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Ausgabe 121-1/2010

PLASTIC PLANET

Produktion: Neu Sentimental Film GmbH Austria AG; Österreich 2009 – Regie und Drehbuch: Werner Boote – Kamera: Thomas Kirschner – Animation: Cine Cartoon Filmproduktion – Schnitt: Ilona Goldschmidt, Cordula Werner, Tom Pohanka – Musik: The Orb – Länge: 94 Min. – Farbe – FSK: o. A. .- Verleih: Farbfilmverleih – Altersempfehlung: ab 10 J.

Verblichene Schmalfilmbilder aus der Kindheit des Filmemachers führen in die Thematik dieses Dokumentarfilms ein: Klein-Werner im Garten, in der Buddelkiste, beim Baden – ein fröhlicher kleiner Junge mit buntem Plastikspielzeug, dazu ein lachender Großvater, der nicht nur stolz auf seinen Enkel ist, sondern auch auf die Produkte, mit denen das Kind spielt. Denn Opa war Österreichs Plastikpionier und als erfolgreicher Unternehmer weltweit bekannt. Das war zu einer Zeit, als Kunststoffe noch als die Erfindung des Jahrhunderts gepriesen wurden, formbar ganz nach Wunsch, wind- und wetterfest, haltbar für die Ewigkeit. Der Filmemacher nimmt die Zuschauer an die Hand, führt sie mit seinem Kommentar aus dem Off durch den Film. Er erinnert sich an das Glück, das er als Kind empfand bei all den schönen Spielzeugen, erklärt, wie sich seine Haltung verändert hat, wie er heute zu dem Material steht, das unsere Erde überzieht, Mensch und Umwelt vergiftet.

Werner Boote, ein sympathischer Mann mittleren Alters, nutzt seine Herkunft aus der Plastikdynastie als "Türöffner". So empfängt ihn zum Beispiel der smarte Präsident des europäischen Dachverbands der Plastikhersteller als seinesgleichen, bis er merkt, dass  Boote ein kritischer Geist ist, ein unbestechlicher Rechercheur. Er ist von der Schädlichkeit des Materials überzeugt und wird das auch beweisen. Seine Reisen führen ihn zu den Produktionsstätten nach China, nach Indien, wo die Ärmsten der Armen Plastik auf Müllkippen sammeln, zu Umweltaktivisten, Meeresforschern, Wissenschaftlern – mit verheerenden Resultaten: So existiert zum Beispiel in den Weltmeeren sechs Mal mehr Plastik als Plankton. Selbst in unserem Blut ist es nachzuweisen. Um die Ausbreitung des Materials anschaulich zu machen, tragen ganz normale Familien in Europa und Amerika alles im Haushalt befindliche Plastik vor die Tür. Eindringliche Szenen, die nicht nur die Bewohner entsetzen, sondern auch die Kinozuschauer. Boote stellt unermüdlich neue Fragen und sucht weltweit nach Antworten. Die von ihm zusammengetragenen wissenschaftlichen Untersuchungen füllen einen großen Koffer, den er auf einer schicken Plastikmesse öffnet – und auf einmal sind die Herren der Konzerne und Verbände überhaupt nicht mehr nett zu ihm.

Bootes Kommentar erklärt Zusammenhänge, gibt Einblicke in kapitalistisches, das heißt profitorientiertes Denken und zeigt Alternativen auf. Es gibt durchaus Plastik, das Mensch und Umwelt nicht belastet. Das aber ist teurer als gängige Materialien, die in Ländern hergestellt werden, in denen weder Gesundheitskontrollen noch Umweltaktivisten die Produktion behindern. "Plastic Planet" ist ein aufrüttelnder Film, provozierend, frech, unterhaltsam und damit ein guter Einstieg für Heranwachsende zum Thema Umwelt.

Gudrun Lukasz-Aden

 

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KJK-Ausgabe 121/2010

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