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Ausgabe 104-4/2005

"Wir haben einen hohen Anspruch"

Ein Gespräch mit Thilo Graf Rothkirch zum Animationsfilm "Der kleine Eisbär 2"

(Interview zum Film DER KLEINE EISBÄR 2 – DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL)

KJK: Der erste Eisbär-Film hat im In- und Ausland vier Millionen Zuschauer erreicht, wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Thilo Graf Rothkirch: "Ich denke, erst mal spürt jeder, dass da sehr viel Mühe und Liebe drin steckt. Zweitens ist der kleine Eisbär sowieso als Buch bekannt. Drittens kommt die Philosophie des kleinen Eisbären bei jung und alt gut an. Da gerät ein kleiner Junge durch Neugier und Mut und eine positive Sicht der Dinge in Gefahren, die nie alleine besteht, sondern immer mit seinen Freunden. Er ist also nie der Held, sondern sie lösen gemeinsam die Probleme. Wenn man das spürt und sieht, fühlt man sich als Zuschauer direkt angesprochen."

Andere deutsche Zeichentrickfilmproduzenten lassen ja viel im Ausland herstellen. Sie dagegen machen den Großteil der Arbeit in Deutschland. Warum?
"Wir haben einen hohen Anspruch und den können wir nur gewährleisten, wenn wir uns auch wirklich hautnah um die Sachen kümmern. Das geht halt nur im engsten Kreis. Das ist bestimmt ein Grund. Nur die Zwischenphasen und Kontur- und Colorarbeiten werden im nahen Ausland gemacht, in Ungarn und Bulgarien. Aber die Hauptarbeiten werden alle in Deutschland geleistet."

Sie haben mit "Tobias Totz", "Lauras Stern" und dem "Eisbär" große Erfolge erzielt. Andere Produzenten haben dazu beigetragen, den Animations- und Kinderfilm zum erfolgreichsten deutschen Filmgenre zu machen. Wie kann man diesen Erfolg auf eine breitere Basis stellen, um ihn auf Dauer zu sichern?
"Indem die großen Verleiher mitmachen. Einen guten Film zu machen, heißt noch nicht, dass alle ihn sehen wollen und können. Durch die Power eines großen Verleihs hat jeder Film, der eine gewisse Qualität hat, eine Chance. Das ist das A und O."

Arbeiten Sie schon an einem dritten Teil?
"Gedanklich schon. Nach dem ersten Eisbär-Film entstand auf unserer Seite die Frage: Was passiert eigentlich mit Caruso, Robby und den anderen Freunden? Aus diesem persönlichen Interesse an den Charakteren hat sich automatisch der 'Eisbär 2' entwickelt. Abgesehen davon, dass der Verwerter den Wunsch hatte, einen zweiten Teil zu machen. Und genau so geht es uns nun wieder: Was passiert denn mit Caruso und Maria auf den Galapagos-Inseln? Wie stehen die Lemminge dazu? Mit der Gedankenarbeit haben wir also schon begonnen."

Was ist die Lieblingsfigur der jungen Zuschauer, abgesehen vom kleinen Eisbär selbst?
"Das ist schwierig zu sagen. Ich denke, eine Figur, auf die wir von der Konzeption gar nicht gebaut haben, das ist die ganz kleine Schildkröte. Die ist in der kurzen Rolle sehr beliebt."

Nach "Lauras Stern" hat erneut Hans Zimmer die Musik geschrieben, ein Oscarpreisträger, der in Hollywood viele Aufträge hat. Hat er Ihnen einen besonderen Rabatt auf seine Gage eingeräumt?
"Ja. Sonst hätten wir es auch gar nicht machen können. Seltsamerweise hat sich zu ihm ein sehr gutes persönliches Verhältnis entwickelt. Darüber hinaus macht er auch sehr viele Zugeständnisse. Er hat ja selber kleine Kinder. Obwohl er in der Hollywood-Maschinerie drinsteckt und da auch sein muss, hat er doch eine gewisse Sehnsucht nach Europa und Deutschland. Das zeigt sich klar in seinem Engagement für die beiden Kinderfilme."

Zum Schluss eine filmpolitische Frage: Wie sehen Sie die Entscheidung der Länderfinanzminister, die Finanzierung des Kuratoriums junger deutscher Film zum nächsten Haushaltsjahr zu beenden?
"Die erste Förderung, die wir damals bei 'Tobias Totz' bekommen haben, war die Förderung durch das Kuratorium. Das war für uns die Initialzündung. Mittlerweile sind wir erfolgreiche Produzenten und wissen genau, wie wichtig so eine Förderung ist. Deswegen werden wir vehement mit unseren Argumenten die Verantwortlichen bearbeiten."

Interview: Reinhard Kleber

 

 

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