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Ausgabe 111-3/2007

HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHOENIX

HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX

HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHOENIX

Produktion: Heyday Films / Warner Bros. Entertainment Inc.; Großbritannien 2007 – Regie: David Yates – Buch: Michael Goldenberg, nach dem Roman von Joanne K. Rowling – Kamera: Slawomir Idziak – Schnitt: Mark Day – Musik: Nicholas Hooper – Darsteller: Daniel Radcliffe (Harry Potter), Rupert Grint (Ron Weasley), Emma Watson (Hermione Granger), Harry Melling (Dudley Dursley), Ralph Fiennes (Lord Voldemort), Helena Bonham Carter (Bellatrix Lestrange), Imelda Staunton (Dolores Umbridge), Evanna Lynch (Luna Lovegood) u. a. – Länge: 138 Min. – Farbe – FSK: ab 12 – Verleih: Warner – Altersempfehlung: ab 14 J.

Harry Potter muss auch seine vierten Sommerferien bei seinem Onkel Vernon verbringen. Nach einem Unwetter werden Harry und sein Cousin Dudley von zwei Dementoren attackiert. Harry kann sie zwar mit einem Patronus-Zauber vertreiben, doch der geschockte Dudley muss ärztlich behandelt werden. Schlimmer noch: Harry muss sich vor einem Zauberergericht verantworten, weil er als Minderjähriger und in Anwesenheit eines Muggels verbotenerweise eine Zaubertechnik eingesetzt hat. Kurz darauf holen Mitglieder des Phoenix-Ordens Harry ab und bringen ihn nach London in die Zentrale des Ordens, wo Harry wieder seine Freunde Hermine und Ron trifft. Den Phoenix-Orden hat Albus Dumbledore, der Leiter der Magierschule Hogwarts, gegründet, um den bösen Magier Voldemort effektiver bekämpfen zu können.

Dumbledore gelingt es auch, bei der Anhörung einen Freispruch für Harry zu erreichen, obwohl der Zaubereiminister Cornelius Fudge auf eine Verurteilung gedrängt hat. Denn Fudge wirft Harry vor, gelogen zu haben, als er von der Wiederauferstehung Voldemorts berichtete. Und außerdem möchte er unbedingt vertuschen, dass Voldemort wieder aufgetaucht ist. Um Harry weiter einzuschüchtern, setzt er seine Mitarbeiterin Dolores Umbridge in der Schule als neue Professorin ein, die Harry und die Schüler mit vielen neuen Verboten systematisch schikaniert. Zur Selbsthilfe gründen Harry und einige Mitschüler "Dumbledores Armee", die unter Harrys Leitung heimlich Methoden zur Verteidigung gegen die schwarzen Künste trainiert.

Die mutige Entscheidung der Produzenten, den Regiestab von Mike Newell an den britischen Regisseur David Yates weiterzugeben, obwohl der zuvor vor allem TV-Arbeiten und noch keinen großen Studiofilm realisiert hatte, hat sich ausgezahlt. Yates hat mit dem geschätzten Budget von 150 Millionen Dollar ein hoch spannendes Fantasy-Abenteuer gefertigt, das mit faszinierenden Fabelwesen und packenden Duellen, ersten zärtlichen Regungen und einer Reihe bedrohlicher Situationen den Vergleich mit den Vorgängerfilmen nicht zu scheuen braucht. Allerdings ist die FSK-Freigabe ab zwölf Jahren wegen der Gewalthaltigkeit der Inszenierung auch diesmal angemessen und sollte von Kindern und Eltern auch eingehalten werden.

Da die Romane von Rowling bekanntlich immer dicker werden – der fünfte Band umfasst in der deutschen Übersetzung 1.021 Seiten (!) – standen Yates und der Drehbuchautor Michael Goldenberg ("Contact") vor der schwierigen Aufgabe, den umfangreichen Stoff angemessen zu komprimieren. Das ist ihnen überzeugend gelungen, so dass auch Potter-Neulinge mitkommen. Die Fangemeinde wird jedoch bedauern und akribisch protokollieren, dass erstmals kein rasantes Quidditch-Turnier geboten und dass die Auftritte des diesmal wichtigen Hauselfen Dobby stark reduziert wurden.

Angesichts des PR-Rummels um Harrys ersten Kuss wundert man sich auch, dass diese Szene und überhaupt die Romanze mit der hübschen Mitschülerin Cho aufs Nötigste beschränkt sind. Der erfreuliche Effekt der Konzentration: "Potter 5" ist mit 138 Minuten um etwa 20 Minuten kürzer als "Potter 4". Damit wird auch das Sitzfleisch des jungen Publikums nicht ganz so lange strapaziert, zumal Harrys erzwungene Isolation und sein schmerzhafter Widerstand gegen das totalitäre Regime von Umbridge zusammen mit dem noch düsterer gewordenen Ambiente die Zuschauernerven ohnehin mindestens so beanspruchen wie in der vierten Folge.

Als neue Figuren werden die sadistische Professorin Dolores Umbridge, wunderbar gehässig gespielt von Imelda Staunton, und die mörderische Hexe Bellatrix Lestrange eingeführt, eine Rolle, die Helena Bonham Carter nur einen Kurzauftritt mit Fratze ermöglicht. Der beste Neuzugang ist die junge Evanna Lynch, die als mysteriöse Mitschülerin Luna Lovegood mit langem Blondhaar und tranceartigem Blick einen erfrischend poetischen Ton in die ansonsten sehr geradlinig vorangetriebene Erzählung bringt. Was die Frage der altersmäßigen Glaubwürdigkeit der Hauptfiguren angeht, so wirkt vor allem der fast 18-jährige Daniel Radcliffe dank kantiger Gesichtszüge nun schon so maskulin und erwachsen, dass man ihm den 15-jährigen Jüngling kaum mehr abnimmt.

Eindeutiger Höhepunkt der temporeichen Inszenierung ist der große Showdown in den Kellergewölben des Ministeriums, als Dumbledore und sein Orden Harry und dessen Mitschülern zu Hilfe eilen, als diese von Voldemort und seinen Gefolgsleuten angegriffen werden. Das amerikanische Trickstudie ILM hat hier ganze Arbeit geleistet und die bisher visuell stärkste Sequenz der Harry Potter-Filmreihe geschaffen. Ihre volle Wirkung entfaltet sie allerdings erst in der IMAX-Version. Die Kinoauswertung des Films dürfte durch den Publicity-Feldzug für "Harry Potter and the Deathly Hallows", den siebten und letzten Band der Buchreihe von Joanne K. Rowling, angeheizt werden, dessen englischsprachige Originalausgabe am 21. Juli 2007 erscheint. Die deutsche Übersetzung ist für den 27. Oktober angekündigt. Weltweit wurden Rowlings Kinderbücher bisher in 65 Sprachen übersetzt und rund 325 Millionen Mal verkauft.

Reinhard Kleber

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHOENIX im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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