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Ausgabe 115-3/2008

STELLA UND DER STERN DES ORIENTS

STELLA UND DER STERN DES ORIENTS

Produktion: Kinderfilm GmbH, in Koproduktion mit Studio Babelsberg Motion Pictures GmbH und ZDF, Deutschland 2007 – Regie: Erna Schmidt – Buch: Martin Dolejs – Kamera: Andreas Höfer – Schnitt: Karola Mittelstädt – Musik: Andreas Hoge – Darsteller: Laura Berschuck (Stella), Hanna Schwamborn (Clementine), Julius Römer (Gustav), Gabriela Maria Schmeide (Stellas Mutter), Ruth Glöss (Stellas Oma Clara), Uwe Kokisch (Clementines Vater), Edda Leesch (Clementines Mutter), Axel Prahl (Kleinheinz), Hans-Martin Stier (Dr. Lodeus) u. a. – Länge: 90 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: farbfilm – Altersempfehlung: ab 10 J.

Die zehnjährige Stella verbringt Silvester 2005 in der alten Villa ihrer Urgroßmutter Clementine, denn genau an diesem Tag soll nach dem Willen der längst verstorbenen Frau über das weitere Schicksal des Hauses entschieden werden. Der familiären Überlieferung nach hatte einer von Stellas Ahnen, ein wagemutiger Erforscher ferner Welten, irgendwo einen Schatz versteckt, den "Stern des Orients". Auf dem Dachboden findet das Mädchen in einem alten Koffer die Hinterlassenschaften dieses Forschers, die ihr bei ihrem Abenteuer gute Dienste leisten. Denn plötzlich sieht sich Stella durch das Amulett ihrer Urgroßmutter auf einer fantastischen Zeitreise in das Jahr 1905 versetzt und macht in der damals neu erbauten Villa Bekanntschaft mit ihrer Urgroßmutter Clementine und deren Bruder Gustav, also Stellas Urgroßonkel. Deren Vater baute als Ingenieur eine Eisenbahnlinie in die Stadt, die ihn in den Ruin trieb. Die Existenz rettende Finanzspritze erhofft er sich nun von einem Bankier, der sich mit seinem Mitarbeiter noch im alten Jahr angekündigt hat, in Wirklichkeit aber ein Betrüger ist. Gemeinsam mit Clementine und Gustav versucht Stella, binnen weniger Stunden den Schatz zu finden, der die Familie noch retten und Clementines Traum ermöglichen könnte, später einmal Ärztin zu werden, nach damaligem Rollenverständnis ohnehin fast undenkbar. Auf einer atemberaubenden Jagd durch die tief verschneite Winterlandschaft machen sie sich auf die Suche nach dem Schatz. Denn auch die beiden Betrüger haben davon Wind bekommen und möchten den Kindern um jeden Preis zuvorkommen.

In einer spannenden Parallelmontage liefern sich die Kinder und die Gauner ein Wettrennen im Schnee, bei dem ein Oldtimer-Automobil, das damals noch mit der Kurbel gestartet werden musste, eine Draisine und schließlich sogar ein selbst gebautes Flugobjekt zum Einsatz kommen. Diese winterlich kalte Atmosphäre vor allem hebt die Geschichte von anderen Zeitreisen in die Vergangenheit und Schatzsuchern ab, die beliebten Topoi des Kinder- und des Abenteuerfilms. Zwei Gauner in einer ausgeprägten Herr-und-Knecht-Beziehung werden den Kindern dabei zu mitunter etwas albernen, aber dennoch gefährlichen Gegenspielern.

Zu gut gespielt, um schlecht zu sein, aber zu oberflächlich inszeniert, um als Kinderfilm eine garantierte Langzeitwirkung zu haben, schöpft der Film sein Potenzial nicht voll aus, wirkt manchmal eine Spur zu gewollt, zu unrealistisch, zu pädagogisch. Die guten Absichten sind unbestreitbar. Der Film möchte neben dem Spannungs- und Unterhaltungswert Mut machen, die eigenen Träume zu verfolgen, wie die Berufswünsche von Clementine als Ärztin und Gustav als Pilot, selbst wenn sie nicht den gesellschaftlichen Konventionen oder den Wünschen der Eltern entsprechen. Gute Ansätze findet der Film auch in seinem Rückbezug auf familiäre Wurzeln und das Erbe der Vorfahren. So liegt es an Stella, ob sie das berufliche und in der Villa auch ideell verankerte Erbe der Großmutter fortführen oder einen ganz anderen Weg gehen möchte. Das Zeitraster für die Schatzsuche, die allzu sehr im Mittelpunkt steht, wurde aber so knapp bemessen, dass den Kindern kaum wirklich Zeit zum Kennen lernen bleibt, und ebenso konstruiert wirkt es, wenn sich Bankiers ausgerechnet an Silvester zu einem Geschäftsbesuch ankündigen. So bleibt am Ende von der Geschichte wenig hängen, sie versinkt etwas im Schnee, um in der Bildsprache des Films zu bleiben.

Dieser Abenteuerfilm für Kinder entstand nach dem Drehbuch des in der CSSR geborenen und 1980 nach Deutschland übergesiedelten Autors Martin Dolejs, das er im Rahmen der Sommer-Akademie des Fördervereins Deutscher Kinderfilm und der Stiftung Goldener Spatz in Erfurt entwickelt hat.

Holger Twele

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.STELLA UND DER STERN DES ORIENTS im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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