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Ausgabe 118-2/2009

PRINZESSIN LILLIFEE

Produktion: Beta Film / Caligari Film- und Fernsehproduktion / Neue Deutsche Filmgesellschaft (NDF) / Universum Film (UFA) / Westdeutscher Rundfunk (WDR); Deutschland 2009 – Regie: Ansgar Niebuhr, Alan Simpson, Zhijian Xu – Buch: Mark Slater, Gabriele M. Walther – Schnitt: Michael Krotky, Sascha Wolff-Täger – Musik: Wolfgang Simm – Zeichentrickfilm – Stimmen: Sabine Bohlmann (Clara/Wolke), Max Felder (Feuer), Stefan Günther (Iwan), Julia Haacke (Cindy), Gudo Hoegel (Carlos), Domenic Redl (Pechfee), Patrick Roche (Eis), Barbi Schiller (Wind) u. a. – Länge: 72 Min. – Farbe – FSK: o. A. – Verleih: Universum – Altersempfehlung: ab 6 J.

Die Feenprinzessin hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt: 2004 erschien das erste Lillifee-Buch, ihre Abenteuer haben sich in sechs Büchern mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft. Seither gehört sie in Deutschland und 28 weiteren Ländern zu den Stars im Kinderzimmer. Zeitgleich zum ersten Buch kamen die ersten Lillifee-Artikel auf den Markt: Bleistifte, Perlensets, Krimskrams. Inzwischen ziert sie Poesiealben, Schulranzen, Nachthemden, Kleiderschränke. Ihre Hörbücher-CDs (gesprochen von Sissi Perlinger) sind mit der vierten Goldenen Schallplatte ausgezeichnet worden. Rund 70.000 Besucher haben sich das Musical "Prinzessin Lillifee und der Zauber der Rose" 2007 angesehen. Die beiden Lillifee-Zeitschriften erreichen eine Gesamtauflage von über 300.000 Exemplaren. Die Tütchen mit Sammel-Aufklebern verkauften sich rund vier Millionen Mal. Mehr als 350 verschiedene Lillifee-Artikel sind im Angebot.

Das neueste Produkt um die Mädchen-Märchenfigur Lillifee ist der erste Kinofilm, der nach den Marktregalen nun die Leinwände in rosarot taucht. Die original für den Film erdachte Geschichte von Gabriele M. Walther und Mark Slater, die zusammen schon das Drehbuch für das „Mondbär“-Kinoabenteuer schrieben, spielt in Rosarien, wo das Leben der Bewohner gleichmäßig friedlich sein könnte, würden nicht die magischen Flugfeen zickig aus der Reihe tanzen: Sie verhalten sich den fleißig werkelnden Trollen, Elfen und Meerjungfrauen gegenüber äußerst unsozial, worauf die prompt den Aufstand proben und damit drohen, massenhaft nach Bluetopia zu emigrieren. Konkurrenz statt Freundschaft, Eigennutz statt Gemeinsinn – bei dieser Krise versagen die Zauberkräfte der Prinzessin Lillifee. Und in Anleihen an Grimmsche Märchen umranken plötzlich Dornen statt Blüten ihr Schloss. Lillifee ist verzweifelt; alle Vermittlungsversuche scheitern, die untereinander zerstrittenen Feen weigern sich, in einem versöhnenden Musical aufzutreten.

Da muss sich das Gutmädchen mit ein bisschen List auf Tugenden wie Nächstenliebe und Gemeinsam-sind-wir-stark besinnen, um die Harmonie wiederherzustellen. Das Erstaunliche an der Kunstfigur Lillifee ist, dass sie eine Art Mädchen ohne Eigenschaften ist. Die Autoren bemühen Parallelen zu Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf, doch die sind weit hergeholt: Zwar sind beide tierlieb und Herrin im eigenen Haus, aber das Rebellische fehlt Lillifee völlig. Und mangels Eigensinn und Frechheit kann sie Pippi niemals das Wasser reichen. Die Wertevermittlung für Vorschulmädchen gelingt dem Trickfilm, bei dem sich Ansgar Niebuhr, Alan Simpson und Zhijian Xu die Regie teilen, doch die klassisch-handgemachte Animation ist ebenso eindimensional wie das konstruierte Konfliktchen: Bedauerlicherweise wird von Bluetopia immer nur geredet, selbst ein kurzer Blick auf diese Gegenwelt wird verwehrt, dabei leben Märchen von jeher von krassen Gegensätzen, aber die versinken hier total in pink.

Alle Figuren sind kindgerecht und handzahm, unter ihnen befinden sich keine wirklichen Bösewichte, alles wirkt nur schlicht und glatt. Da geht es lieber um das wiederkehrende Ritual, welches Rosakleid trage ich denn heute. Einigermaßen erträglich wird das nur durch ausgeprägte Sidekicks wie den pfiffigen Igel Iwan oder Ferkel Pupsi, der nach übermäßigem Pfannkuchengenuss seinem Namen alle Ehre macht. Am allerbesten hat es aber der kusswütige Frosch Carlos, der die Feen gleich reihenweise knutschen darf, bekanntlich sind aus Fröschen schon Prinzen geworden.

Manfred Hobsch

 

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KJK-Ausgabe 118/2009

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