie schlägt sich durch und verhaut alle Bösewichter. Mr. Fogg begreift nicht immer gleich, dafür lächelt Monique umso bezaubernder. Der trashige Prince Hapi ist, um noch einen weiteren Schauspielernamen zu nennen, adäquat mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger besetzt. In Indien geht es hektisch zu, in China in Maßen beschaulich, in der Luft rasant, auf dem Wasser flott, zu Lande flink. Immer gibt es was zu sehen und zu staunen. Der logistische Aufwand beim Dreh, um "In 80 Tagen um die Welt" zu gelangen, ist immens. Die effektvolle digitale Bildbearbeitung war wahrscheinlich sehr teuer. Auch die Starbesetzung ließ man sich was kosten. Die Musik ist immer zu hören, denn sie ist laut.

Die ausführende Produzentin bekennt sich freimütig und selbstbewusst zum Endprodukt: Dies sei "Abenteuerfilm, Komödie, Romanze, Martial-Arts-Film, Kinderfilm, Erwachsenendrama und Fantasy-Spektakel in einem". Das ist ja das Dilemma. Und: Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, muss auch die Bestätigung dafür ertragen. Denn es stimmt, es ist von allem etwas, von keinem aber so richtig ganz, am wenigsten von Jules Verne, der mit "Le tour du monde en 80 jours" 1872 die schriftliche Vorlage lieferte. Die Kinokasse wird dennoch klingeln, nach kurzer Zeit steht was anderes auf dem Programm. Das Buch bleibt und sei hiermit wärmstens empfohlen.

Joachim Giera

 

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