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Ausgabe 119-3/2009

LIPPELS TRAUM – 2008

LIPPELS TRAUM – 2008

Produktion: Collina Filmproduktion, in Koproduktion mit Bayerischer Rundfunk / Universum Film / B.A. Prod. / Element e / Kinowelt; Deutschland 2008 – Regie: Lars Büchel – Drehbuch: Paul Maar, Ulrich Limmer, nach dem gleichnamigen Roman von Paul Maar – Kamera: Jana Marsik – Schnitt: Sandy Saffeels – Darsteller: Karl Alexander Seidel (Lippel), Anke Engelke (Frau Jakob / böse Tante), Moritz Bleibtreu (Otto Mattenheim / König), Marius Weingarten (Hermann), Amrita Cheema (Hamide), Steve-Marvin Dwumah (Arslan), Christiane Paul (Serafina), Uwe Ochsenknecht (Konrektor Färber) u. a. – Länge: 100 Min. – FSK: ab 6 – Verleih: Universum – Altersempfehlung: ab 6 J.

Spätestens seit Caroline Links Neuverfilmung von Kästners "Pünktchen und Anton" (1999) gehören Filmadaptionen bekannter Kinderbücher zu den erfolgreichsten Kinderfilmen, so etwa auch die Filmfassung von Paul Maars "Das Sams" (2001). Vom gleichen Autor stammt auch "Lippels Traum", der im Februar 2009 den "Kplus"-Wettbewerb der diesjährigen Berlinale eröffnete. Der Film erzählt – basierend auf dem gleichnamigen Roman von Paul Maar – vom elfjährigen Philipp, genannt Lippel, der in Passau unter die Fuchtel der strengen Haushälterin Frau Jakob gerät, als sein Vater eine Geschäftsreise antritt. Gehen in der Buchvorlage Lippels Eltern auf die Reise, so ist im Film sein Vater Otto Mattenheim Witwer – was eine Nebenhandlung in der Liebesgeschichte zu seiner Assistentin Serafina ermöglicht.

Obwohl die junge Frau Jakob zunächst einmal einen sympathischen Eindruck auf Vater und Sohn macht, stellt sie sich bald als strenge Gouvernante heraus, die Lippel wegen kleinster Anlässe schikaniert. Selbst das Buch mit den "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht", das Lippel beim Abschied von seinem Vater geschenkt bekommen hatte, wird von der humorlosen Frau Jakob kassiert. Aber auch in der Schule hat Lippel Probleme: Sein Mitschüler Hermann bewirft ihn jeden Morgen mit Tannenzapfen, damit er zu spät zum Unterricht kommt. Was wiederum Hermanns Vater, Konrektor Färber, nicht amüsant findet. Muss Lippel tagsüber in der Schule und zu Hause all diese Gefahren meistern, so träumt er sich nachts in die exotisch-orientalische Welt des Buches. In dieser Welt verwandelt sich Lippels Vater in einen liebenswürdigen, aber unentschlossenen König, der von seiner intriganten Schwägerin (Frau Jakobs Doppelgängerin in der Traumwelt) umworben wird, während sie in Wirklichkeit die Kinder des Königs aus dem Weg räumen will, um den Thron zu übernehmen. Die Königskinder sind niemand anders als Lippels neue Mitschüler Hamide und Arslan, zwei Migrantenkinder aus Marokko, die in Lippels Traum durch die Hinterlist ihrer bösen Tante vom eigenen Vater aus dem Palast verbannt werden. Lippel entwirft einen Plan, damit sie unerkannt in den Palast eindringen, um den König zu warnen.

Die Übergänge zwischen Real- und Fantasiewelt sind in "Lippels Traum", bei dem Lars Büchel Regie führt, hervorragend gelungen, zumal die Sequenzen von der Wüste und der Königstadt aus der Tausend und einer Nacht-Welt sehr aufwändig (in Marokko) gedreht wurden. So kontrastiert die märchenhafte Welt immer wieder mit dem real anmutenden Passau. Nicht nur die Kinderdarsteller, auch die erwachsenen Schauspieler sind mit großer Professionalität und offensichtlich viel Spaß bei der Sache, allen voran Anke Engelke, die hier ganz gegen ihr Image spielt. "Lippels Traum" ist ein Loblied auf die Kraft der Fantasie, denn der Film veranschaulicht, wie Lippel in seinen Träumen Kraft schöpft, um seine eigenen Ängste zu überwinden.

José García

Zu diesem Film siehe auch:
KJK 119-3/2009 - Hintergrund - LIPPELS TRAUM – 2008

 

Bundesverband Jugend und Film e.V.LIPPELS TRAUM – 2008 im Katalog der BJF-Clubfilmothek unseres Online-Partners Bundesverband Jugend und Film e.V.

 

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