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Ausgabe 104-4/2005

DER KLEINE EISBÄR 2 – DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL

DER KLEINE EISBÄR 2 – DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL

Produktion: Rothkirch Cartoon Film / Warner Germany; Deutschland 2005 – Regie: Thilo Graf Rothkirch, Piet de Rycker – Buch: Piet De Rycker, Bert Schrickel, Thomas Wittenburg, nach den Büchern von Hans de Beer – Musik: Hans Zimmer, Nick Glennie-Smith – Länge: 81 Min. – Farbe – FSK: o. A. – FBW: besonders wertvoll – Verleih: Warner Bros. – Altersempfehlung: ab 5 J.

Der erste Animationsfilm mit dem "Kleinen Eisbären" aus dem Jahr 2001 ist mit fast 2,8 Millionen Kinozuschauern im Inland zu einem der erfolgreichsten bundesdeutschen Filme überhaupt aufgestiegen. Die Zuschauer im Ausland hinzugerechnet, haben rund vier Millionen Menschen die Abenteuer von Lars & Co inzwischen gesehen. Von diesem Erfolg gestärkt, hat die 1974 gegründete Berliner Cartoon Film, die nach den ebenfalls erfolgreichen Filmen "Tobias Totz" und "Lauras Stern" mittlerweile als das erfolgreichste deutsche Trickfilmstudio gelten darf, mit bewährten Partnern eine Fortsetzung realisiert, die Warner Bros. mit etwa 580 Kopien in die Kinos brachte.

Diesmal finden der kleine Eisbär Lars und seine Freunde beim Spielen am Nordpol ein riesiges vereistes Fischskelett. Dagegen steht der Pinguin etwas verloren abseits: Er hat Heimweh nach dem Südpol und singt sich in den Schlaf. Den knurrigen Bären Kalle, Palle und Nalle geht der Gesang auf die Nerven und so schleppen sie den schlafenden Caruso kurzerhand zur Bahnstation und setzen ihn in einen Zug nach Süden, um ihn los zu werden. Lars und sein Freund Robby können gerade noch in einen Waggon des Zuges springen. In einem Fischerhafen landen die unfreiwilligen Ausreißer erst auf einem Kutter und dann im Meer. Getrennt voneinander stranden sie auf einer geheimnisvollen Insel, auf der viele seltsame und lustig aussehende Tiere in Eintracht mit sich und der Natur leben. Auf der Insel lebt auch der elfjährige Chucho mit seiner Mutter, die in einer Darwin-Station arbeitet. Chucho, der noch nie einen Eisbären gesehen hat, folgt Lars mit einer Unterwasserkamera in eine Grotte tief im Meer. Dort wurde ein riesiger Fisch mit vorzeitlichem Aussehen verschüttet. Unbemerkt fotografiert Chucho den Fisch und schickt die Fotos übers Internet an zwei ehrgeizige Forscher am Nordpol. Die halten das Urtier für eine Sensation und reisen sofort an. Sie wollen den riesigen Fisch in einem Netz fangen, um ihn dann zu beobachten. Doch ein bedrohlich grollender Vulkan führt zu einer Rettungsaktion der Tiere, durch die der Riesenfisch freikommt. Lars zeigt seinem neuen Freund den Weg in die Tiefe des Meeres, wo er seine neu gewonnene Freiheit genießen kann.

Frei nach Motiven der beliebten Bücher des niederländischen Autors Hans de Beer haben die bewährten Drehbuchautoren für Lars und seine Kameraden eine neue Abenteuerreise entwickelt, die in Tempo, Spannungsbögen und Länge optimal auf die jüngste Zuschauergruppe abgestimmt ist. Die einfallsreichen Szenen bieten mit ihren schönen farbigen Bildern von der paradiesischen Insel, die den Galapagos-Inseln nachempfunden sind, aber auch genug visuelle Attraktionen für erwachsene Begleitpersonen beim gemeinsamen Gang ins Kino.

In Gestalt des 'prähistorischen' Fisches erweitern die kreativen Kräfte um den Berliner Produzenten und Koregisseur Thilo Graf Rothkirch die Geschichte um eine phantastische Erzählebene. Mit der Befreiungsaktion für den bedrohten Urfisch geben sie dem Publikum eine sympathische Botschaft mit auf den Weg: den erfreulich unaufdringlichen Appell, die natürliche Umwelt samt schützenswerten Lebewesen vor falschem Ehrgeiz und rücksichtsloser Ruhmsucht zu schützen. Darüber hinaus stehen die Tiere im Unterschied zum fragwürdigen Handeln der Menschen für eine Welt der 'humanistischen' Werte wie Toleranz, Hilfsbereitschaft und Fürsorge ein.

Dem anmutigen Stil des ersten "Eisbär"-Films sind die Animatoren treu geblieben, wobei die Insel diesmal starke Farbkontraste zur hellen, weißen Arktiswelt liefert. Bei der Animationstechnik setzt das Team wieder großenteils auf eine Kombination aus traditionellen Handzeichnungen und Computeranimationen, verzichtet zugunsten der Geschichte aber auf spektakuläre Effekte, die Animationsfilme aus Hollywood derzeit ja gerne einsetzen. Über weite Strecken ist die Story liebevoll und poetisch gestaltet, allerdings verdichtet sich zum Schluss hin der Eindruck, dass die Filmemacher zeitweise den Überblick über die Erzählstränge verlieren: Da verschwindet der melancholische Caruso lange Zeit völlig aus der Geschichte, während sich auf der Insel mit einem Vulkanausbruch, der Rettung der Schildkröteneier, der Bedrohung des Fisches und einer gefährlichen Verstrickung der Eisbären im Fischernetz die simultanen Ereignisse geradezu überschlagen.

Dem Muster teurer US-Animationsfilme folgend, haben die Regisseure Thilo Graf Rothkirch und Piet De Ryker erneut eine große Zahl prominenter Schauspieler und Comedians als Synchronsprecher gewonnen, die den Figuren ihre Stimme leihen und den Film damit aufwerten: Anke Engelke, Dirk Bach, Atze Schröder, Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Ralf Schmit, Eva Mattes, Harry Rowohlt u. a. Die Musik steuerte der renommierte deutschstämmige Komponist und Oscar-Preisträger Hans Zimmer bei.

Alles in allem ein neues Glanzlicht und künftiges Evergreen fürs Kinderkino. Da wird die dritte Folge wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Reinhard Kleber

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 113-4/2008 - Interview - "Wir können stringenter produzieren, wenn alles in einer Hand bleibt"
KJK 104-4/2005 - Interview - "Wir haben einen hohen Anspruch"

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.DER KLEINE EISBÄR 2 – DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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