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Ausgabe 111-3/2007

MAX MINSKY UND ICH

MAX MINSKY UND ICH

Produktion: X Filme Creative Pool / Seven Pictures Film / Sat.1; Deutschland 2006 – Regie: Anna Justice – Buch: Holly-Jane Rahlens – Kamera: Ngo the Chan – Schnitt: Uta Schmidt – Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas – Darsteller: Zoe Moore (Nelly), Emil Reinke (Max), Adriana Altaras (Nellys Mutter), Jan Josef Liefers (Nellys Vater) u. a. – Länge: 90 Min. – Farbe – Verleih: X-Verleih – Altersempfehlung: ab 10 J.

Die 13-jährige Nelly Sue Edelmeister, die mit ihrer Mutter Lucy, einer New Yorker Jüdin, und ihrem Vater Benny, einem talentierten Musiker, in Berlin lebt, steht kurz vor ihrer Bat Mitzvah. Das ist der Tag, an dem ein jüdisches Mädchen seine Religionsmündigkeit feiert und offiziell in die Gemeinde aufgenommen wird. Allerdings glaubt Nelly eigentlich nicht an Gott. Viel stärker ist sie vom Weltall fasziniert, das sie später einmal erforschen will. Die Liebe zu den Sternen verbindet die hochintelligente Einzelgängerin mit ihrem Schwarm, den 17-jährigen luxemburgischen Prinzen Eduouard. Als sie im verhassten Schulunterricht erfährt, dass der Prinz der Schirmherr eines Basketballturniers ist, zu dem auch ihre Schule eingeladen ist, gibt es für Nelly nur noch ein Ziel: Sie muss in diese Mannschaft. Statt Büchern und Bat Mitzvah ist nun Basketball und Büffeln mit Max angesagt. Denn um die Sportart zu erlernen, schließt sie ein geheimes Abkommen mit dem Sport-Ass Max Minsky ab, der zwar den Ball sehr elegant in den Korb werfen kann, aber in der Schule eine Niete ist. Damit er ihr Basketball beibringt, muss sie ihm Nachhilfeunterricht geben und einen Teil seiner Hausaufgaben erledigen.

Um mit Max trainieren zu können, kommt Nelly mehrmals zu spät zum Hebräisch-Unterricht in der Synagoge oder schwänzt sogar. Das erbost den strengen Rabbi so sehr, dass er Lucy informiert und Nelly von der Bat Mitzvah ausschließt. Für die gläubige Lucy bricht eine Welt zusammen. Sie entfremdet sich zunehmend von ihrer schnippischen Tochter. Dafür findet Nelly mehr Verständnis bei ihrer Großtante Risa und deren Freundinnen, die in einem Altersheim wohnen. Das muntere Trio bringt Nelly schließlich auch zentrale Fragen des jüdischen Lebens näher. Derweil gelingt es Nelly nach einigen Komplikationen und mit der Unterstützung des geduldigen Max, endlich ins Team aufzurücken. Der Reise nach Luxemburg steht nichts mehr im Weg. Doch für Max spitzen sich die Dinge zu. Nach einem neuerlichen Verweis an der Schule will seine entnervte Mutter ihn zu seinem Vater nach München abschieben. Doch der hat keine Zeit und möchte ihn in ein Internat stecken. Grund genug für Max zu verschwinden.

Das Drehbuch für das Kinodebüt der jungen Regisseurin Anna Justice schrieb die in Berlin lebende Amerikanerin Holly-Jane Rahlens, die als Berlinale-Kolumnistin bekannt wurde und als Schauspielerin und Schriftstellerin tätig ist, auf der Grundlage ihres Romans "Prinz William, Maximilian Minsky und ich", der 2003 den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann. Dazu verlegte sie die Handlung vom Jahr 1997 in die Jetztzeit und ersetzte den echten britischen Prinzen William, der mit inzwischen 25 Jahren für ein Teenie-Idol zu alt wäre, durch einen fiktiven Prinzen aus Luxemburg.

Getragen wird die romantische Teenagerkomödie vor allem von der charmanten jungen Hauptdarstellerin Zoe Moore, der Tochter der Regisseure Elke Weber-Moore ("Storno") und Eoin Moore ("Im Schwitzkasten"). Mit der erfahrenen Kinderdarstellerin ("Pigs Will Fly") kann Emil Reinke, bekannt aus "Türkisch für Anfänger", als Max in seinem Kinodebüt nicht ganz mithalten. Die von charakterlichen Reifeprozessen begleitete emotionale Annäherung der beiden Identifikationsfiguren wirkt auf der Leinwand überzeugend, und nicht nur die angepeilte Hauptzielgruppe der acht- bis dreizehnjährigen Mädchen, sondern auch gleichaltrige Jungs und Erwachsene werden von der humorvollen Geschichte angesprochen.

Überhaupt gehört der trocken-bissige jüdische Humor, der in manchen Situationen an Dani Levys Komödie "Alles auf Zucker" erinnert, zu den großen Stärken dieses 2,6 Millionen Euro teuren Kinderfilms. Alles in allem eine bemerkenswerte Kinderfilmproduktion mit Beteiligung eines kommerziellen TV-Senders. "Max Minsky und ich" wurde mit großem Erfolg beim "Goldenen Spatz" 2007 vorgestellt.

Reinhard Kleber

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.MAX MINSKY UND ICH im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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