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Ausgabe 108-4/2006

DAS HÄSSLICHE ENTLEIN & ICH

DEN GRIMME ÆLLING OG MIG

Produktion: A.Film / Magma / Futurikon / Ulysses / TV2 Danmark; Dänemark 2006 – Regie: Michael Hegner, Karsten Killerich – Drehbuch: Mark Hodkinson – Leitung der Animation: Bjørn Pedersen, Michael Helmuth Hansen, Jacek Oczki – Schnitt: Per Risager – Musik: Jacob Groth – Deutsche Stimmen: Rick Kavanian (Ratso), Gaby Köster (Phyllis), Wilson Gonzales Ochsenknecht (Ugly als Teeanger und Schwan), Sarah Kim Gries (Jessie) – Länge: 84 Min. – Farbe – Verleih: Warner Bros. Deutschland – Alterseignung: ab 8 J.

Der Computeranimationsfilm (kurz CGI-Film) boomt wie nie zuvor. Allein dieses Jahr kamen (und kommen noch) mehr als zehn davon ins Kino. Michael Hegner und Karsten Killerich, die schon bei dem gelungenen Zeichentrickfilm "Hilfe, ich bin ein Fisch" zusammen arbeiteten, haben das für sie neue Feld des CGI-Films betreten und sich dafür an eine sehr freie Adaption des Märchens von Hans Christian Andersen gewagt:

Stadtratte Ratso wäre so gerne ein großer Name im Showgeschäft; doch auch seine neue Nummer mit "Wesley, dem längsten Wurm der Welt" ist ein ziemlicher Flop. Zu allem Überfluss wird er auch noch ständig von der rabiaten Phyllis verfolgt. Bei der überstürzten Flucht aus der Stadt verliert er erst Wesley und landet dann auf einem Hühnerhof, wo er sofort unter Verdacht gerät ein Hühnerdieb zu sein. Flugs erklärt er sich zum Vater des soeben geschlüpften ziemlich hässlichen Kükens "Ugly". Zwar glaubt ihm Hühner-Bürgermeisterin Esmeralda kein Wort, aber ihre Untertanen haben Mitleid mit den beiden und so darf Ratso bleiben, muss sich aber fortan um Ugly kümmern. Nach einem missglückten Auftritt mit Ugly als "Hässlichste Ente der Welt" machen sich die zwei auf den Weg zum Jahrmarkt, wo Ratso seinen Cousin Ernie treffen will. Auf dem Weg dorthin rettet Ugly nicht nur das Gänsemädchen Jessie aus den Klauen des bösen Fuchses, er selbst verändert sich auch über Nacht und wird zum pubertierenden Teenie. Sie setzen ihre Reise zu dritt fort. Doch als sie endlich auf dem Jahrmarkt ankommen, entpuppt sich Ratsos Cousin als Ratten jagender Kater, der nur im letzten Moment von Ugly davon abgehalten werden kann, Ratso zu fressen. Jetzt tritt auch wieder Phyllis auf den Plan, die Ugly entführt, um an Ratso zu kommen. Der Plan geht auf, Phyllis nimmt Ratso gefangen, um ihn zu heiraten. Doch niemand hat mit Ugly gerechnet, der sich inzwischen in einen wunderschönen Schwan verwandelt hat ...

Dem Vernehmen nach war das Projekt ursprünglich als klassischer Zeichentrickfilm gedacht, wobei es besser auch geblieben wäre, denn die Animation wirkt billig. Vor allem die angeblich wunderschönen Schwäne sind unförmige Monster mit drei Federn als Flügel, die nicht schön, sondern unfreiwillig komisch wirken. Das ziemlich wirre Buch macht die Sache auch nicht besser und die lieblos wirkende Synchronisation gibt dem Film dann vollständig den Rest. Ein fader Aufguss mit wenigen guten Momenten und einer Geschichte, deren unzählige Wendungen einen irgendwann nicht mehr interessieren. Nur in einer Episode blitzt mal das Talent der Filmemacher auf: Wenn Ugly über Nacht in die Pubertät kommt, seinen "Vater" Ratso fortan um mindestens einen Kopf überragt und die typischen Verhaltensmuster eines Teenagers an den Tag legt. Doch ein guter Moment macht noch keinen guten Film. Da überrascht es nicht mehr, dass der Verleih den Film aus dem Sommer (wo er recht nahe an "Cars" gestartet wäre) in die Vorweihnachtszeit geschoben hat – als Parkmöglichkeit für Eltern, die ohne ihre Kinder Geschenke einkaufen wollen.

Lutz Gräfe

 

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KJK-Ausgabe 108/2006

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