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Ausgabe 107-3/2006

KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE

KIRIKOU ET LES BÊTES SAUVAGES

KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE

Produktion: Les Armateurs / Gebeka Films / France 3 / Studio 0; Frankreich 2005 – Regie: Michel Ocelot, Bénédicte Galup – Drehbuch: Michel Ocelot, in Zusammenarbeit mit Philippe Andrieu, Bénédicte Galup, Marine Locatelli – Musik: Manu Dibango; Chansons: Michel Ocelot, Youssou N'Dour, Rokia Traoré – Animationsfilm – Länge: 75 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Alamode – Altersempfehlung: ab 6 J.

Im Jahr 1998 brachte der französische Animationsfilmer und Autor Michel Ocelot, aufgewachsen in Guinea/Afrika, "Kiriku und die Zauberin" in die Kinos, der später auch in Deutschland vor allem in der nichtkommerziellen Filmarbeit großen Erfolg hatte. Der Film erzählte von einem kleinen Jungen namens Kiriku, der sein afrikanisches Dorf vor der bösen Zauberin Karaba rettet und dabei auch den Grund herausfindet, wieso diese eigentlich gutmütige Zauberin so böse geworden ist. Sieben Jahre später liegt nun der zweite Teil vor, den Ocelot erneut in Zusammenarbeit mit seiner Koregisseurin Bénédicte Galup gestaltet hat und der an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen versucht. Er erzählt nicht etwa eine neue Geschichte, sondern umfasst fünf von Kirikus Großvater erzählte Kurzgeschichten aus der Zeit vor Kirikus Reise zur Zauberin.

Im Film wird das so erklärt, dass die Zuhörer und Zuschauer sich damals gewundert hätten, wieso Kiriku bereits kurz nach seiner Geburt sprechen und alsbald seine Reise zur Zauberin antreten konnte. Der neue Film verdeutlicht, dass die Zeitspanne viel größer gewesen ist und Kiriku in dieser Zeit bereits großen Heldenmut zeigte und viel Gutes für sein Dorf tat, obwohl die Erwachsenen ihn als Kind zunächst kaum beachteten und seine wertvollen Ratschläge in den Wind schlugen. So hilft Kiriku bei der Bewässerung des Dorfes, bei Saat und Ernte, er verscheucht eine schwarze Hyäne, die alle Anpflanzungen zerstört hat, hilft bei der Herstellung von Tongefäßen im Dorf und bei deren Verkauf in der fernen Stadt, unternimmt auf dem Kopf einer Giraffe eine abenteuerliche Reise durch die Steppe und schlägt der Zauberin Karaba und ihren Fetischen, das sind Gegenstände, die bedingungslos jeden Befehl der Zauberin ausführen, immer wieder aufs Neue ein Schnippchen.

Zuschauer, die den ersten Teil und damit auch das Geheimnis um die böse Zauberin nicht kennen, werden den Film möglicherweise nur als sehr episodisch ohne richtigen Anfang und richtiges Ende erleben, was dem Film zumindest dann zum Manko gereicht, wenn man obendrein die Bilderbücher nicht kennt, in denen die Geschichten um Kiriku in Frankreich veröffentlicht wurden. Andererseits gelingt es Ocelot mit den jetzigen Episoden, die Lebensumstände in einem afrikanischen Dorf noch wesentlich differenzierter zu beschreiben und insbesondere Kindern etwas von zentralafrikanischen Lebensweisen und Kulturen zu vermitteln. Man erfährt einiges über afrikanische Tiere (die einmal nicht vermenschlicht sind), über afrikanische Vegetation, über Bräuche und Traditionen, über den täglichen Kampf, in einer heißen Steppenregion überleben zu müssen.

Da es in dieser Hinsicht kaum vergleichbare Vorbilder gibt, erfüllt der Film auf jeden Fall schon einmal seinen pädagogischen Zweck. Und die Geschichten über den klugen und tapferen Jungen laden sicher auch zur Identifikation ein, geben den jungen Zuschauern Mut und stärken ihr Selbstbewusstsein. Besonders gelungen ist der authentisch wirkende, liebevoll gestaltete Soundtrack zum Film. Michel Ocelot, der Senegalese Youssou N'Dour und die Malinesin Rokia Traoré steuerten die Chansons dazu bei, die Manu Dibango aus Kamerun komponierte. An den ersten Teil kommt dieser Film also vielleicht nicht ganz heran, sehenswert aber ist er allemal.

Holger Twele

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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KJK-Ausgabe 107/2006

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