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Ausgabe 111-3/2007

WOLFSGEHEIMNIS

SUDEN ARVOITUS

Produktion: Kinoproduction Oy; Finnland 2006 – Regie: Raimo O Niemi – Drehbuch: Heikki Vuento – Kamera: Kari Sohlberg – Schnitt: Jukka Nykänen – Musik: Sarah Class – Darsteller: Tila Talvisara, Janne Saksela, Vuokko Hovatta, Peter Franzén. Mila Nuutila u. a. – Länge: 90 Min. – Farbe – Weltvertrieb: The Finnish Film Foundation, Helsinki, Finnland, e-mail: jaana.puskala@ses.fi – Altersempfehlung: ab 8 J.

Es ist tiefer Winter im finnischen Lappland: Seit ihrem zweiten Lebensjahr wächst die inzwischen zwölfjährige Sally bei ihren fürsorglichen Zieheltern auf, nachdem sich die leibliche Mutter angeblich nicht um sie gekümmert und auf ihre Ansprüche als Elternteil verzichtet hat. Die Zuschauer wissen es freilich bereits besser: Durch die Unachtsamkeit seines Partners beim Fischfang ertrank Sallys Vater im reißenden Fluss, die Mutter erlitt einen Schock und kam für mehrere Jahre in die Psychiatrie. Nach weiteren Jahren der Scham ist sie nun an den Ort des Unglücks zurückgekehrt, um ihre Tochter wenigstens wieder zu sehen. Sally möchte jedoch nichts von ihrer leiblichen Mutter wissen, obwohl sie ihren Zieheltern vorwirft, ihr die ganze Wahrheit verschwiegen zu haben. Ihre schwangere Ziehmutter Laila wiederum befürchtet, Sally womöglich zu verlieren und unterbindet jeden Kontakt zur leiblichen Mutter.

Unterdessen machen sich Jäger im Auftrag einiger Rentierzüchter auf den Weg, zwei Wölfe zu erlegen, die Sally auf einem ihrer Ausflüge mit dem Motorschlitten voller Stolz entdeckt hat, weil sie angeblich die Zuchttiere töten, die freilich von Wilderern erlegt wurden. Als Sally versucht, die Tiere in Sicherheit zu bringen, folgen ihr die Jäger und einer der Wölfe kommt dabei zu Tode. Mittlerweile ist es Frühjahr geworden und die Wolfsmutter hat Nachwuchs bekommen. Erneut machen sich die Jäger auf den Weg, folgen Sally und ihrem Schulkameraden, den sie um Hilfe gebeten hat, heimlich in die Wildnis. Dem Muttertier gelingt die Flucht, doch die beiden Wolfsjungen sind in höchster Gefahr. In einem dramatischen Kampf gegen die skrupellosen Jäger macht sich Sally daran, die beiden Tierkinder zu retten und sie erhält dabei unverhofft Unterstützung von ihrer Ziehmutter und der leiblichen Mutter.

Kinder und Hunde sind bekanntlich ein besonders ergiebiges Topos des internationalen Kinderfilms. In Skandinavien ist man hier allerdings noch ein Stück naturverbundener und begnügt sich offenbar längst nicht mehr mit zahmen Haustieren. So entstanden in den letzten Jahren erfolgreiche Filme, in denen Mädchen und Wölfe eine wichtige Rolle spielen, wie "Tinke – Kleines starkes Mädchen" (2002) von Morten Køhlert, "Misa Mi" (2003) von Linus Torell und "Wolfssommer" (2003) von Peder Norlund. Auf den ersten Blick scheint "Wolfsgeheimnis" einfach diesem Trend zu folgen. Doch Raimo O Niemi, der in seiner langen Karriere bereits mehr als 20 Kinder- und Jugendfilme vor allem für das Fernsehen gedreht hat, liefert keinen Abklatsch der bekannten Geschichten und auch die Wölfe stehen weniger im Mittelpunkt als Sally und ihre Beziehungen zu anderen Menschen in ihrer Umgebung. Allen genannten Filmen gemeinsam ist freilich eine starke weibliche Hauptfigur, ein mutiges Mädchen, das sich in familiären und sozialen Konflikten gleichermaßen erfolgreich behauptet und regelrecht über sich selbst hinauswächst.

Sally bietet nicht nur dem etwas plakativ geratenen rachsüchtigen Jäger und seinem geifernden bissigen Jagdhund Paroli, sondern wird auch einem schüchternen Schulkameraden zum Beschützer, der zu ihrem wichtigsten Vertrauten und Freund wird. Handwerklich solide erzählt O Niemi seine Abenteuergeschichte vor dem Hintergrund einer urwüchsigen Landschaft, fast schon zu brav und in einer konventionellen Erzähldramaturgie. Dafür besticht sein Film aber mit kinotauglichen großartigen Aufnahmen von unberührter Natur über die Jahreszeiten hinweg sowie tief verschneiten Winterlandschaften, durch die Sally geübt mit ihrem Motorschlitten kurvt, als würde sie lediglich mit dem Mountainbike unterwegs sein. Gedreht wurde übrigens unter großen logistischen Schwierigkeiten in der Nähe des finnischen Wintersportorts Kuusamo in Lappland in der Nähe des Polarkreises.

Holger Twele

 

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