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Ausgabe 117-1/2009

DIE WILDEN HÜHNER UND DAS LEBEN

Produktion: Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH, in Co-Produktion mit Constantin Film und ZDF; Deutschland 2008 – Regie: Vivian Naefe – Buch: Thomas Schmid, Uschi Reich, Vivian Naefe unter Mitarbeit von Cornelia Funke und Marie Reich – Kamera: Peter Döttling – Schnitt: Christian Nauheimer – Musik: Niki Reiser – Darsteller: Michelle von Treuberg (Sprotte), Lucie Hollmann (Frieda), Sonja Gerhardt (Melanie), Jette Hering (Wilma), Zsa Zsa Inci Bürkle (Trude), Jeremy Mockridge (Fred), Vincent Redetzki (Willi), Veronica Ferres (Sprottes Mutter), Benno Fürmann (Lehrer Grünbaum), Kostja Ullmann (Max) u. a. – Länge: 107 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Constantin Film – Altersempfehlung: ab 10 J.

Sprotte, rothaarige Anführerin der "Wilden Hühner", ist nach wie vor mit Fred von der Jungenbande der "Pygmäen" zusammen. Es geht ums "erste Mal". Und das soll etwas Besonderes sein, findet Sprotte. Doch Fred ist ungeduldig, unsensibel und bedrängt sie. Ausgerechnet an ihrem Jahrestag kommt es deshalb zum Streit. Die blonde Melanie träumt vom Zusammenleben mit Willi, blättert schon mal die Möbelkataloge durch, während er Reiseprospekte liest. Das kann ja nicht gut gehen. Frieda wird unfreiwillig Zeugin, wie ihr Vater eine andere Frau küsst und zu allem Unglück merkt sie, dass sie sich in Willi verliebt. Wilma träumt nicht mehr von Mädchen, sondern von einer Karriere als Schauspielerin. Das letzte Casting war viel versprechend, aber die Mutter darf nichts davon erfahren. Nur Trude und Steve haben keine Probleme.

Die anderen "Wilden Hühner" und die "Pygmäen" sind also ziemlich durch den Wind, als es zur gemeinsamen Klassenreise in eine Jugendherberge geht, einer Burg mit Türmen und Zinnen, umgeben von wilder Natur. Frau Rose und Herr Grünbaum vertreten die Lehrerschaft, Sprottes Mutter ist als Busfahrerin dabei. Als Herbergsvater Max alle herzlich willkommen heißt, geraten nicht nur die Mädchen ins Schwärmen, sondern auch Frau Rose, was Lehrer Grünbaum säuerlich bemerkt. Fred hingegen ist hingerissen von Sabrina, einem hübschen Mädchen aus einer anderen Klasse. Als er nicht nur heiße Blicke mit ihr tauscht, hat Sprotte ihren ersten Liebeskummer. Und was mit Melanie los ist, weiß keiner so recht. Ihre Laune verschlechtert sich von Tag zu Tag, bis sie endlich damit herausrückt, vielleicht schwanger zu sein. Die Freundinnen kaufen einen Test. Positiv! Nach dem ersten Schreck sind alle begeistert, wollen gemeinsam für das Baby sorgen. Dass Melanie in ihrer Aufregung die Farben falsch interpretiert hat, stellt sich erst später heraus.

Bei all den Gefühlsverwirrungen kommt die Herausforderung durch die "Wilden Küken", einer Nachwuchsorganisation, gerade recht. Denn dadurch werden die Wilden Hühner wieder zu dem, was sie einmal waren: eine verschworene Mädchengang. Und obwohl sich Sprotte und ihre Freundinnen eigentlich schon zu alt für Schreck- und Spaßaktionen fühlen, ziehen sich noch einmal alle Register ihrer Kreativität ...

Diese Geschichte ums Erwachsenwerden hat Regisseurin Vivian Naefe beschwingt mit dem bewährten Personal der ersten beiden "Wilde-Hühner"-Verfilmungen inszeniert. Nur Melanie ist neu besetzt, da Paula Riemann nicht mehr zur Verfügung stand. Die Mädchen machen ihre Sache gut, die Jungen ebenso und auch die Erwachsenen schlagen sich wacker. Am Schluss haben alle etwas dazugelernt, nicht nur über die Liebe, das Leben, sondern auch über die Natur und deren Schutz. Da Cornelia Funkes Buchvorlagen bereits in den ersten beiden Filmen verarbeitet wurden, hat ein Team in Zusammenarbeit mit der Bestsellerautorin Funke die Geschichte fortgeschrieben. Mit der Einführung der "Wilden Küken" wendet sich der Film auch an den Nachwuchs. Die "Wilden Kerle" haben es vorgemacht, brachten es auf fünf Filme, bei den "Wilden Hühnern" dagegen ist nach diesem dritten Schluss. Es wird keine Fortsetzung geben, weil die Mädchen ihren Rollen entwachsen sind. Und die "Wilden Küken" allein machen noch keine neuen "Wilden Hühner".

"Wir nehmen Abschied von einer tollen Zeit und bleiben trotzdem zusammen", versprechen sich die Mädchen am Ende des Films. Auch der Regisseurin Vivian Naefe scheint der Abschied von dieser an der Kinokasse erfolgreichen Filmreihe schwer zu fallen. Es wird richtig sentimental, ja, man hat die Mädchen ins Herz geschlossen.

Gudrun Lukasz-Aden

 

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